Zweisprachigkeit und Gehirn: Neue Erkenntnisse zu kognitiven Effekten
Mehrere Studien unter Beteiligung der SRH University zeigen, wie Zweisprachigkeit und Code-Switching die kognitiven Funktionen beeinflussen. Die Ergebnisse relativieren die Annahme einer generellen kognitiven Überlegenheit von Zweisprachigen und heben spezifische Effekte hervor. Hintergrund Zweisprachige Menschen wechseln im Alltag häufig zwischen Sprachen (Code-Switching). Dieser Prozess erfordert Aufmerksamkeitssteuerung, Interferenzunterdrückung und Aufgabenwechsel. Die Forschung untersucht seit längerem, ob und wie diese sprachlichen Anforderungen die allgemeinen exekutiven Funktionen des Gehirns trainieren. Gleichzeitig wird geprüft, welchen Nutzen das Erlernen einer Fremdsprache im höheren Alter haben kann. Wichtige Befunde Zweisprachigkeit verbessert die kognitive Flexibilität beim Aufgabenwechsel, jedoch nicht in allen kognitiven Bereichen gleichermaßen. Code-Switching tritt in unterschiedlichen Formen auf und stellt spezifische Anforderungen an Aufmerksamkeit und Hemmungskontrolle. Eine randomisierte Studie zeigte, dass das Erlernen einer Fremdsprache bei älteren Menschen mit niedrigerem kognitivem Ausgangsniveau die Reaktionshemmung verbessern kann. Systematische Übersichtsarbeiten fanden dagegen keine generelle kognitive Überlegenheit von…


