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Deutschland am Ende

Ein politisches Feuilleton. Letzter Weckruf. Es gibt Länder, die sterben nicht an einem Schlag, sondern an der Eleganz, mit der sie den eigenen Abstieg als Qualität umdeuten. Deutschland gehört dazu. Man nennt das, was hier vorgeht, noch immer „Transformation“. Das Wort klingt nach Absicht. Die Zahlen klingen nach etwas anderem: nach einem industriellen und wissenschaftlichen Modell, das seine Produktivkraft in Feldern der Vergangenheit noch behaupten kann und in den Feldern der Zukunft die Herrschaft über das eigene Wissen verliert. Das ist keine Stimmung. Es ist eine Bilanz. Die Illusion der dritten Stelle Wer den Nature Index aufschlägt, findet Deutschland noch immer auf Rang drei der Welt – hinter China und den Vereinigten Staaten, vor Großbritannien und Japan. Max-Planck-Gesellschaft und Helmholtz-Gemeinschaft bleiben europäische Schwergewichte hochwertiger Publikationen. Das ist keine Kleinigkeit. Es ist der letzte große Vermögenswert der Republik: eine wissenschaftliche Infrastruktur,… 

KI Google Gemini hält CDU Absturz auf 4 Prozent in MV für möglich

„Ein Absturz der CDU auf 4 Prozent bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September ist statistisch und politisch im Bereich des Möglichen„, schreibt Gemini, und: „Die CDU befindet sich laut Spitzenkandidat Daniel Peters in einem historischen Existenzkampf. Führende Landespolitiker wie Marc Reinhardt und Eckhardt Rehberg warnen bereits offen vor dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde und dem Ausscheiden aus dem Landtag. [1, 2] Eine detaillierte Analyse der Ursachen und Wahrscheinlichkeiten für ein solches Szenario: 1. Die Ausgangslage in den Umfragen In den aktuellen repräsentativen Umfragen Mitte September zeichnet sich ein dramatischer Negativtrend für die Christdemokraten ab: 2. Hauptgründe für den drohenden Absturz Direct Comparison: Umfragen vs. Letzte Wahl Partei Ergebnis 2021 Aktuelle Umfragen (Sep. 2026) Trend / Risiko CDU 13,3 % 7,0 % Freier Fall Richtung 5%-Hürde / Risiko des Ausscheidens SPD 39,6 % 32,0 % – 33,0 % Starker… 

Neues Vergleichsmaterial soll Angiotensin-II-Messungen angleichen

Ein Kandidaten-Referenzmaterial für Angiotensin II soll Labormessungen des Hormons besser vergleichbar machen. Die Charakterisierung erschien in der Fachzeitschrift Biomedical Analysis (DOI: 10.1016/j.bioana.2026.08.001). Angiotensin II ist ein Peptidhormon des Renin-Angiotensin-Systems. Es verengt Gefäße und steuert den Blutdruck. Klinische und Forschungsassays messen es unterschiedlich. Ohne gemeinsamen Maßstab weichen Ergebnisse zwischen Laboren ab. Die Reinheit bestimmten die Autoren mit zwei unabhängigen Verfahren: Isotopenverdünnungs-Massenspektrometrie und Massenbilanz. Beide Prinzipien führten zu nahe beieinanderliegenden Werten. Die zugewiesene Reinheit beträgt 0,8734 Gramm je Gramm. Die relative erweiterte Unsicherheit liegt bei 1,8 Prozent (Erweiterungsfaktor k gleich 2). Die Flaschen waren untereinander homogen. Bei minus 20 Grad Celsius blieb das Material mindestens zwölf Monate stabil. Unter simuliertem Transport hielt es mindestens sieben Tage bei 4 Grad und bei 25 Grad Celsius. Ein Abgleich mit dem zertifizierten Referenzmaterial ANG II-1 des National Research Council Canada erfüllte das vereinbarte Äquivalenzkriterium. Die… 

