Trenton/New Jersey (LabNews Media LLC) – Bleikontaminationen im Erdboden im Außenbereich stellen eine erhebliche, oft unbemerkt bleibende Gefahr für das Innere von Wohnhäusern dar. Wie ein US-amerikanisches Forschungsteam der Rutgers University in Zusammenarbeit mit Bürgerwissenschaftlern nachwies, kann kontaminierte Erde über die Schuhe in Wohnräume getragen werden und dort zu gefährlichen Staubbelastungen führen – selbst in Gebäuden, die vollkommen frei von bleihaltiger Wandfarbe sind. Die im Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology veröffentlichte Untersuchung bricht mit der traditionellen Annahme, dass eine Innenraumbelastung in den USA primär auf alte, abblätternde Wandfarben zurückzuführen sei (DOI: 10.1038/s41370-026-00949-5).
Die Erhebung wurde im Stadtteil East Trenton in Trenton (New Jersey) durchgeführt, wo der Boden aufgrund von Töpfereifabriken aus dem 19. Jahrhundert stark mit Blei belastet ist und das Areal 2025 von der US-Umweltbehörde EPA auf die Superfund-Prioritätenliste gesetzt wurde. Von 242 gesammelten Oberflächen-Bodenproben überschritten 86 Prozent den EPA-Grenzwert für Wohngebiete von 200 Parts per Million (ppm). In Häusern, die nachweislich keine Blei-Wandfarben aufwiesen, lagen dennoch 80 Prozent der Bodenstaubproben über der amtlichen Sicherheitsgrenze. Die Forscher dokumentierten keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Staubbelastung zwischen Häusern mit und ohne Bleifarbe, was das Hereintragen von kontaminiertem Außenboden als Hauptursache erhärtet.
Blei ist ein starkes Nervengift, das insbesondere bei Kleinkindern die Gehirnentwicklung massiv beeinträchtigen, lebenswichtige Organe schädigen und dauerhafte neurologische Verhaltensstörungen hervorrufen kann. Bislang galt das Baujahr 1978 – das Jahr des US-Verbots von verbrauchernahen Bleifarben – als Indikator für sichere Immobilien. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Alter eines Hauses keineswegs garantiert, dass kein Bleistaub vorhanden ist“, erklärte Mitautor Brian Buckley. Für die Studie wurden lokale Einwohner gezielt geschult, um eigenständig Proben auf ihren Grundstücken zu entnehmen, was laut den Wissenschaftlern die Bedeutung von Bürgerbeteiligungen bei der Aufdeckung urbaner Umweltgefahren unterstreicht.
