Odense – Forschende der University of Southern Denmark und des Odense University Hospital haben Unterschiede im Dopamin-System und im Energieverbrauch des Gehirns bei erwachsenen Autisten festgestellt. Die Studie wurde im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging veröffentlicht (DOI: 10.1007/s00259-026-08053-4).
Das Team um Laust Vind Knudsen untersuchte 60 Erwachsene – 30 mit Autismus und 30 neurotypische Kontrollpersonen. Erstmals kombinierten die Wissenschaftler zwei PET-Scans und eine funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT), um gleichzeitig die Verfügbarkeit von Dopamin-D2-Rezeptoren, den Glukose-Stoffwechsel und die Kommunikation zwischen Hirnregionen zu messen.
Bei den autistischen Teilnehmern fanden sich in tiefen Hirnregionen mehr Dopamin-D2-Rezeptoren und ein höherer Energieverbrauch. Zudem beeinflusste das Dopamin-System die Kommunikation zwischen Hirnregionen anders als bei neurotypischen Personen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Dopamin-System eine grundlegendere Rolle bei Autismus spielen könnte als bisher angenommen. Die Studie erklärt weder die Entstehung von Autismus noch ermöglicht sie eine Diagnose. Die Autoren betonen die Notwendigkeit größerer Untersuchungen und weisen auf die häufige Überschneidung mit ADHS hin.