Jüngere US-Veteranen haben höhere PFAS-Werte im Blut als Gleichaltrige

Providence – US-Veteranen zwischen 20 und 39 Jahren hatten in einer Bevölkerungsstudie höhere Blutspiegel persistenter Fluorchemikalien als Nichtveteranen gleichen Alters. Die Konzentrationen lagen je nach Stoff 13 bis 24 Prozent höher. Das berichtet ein Team um Christian Hoover von der Brown University in Environmental Health Perspectives (DOI: 10.1021/EHP.6c00631). Untersucht wurden acht Erhebungszyklen der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 2003 bis 2018. Nach Gewichtung stehen die Daten für schätzungsweise 22,8 Millionen Erwachsene ab 20 Jahren mit früherem Militärdienst. Mitautoren sind Joseph Braun und Elizabeth Costello. Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) werden umgangssprachlich als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab. Für Perfluoroctansäure (PFOA) lag der Wert bei jüngeren Veteranen 13 Prozent höher (95-Prozent-Konfidenzintervall 3 bis 24 Prozent). Für Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) waren es 19 Prozent (9 bis 30 Prozent). Für Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) 24 Prozent (9 bis… 

Variante beschleunigt Huntington-Krankheit um zehn bis zwölf Jahre

Vancouver – Manche Träger der Huntington-Mutation erkranken zehn bis zwölf Jahre früher und schwerer. Eine genetische Variante treibt in besonders verwundbaren Nervenzellen eine stärkere Ausdehnung der krankhaften Desoxyribonukleinsäure-Wiederholung (DNA-Wiederholung) an. Das berichtet ein Team um Michael Hayden vom Centre for Molecular Medicine and Therapeutics der University of British Columbia in der Fachzeitschrift Neuron. Die Huntington-Krankheit entsteht durch eine verlängerte CAG-Wiederholung im Huntingtin-Gen. CAG steht für die Basen Cytosin, Adenin und Guanin. Die Länge dieser Wiederholung im Erbgut bestimmt grob das Erkrankungsalter. Zusätzliche Sequenzunterschiede neben der Wiederholung können den Beginn verschieben. Ein Teil der Betroffenen trägt eine solche Variante. Warum sie so stark wirkt, war unklar. Die Gruppe untersuchte Blut und postmortales Hirngewebe aus der Huntington-Biobank der University of British Columbia und der Human Brain Bank der Neurological Foundation of New Zealand. In den sterbenden Nervenzellen der Varianten-Träger war die Mutation… 

US-Programm mit 65 Prozent weniger MRSA-Blutstrominfektionen in Kliniken verknüpft

Baltimore – Ein bundesweites Sicherheitsprogramm der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) war in teilnehmenden Stationen mit 65 Prozent weniger im Krankenhaus erworbenen Blutstrominfektionen durch methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) verbunden. Die Auswertung erschien am 27. August 2026 in JAMA Network Open (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2026.31225). Seniorautorin ist Lisa L. Maragakis von Johns Hopkins Medicine. Teilgenommen haben 106 Intensivstationen und 87 Normalstationen in 94 freiwilligen US-Kliniken. Das Programm dauerte 18 Monate, von April 2022 bis September 2023. Verglichen wurde mit den zwölf Monaten davor. Vermittelt wurden Händhygiene, Umgebungsreinigung, Vermeidung geräteassoziierter Infektionen, Waschungen mit Chlorhexidin und nasale Dekolonisation. Einbezogen waren auch Reinigungskräfte. Laborbestätigte MRSA-Blutstrominfektionen mit Beginn im Krankenhaus sanken von 3,6 auf 1,2 Ereignisse je 10.000 Patiententage. Das entspricht minus 2,3 Ereignissen (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 2,8 bis minus 1,9) oder minus 65 Prozent (Konfidenzintervall minus 73 bis minus 58 Prozent). MRSA-positive Kulturen ab dem… 

Musik hilft nach akutem Stress schneller als Naturgeräusche

Peking – Nach einem akuten Laborstress erholten sich Versuchspersonen mit Musik schneller als mit Naturgeräuschen. Die Stimmung hellte sich stärker auf. Puls und Hautleitfähigkeit sanken rascher. Das berichtet ein Team um Siqi You von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS, Band 123, Ausgabe 37, DOI: 10.1073/pnas.2611584123). Die Arbeit erschien am 8. September 2026. Gruppenleiter ist Yi Du. Herausgeberin war Isabelle Peretz. Eingereicht wurde das Manuskript am 5. April 2026, angenommen am 31. Juli. Ob Musik nur ein beruhigendes Geräusch ist oder eigene Hirnwege nutzt, war offen. Die Studie setzte deshalb Naturgeräusche, etwa Wasser, als aktive Kontrolle. Wer vor der Stressaufgabe Musik hörte, zeigte keine geringere Anfangsreaktion. Der Vorteil trat in der Erholungsphase danach auf. Ein zweites Experiment nutzte funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) und dynamische kausale Modellierung. Musik änderte die Kommunikation zwischen Hörkortex,… 

