Die Risiken von Gabapentin: Ein evidenzbasierter Überblick
Gabapentin ist ein Antikonvulsivum, das 1993 in den USA zugelassen wurde und ursprünglich zur Behandlung von fokalen Epilepsien entwickelt wurde. Chemisch handelt es sich um ein Analogon der Gamma-Aminobuttersäure (GABA), obwohl es nicht direkt an GABA-Rezeptoren bindet. Stattdessen interagiert es primär mit der ?2?-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle im zentralen Nervensystem, wodurch die Freisetzung exzitatorischer Neurotransmitter wie Glutamat, Noradrenalin und Substanz P reduziert wird. Diese Wirkung erklärt seine analgetische und antikonvulsive Potenz. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Anwendung stark erweitert – von der Epilepsie über neuropathische Schmerzen bis hin zu Off-Label-Indikationen wie Angststörungen, Restless-Legs-Syndrom, Fibromyalgie und sogar Alkoholentzug. Diese Expansion ging einher mit einem massiven Anstieg der Verschreibungszahlen: In den USA stieg die Verordnungsrate zwischen 2002 und 2015 um das 16-fache. Mit dieser Verbreitung wuchsen jedoch auch die Berichte über schwerwiegende Risiken, die von Abhängigkeit über Atem depression bis…




