Deutschland am Ende
Ein politisches Feuilleton. Letzter Weckruf. Es gibt Länder, die sterben nicht an einem Schlag, sondern an der Eleganz, mit der sie den eigenen Abstieg als Qualität umdeuten. Deutschland gehört dazu. Man nennt das, was hier vorgeht, noch immer „Transformation“. Das Wort klingt nach Absicht. Die Zahlen klingen nach etwas anderem: nach einem industriellen und wissenschaftlichen Modell, das seine Produktivkraft in Feldern der Vergangenheit noch behaupten kann und in den Feldern der Zukunft die Herrschaft über das eigene Wissen verliert. Das ist keine Stimmung. Es ist eine Bilanz. Die Illusion der dritten Stelle Wer den Nature Index aufschlägt, findet Deutschland noch immer auf Rang drei der Welt – hinter China und den Vereinigten Staaten, vor Großbritannien und Japan. Max-Planck-Gesellschaft und Helmholtz-Gemeinschaft bleiben europäische Schwergewichte hochwertiger Publikationen. Das ist keine Kleinigkeit. Es ist der letzte große Vermögenswert der Republik: eine wissenschaftliche Infrastruktur,…


