Antibiotikakonzentrationen in der Umwelt könnten die weltweite Ausbreitung von Resistenzen beschleunigen
Antibiotikaresistenz gilt weithin als eine der drängendsten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit im 21. Jahrhundert. Eine neue Studie zeigt nun, dass selbst geringste Mengen an Antibiotika, die häufig in Böden, Flüssen, Abwässern und landwirtschaftlichen Abflüssen vorkommen, die Verbreitung von Antibiotikaresistenzgenen unter Bakterien erheblich beschleunigen können. Die in der Fachzeitschrift „Biocontaminant “ veröffentlichte Studie untersucht, wie vier typische, in der Umwelt vorkommende Antibiotika den vertikalen und horizontalen Gentransfer beeinflussen – die beiden Hauptwege, über die Bakterien Resistenzen weitergeben. Das Forschungsteam untersuchte Tetracyclin, Ampicillin, Kanamycin und Streptomycin in Konzentrationen, die von extrem niedrigen Umweltkonzentrationen bis hin zu subinhibitorischen Konzentrationen reichten. Solche Konzentrationen werden häufig in Flüssen, Ackerböden, Tierhaltungsanlagen und Krankenhausabwässern nachgewiesen. Die Wissenschaftler entwickelten drei experimentelle Modelle, um die Ausbreitung von Resistenzen zu untersuchen. Das erste Modell konzentrierte sich auf den vertikalen Gentransfer, also die Weitergabe von Genen von den Elternzellen an ihre Nachkommen.…