White pet mouse gripping the glass cage with pink paws beige bedding inside the enclosure

Dossier: Sicherere Narkose für Laborratten und -mäuse

Helsinki – Mehr als 100 Millionen Nagetiere werden nach Angaben der Universität Helsinki jedes Jahr in der biomedizinischen Forschung eingesetzt. Viele Eingriffe erfordern eine Betäubung. Eine schlechte Narkose kann Schmerzen verursachen, Messergebnisse verzerren und Versuche wiederholen lassen. Damit steigt der Tierverbrauch. Eine Gruppe der veterinärmedizinischen Fakultät untersucht deshalb den Wirkstoff Vatinoxan. AlphaGalileo veröffentlichte die Zusammenfassung am 14. September 2026. Vatinoxan ist ein peripherer Alpha-2-Adrenozeptor-Gegenspieler. Entwickelt wurde er ursprünglich für die Sedierung von Hunden, unter Beteiligung der finnischen Firma Vetcare. Der Veterinärpharmakologe Jussi Honkavaara arbeitet seit mehr als 20 Jahren damit. Die Wirkung unterscheidet sich je nach Tierart. Beim Hund kann der Kreislauf gestützt werden. Beim Pferd kann Verstopfung nachlassen. Bei der Ratte soll das bekannte Hervortreten der Augen unter bestimmten Beruhigungsmitteln ausbleiben. Das Augenproblem Seit den 1980er-Jahren ist beschrieben, dass gängige Sedativa bei Ratten Exophthalmus auslösen können. Die Augäpfel treten… 

Künstliche Intelligenz findet in Gesundheitsdaten Muster der Migräne

Trondheim – Ein Modell der künstlichen Intelligenz (KI) unterschied in einer norwegischen Gesundheitsstudie Menschen mit Migräne von Menschen ohne Kopfschmerz, ohne die Kopfschmerzsymptome zu kennen. Die Daten stammen aus der Helseundersøkelse i Trøndelag (HUNT) mit mehr als 43.000 Teilnehmenden. Das berichtet die Norwegische Universität für Wissenschaft und Technik (NTNU). AlphaGalileo datiert die Mitteilung auf den 11. September 2026. Erstautor der zugrundeliegenden Arbeit ist der Kopfschmerzforscher Anker Stubberud. EurekAlert verknüpft die Ergebnisse mit einer Veröffentlichung in „Neurology“ (DOI: 10.1212/WNL.0000000000218076). Migräne betrifft nach Angaben der Universität rund 15 Prozent der Bevölkerung Norwegens. Sie gilt dort als häufigste Ursache von Beeinträchtigung bei Frauen unter 50 Jahren. Die Diagnose stützt sich bisher auf Symptome. Es gibt keinen Bluttest. Das Modell nutzte 60 Variablen wie Alter, Geschlecht, Verstopfung, Medikamente und Rückenschmerzen. Unter mehr als 12.000 Menschen mit unterschiedlichen Kopfschmerzen bildeten sich zwei Hauptgruppen. In der… 

Übersichtsarbeit: Frühe Diagnose entscheidet über Verlauf der rheumatoiden Arthritis

Wien – Eine frühe Diagnose und ein festes Behandlungsziel verbessern die Prognose der rheumatoiden Arthritis. Das ist der Kern einer Übersichtsarbeit unter Leitung von Josef S. Smolen von der Medizinischen Universität Wien. Mitautoren sind unter anderem Andreas Kerschbaumer, Daniel Aletaha und William H. Robinson von der Stanford University. Der Text erschien am 10. September 2026 online im Journal of the American Medical Association (JAMA, DOI: 10.1001/jama.2026.15455). AlphaGalileo berichtete am 11. September. Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Das Abwehrsystem greift die Gelenkinnenhaut an. Entzündung kann Knorpel und Knochen dauerhaft schädigen. Das Team sichtete 15.886 Veröffentlichungen. Nach Prüfung von 620 Arbeiten gingen 120 Studien in die Analyse ein. Darunter waren 43 randomisierte klinische Studien, 28 Kohortenstudien, elf systematische Übersichten und Metaanalysen sowie 15 internationale Leitlinien. Idealerweise soll die Diagnose innerhalb von sechs Wochen nach den ersten Symptomen stehen. Dann können…