Dresden – Mit dem Projekt »NeAIxt« hat am 1. Oktober 2025 ein großes europäisches Forschungsverbundprojekt begonnen, das die Position Europas im Bereich Künstlicher Intelligenz nachhaltig stärken soll. Über 55 Partner aus der gesamten EU arbeiten daran, Edge-KI-Technologien unabhängig und wettbewerbsfähig zu entwickeln. Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden übernimmt dabei eine zentrale Rolle bei der Entwicklung energieeffizienter, nichtflüchtiger Speicherlösungen und hardwarebasierter KI-Beschleuniger.
Das Projekt konzentriert sich auf Edge-KI – die Verarbeitung von KI-Algorithmen direkt am Rand des Netzwerks, also am Ort der Datenerfassung. Dadurch werden Echtzeit-Entscheidungen mit minimaler Latenz, höherer Datensicherheit und ohne ständige Cloud-Verbindung möglich. Ziel ist es, Europas technologische Souveränität in diesem strategisch wichtigen Bereich zu sichern und die Abhängigkeit von externen Anbietern zu reduzieren.
Das Fraunhofer IPMS arbeitet an der Weiterentwicklung ferroelektrischer Hafniumdioxid-Schichten (HfO₂). Diese Materialien ermöglichen dauerhafte Speicherung elektrischer Polarisationszustände und bilden die Basis für energieeffiziente, nichtflüchtige Speicher (eNVM). „Ferroelektrische HfO₂-Schichten sind ein Schlüssel für zuverlässige und stromsparende Elektroniklösungen – insbesondere in sicherheitskritischen Anwendungen wie der Automobilindustrie“, erläutert Projektleiter Dr. David Lehninger vom Fraunhofer IPMS Center Nanoelectronic Technologies CNT.
Die optimierten ferroelektrischen Schichten werden in bestehende CMOS-Technologien des Halbleiterherstellers X-FAB integriert. Auf dieser Basis entstehen neuartige Testchips, die nichtflüchtige Speicherfunktionen mit KI-Beschleunigungsmodulen kombinieren. Die Bauelemente werden elektrisch charakterisiert und mit etablierten Technologien verglichen. Zum Projektende sollen zwei Demonstratoren realisiert werden: ein nichtflüchtiger Datenspeicher auf HfO₂-Basis sowie ein hardwarebasierter KI-Beschleuniger.
Das Projekt »NeAIxt« wird von der Europäischen Union gefördert und vereint Industrie, Forschungseinrichtungen und Universitäten. Es adressiert zentrale Herausforderungen wie Energieeffizienz, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit von KI-Systemen am Netzwerkrand und soll Europa eine führende Rolle in der nächsten Generation von Edge-KI-Technologien sichern.
Weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS
Maria-Reiche-Str. 2, 01109 Dresden
Telefon: +49 351 8823-0
www.ipms.fraunhofer.de
