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Studie an Universität Genf: Epigenetische Veränderungen über 15 Generationen vererbt

Genf. Biologische Eigenschaften werden nicht ausschließlich über die DNA-Sequenz an die nächste Generation weitergegeben. Wissenschaftler der Universität Genf (UNIGE) haben in einer Studie mit Fadenwürmern (Caenorhabditis elegans) nachgewiesen, dass eine vorübergehende Änderung der Genregulation über mindestens 15 Generationen hinweg vererbt werden kann. Dies geschieht, obwohl die Nachkommen die genetische Veränderung, die den Prozess ursprünglich ausgelöst hat, selbst gar nicht mehr in sich tragen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „EMBO Journal“ veröffentlicht.

Das Team um Florian Steiner, Professor am Departement für Molekular- und Zellbiologie der UNIGE, untersuchte die Mechanismen der epigenetischen Vererbung. Im Zentrum stand dabei eine spezifische Veränderung von Histonen – Proteinen, die für die Verpackung der DNA zuständig sind –, bekannt als H3K27me3. Diese epigenetische Markierung sorgt normalerweise dafür, dass bestimmte Gene unterdrückt und somit nicht abgelesen werden.

Für das Experiment störten die Forschenden die Verteilung dieser Markierung vorübergehend, indem sie die Würmer eine mutierte Form des Histons H3.3 bilden ließen. Diese Manipulation führte unter anderem dazu, dass die Fruchtbarkeit der Elterngeneration drastisch sank – von rund 300 Nachkommen auf 50 bis 100. Obwohl die nachfolgenden Generationen genetisch völlig normal waren und das mutierte Histon nicht mehr besaßen, blieben sowohl die fehlerhafte Genregulation als auch die verminderte Fruchtbarkeit über mindestens 15 Generationen bestehen.

Die Erstautoren der Studie, der Doktorand Isa Özdemir und der Postdoktorand François-Xavier Stubbe, identifizierten dabei zwei aufeinanderfolgende Prozesse: Ein erster Mechanismus etabliert den neuen epigenetischen Zustand nach der anfänglichen Störung, während ein zweiter Prozess dafür sorgt, dass dieser Zustand über die Generationen hinweg stabil bleibt. Diese Form der Vererbung könnte Organismen eine zusätzliche Möglichkeit bieten, flexibel auf wechselnde Umweltbedingungen zu reagieren.

Vergleich der Vererbungssysteme (Klassisch vs. Epigenetisch)

MerkmalKlassische (genetische) VererbungEpigenetische Vererbung (laut UNIGE-Studie)
Träger der InformationDNA-Sequenz (Abfolge der Basen)Histon-Modifikationen (z. B. H3K27me3-Markierung)
DauerhaftigkeitPermanent (bis zu einer erneuten Mutation)Temporär, aber langanhaltend (mindestens 15 Generationen)
Abhängigkeit vom AuslöserBleibt im Genom verankert, wenn vererbtBleibt bestehen, obwohl der genetische Auslöser verschwunden ist
Auswirkung im ExperimentGenetischer Normalzustand der NachkommenAnhaltende Fehlregulation und reduzierte Fruchtbarkeit (50–100 statt 300 Junge)
Biologische FunktionGrundbauplan des OrganismusDynamische Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen

Hinweis zur Originalpublikation: Die Studie „Transgenerational inheritance of altered H3K27me3 in wild-type Caenorhabditis elegans“ ist unter der DOI 10.1038/s44318-026-00907-9 registriert.

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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