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Weniger, aber schnellere Schritte können Sterberisiko senken

Melbourne/Sydney – Verschiedene Kombinationen aus Schrittzahl und Gehgeschwindigkeit können nach einer Beobachtungsstudie das Risiko eines vorzeitigen Todes deutlich senken – um bis zu 43 Prozent. Die Arbeit von Forschenden der Monash University und der University of Sydney erschien im „British Journal of Sports Medicine“ (DOI: 10.1136/bjsports-2025-111173). Eine Mitteilung dazu veröffentlichte EurekAlert am 8. September 2026.

Untersucht wurden Daten von 64.743 Personen mittleren Alters aus der britischen UK Biobank. Sie trugen zwischen 2013 und 2015 sieben Tage lang einen Aktivitätstracker. Die Nachbeobachtung dauerte im Schnitt rund acht Jahre. In dieser Zeit starben 1697 Teilnehmende an beliebigen Ursachen, 502 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nach Darstellung der Autoren war das Sterberisiko deutlich niedriger, wenn Menschen zwar weniger als 5000 Schritte am Tag gingen, dabei aber ein höheres Tempo hielten. Ähnlich reduziert war das Risiko bei 5000 bis 7500 Schritten täglich bei langsamerem Tempo. Die Ergebnisse stützen nach Einschätzung der Forschenden keine starre Zielmarke von 10.000 Schritten am Tag. Diese Zahl gehe auf eine japanische Pedometer-Kampagne der 1960er-Jahre zurück, nicht auf belastbare Evidenz.

Leitautor Emmanuel Stamatakis (Monash University, zuvor University of Sydney) verwies darauf, dass höhere Schrittzahlen insgesamt mit einem geringeren Sterberisiko verbunden seien. Unklar gewesen sei vor allem, welche Rolle die Intensität und Kombinationen aus Menge und Tempo spielen – besonders bei eher sitzenden Erwachsenen. Für Menschen mit wenig Zeit, Behinderung oder ungünstiger Umgebung könne ein schnelleres Tempo bei weniger Schritten ein praktikabler Weg sein. Wer nicht schnell gehen könne, profitiere demnach davon, allmählich mehr Schritte in gemäßigtem Tempo zu sammeln.

Die Studie ist beobachtend und belegt keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Die Autoren betonen, der Körper reagiere auf gewohnte Muster über Monate und Jahre, nicht auf kurze Motivationsphasen. Ein Tempo, das für fitte Vierzigjährige angenehm sei, könne für Siebzigjährige bereits hohe Intensität bedeuten. Als praktischen Anhalt nannten sie die Atmung: Beim zügigen Gehen über mindestens etwa eine Minute solle man merklich stärker atmen und sich wärmer fühlen, kurze Sätze noch sprechen, aber nicht mehr bequem singen können.

Mitautoren sind unter anderem Nicholas Koemel und Matthew Ahmadi. Die Forschenden sehen die Ergebnisse als Grundlage für schrittbasierte Empfehlungen bei Menschen mittleren und höheren Alters, die Schrittzahl oder Tempo nicht beliebig steigern können.

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LabNews Media LLC
The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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