Mit Beginn der Olympischen Winterspiele 2026 am heutigen Tag überschlagen sich Medienberichte über einen ungewöhnlichen Doping-Vorwurf: Mehrere männliche Skispringer sollen sich Füllmaterial in den Penis injizieren lassen haben, um einen aerodynamischen Vorteil zu erlangen.
Der Vorwurf lautet: Ein vergrößerter Hodensack („bulge“) würde bei der vorgeschriebenen 3D-Körperscan-Vermessung vor der Saison zu einer größeren erlaubten Stoffmenge im Schrittbereich des Sprunganzugs führen. Mehr Stoff an dieser Stelle erhöht die Oberfläche und damit Auftrieb und Gleitfähigkeit – ein entscheidender Vorteil in einer Sportart, in der Zentimeter über Medaillen entscheiden.
Eine simulationsbasierte Studie aus dem Jahr 2025 (Frontiers in Sports and Active Living) zeigte: Jede zusätzliche 2 cm Stoff im Anzug erhöhen den Luftwiderstand um etwa 4 Prozent und den Auftrieb um etwa 5 Prozent. Auf einem typischen Sprung entspricht das laut Studie einer zusätzlichen Weite von 5,8 Metern.
Der Skandal – inzwischen „Penisgate“ genannt – ist nicht völlig neu. Bereits 2025 wurden zwei norwegische Olympiamedaillengewinner, Marius Lindvik und Johann Andre Forfang, sowie drei Betreuer wegen Betrugs angeklagt. Ein anonym verbreitetes Video zeigte, wie der Cheftrainer und der Anzugtechniker den Schrittbereich der Anzüge illegal nachgenäht hatten, um mehr Stoff zu erzeugen. Die Athleten erhielten eine dreimonatige Sperre, der Cheftrainer, ein Assistenztrainer und der Techniker eine 18-monatige Sperre.
Ob die aktuellen Gerüchte um Penis-Injektionen mit Fillern Substanz haben, bleibt vorerst unklar. Die Vorwürfe basieren auf anonymen Quellen und Spekulationen in Sport- und Medienkreisen. Offizielle Stellungnahmen der FIS (Internationale Skiverband) oder des IOC lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vor.
Der Fall zeigt einmal mehr, wie extrem Athleten und ihre Teams in Skispringen die Millimeter-Vorteile ausreizen – und wie schwierig die Kontrolle von Anzugmaßen und Körperveränderungen in dieser Sportart bleibt.
Ars Technica berichtete am 7. Februar 2026 über den Skandal.
