Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) empfiehlt in ihrem Gutachten 2026, die Handlungsmöglichkeiten der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) deutlich zu erweitern. Ziel ist es, agiles Arbeiten zu ermöglichen und den Auftrag so weiterzuentwickeln, dass Anschlussprojekte bis in höhere Technologiereifegrade und damit näher an die Anwendung herangeführt werden können.
Die Empfehlung adressiert zentrale Herausforderungen der Cybersicherheit: In einem dynamischen Bedrohungsumfeld sind Reaktionsgeschwindigkeit und Umsetzungstiefe entscheidend. Die EFI betont wörtlich, dass die Potenziale der Cyberagentur gestärkt werden sollten, indem auch deren Möglichkeiten, agil zu handeln, erweitert werden.
Die Cyberagentur sieht in den Vorschlägen Rückenwind für ihre Strategie 2026–2030. Diese setzt auf eine stärkere Rolle als Denkfabrik, verbindlichen Technologietransfer sowie Forschung bis in anwendungsnahe Reifegrade. Die Agentur bringt zudem die Idee eines Freiheitsgesetzes ins Gespräch, um Entscheidungs-, Vertrags- und Finanzierungswege weiter zu beschleunigen und risikoreiche, aber potenziell hochwirksame Vorhaben schneller umzusetzen.
Prof. Dr. Christian Hummert, Forschungsdirektor der Cyberagentur, erklärte, Agilität sei in der Cybersicherheitsforschung keine Option, sondern eine Sicherheitsvoraussetzung. Bedrohungen entwickelten sich dynamisch, daher müsse auch die Umsetzungsgeschwindigkeit dynamisch sein. Besonders in der Dual-Use-Forschung verbinde die Agentur wissenschaftliche Exzellenz mit konkreter sicherheitspolitischer Relevanz. Die Strategie 2026–2030 biete den klaren Rahmen für mehr Tempo, mehr Transfer und mehr technologische Souveränität.
Die Cyberagentur wurde 2020 als Inhouse-Gesellschaft des Bundes unter Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Innern und für Heimat gegründet. Sie ist Bestandteil der Nationalen Sicherheitsstrategie und konzentriert sich auf hochinnovative, risikobehaftete Vorhaben mit hohem Disruptionspotenzial im Bereich der Cybersicherheit. Die Geschäftsführung bilden Prof. Dr. Christian Hummert als Forschungsdirektor und Bettina Bubnys als kaufmännische Geschäftsführerin.
