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Asklepios Kliniken schließen konzernweiten KI-Rollout in der Radiologie ab

Die Asklepios Kliniken haben die flächendeckende Einführung der KI-Plattform Aidoc aiOS in ihren Akutkliniken abgeschlossen. Als erster privater Klinikbetreiber in Deutschland setzt der Konzern damit Künstliche Intelligenz routinemäßig in der radiologischen Versorgung ein. Das System ist an 28 Standorten aktiv und analysiert monatlich mehr als 35.000 CT- und Röntgenaufnahmen.

Die Implementierung der Aidoc-Plattform, die im Mai 2025 angekündigt worden war, wurde Ende 2025 vollständig umgesetzt. Marco Walker, CEO der Asklepios Kliniken Gruppe, erklärte, das Versprechen sei eingelöst worden, modernste Technologie direkt an das Krankenbett zu bringen. Die KI verbessere die Diagnostik nachhaltig – von Großstadtkliniken bis zur Inselversorgung. Das Projekt ist Teil der umfassenden Digitalstrategie des Konzerns und wird durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) gefördert.

PD Dr. Sara Sheikhzadeh, Chief Medical Officer der Asklepios Kliniken, ordnete den Rollout als ersten Meilenstein des Health Data Hub ein. Diese zentrale Analyseplattform wird in mehreren Themenschwerpunkten entwickelt und verändert Arbeits- und Entscheidungsprozesse im klinischen Alltag. Aidoc dient als Clinical Decision Support System (CDSS) und unterstützt Prognose- und Risikoeinschätzungen sowie Handlungsempfehlungen. Besonders in Nacht- und Wochenenddiensten entlaste die Technologie die Ärztinnen und Ärzte und erhöhe die Patientensicherheit.

Die KI analysiert CT- und Röntgenbilder in Echtzeit auf akute Pathologien wie Hirnblutungen, Lungenembolien oder Frakturen und priorisiert zeitkritische Befunde. Der Nutzen zeige sich besonders an kleineren und spezialisierten Standorten. Die Asklepios Nordseeklinik Sylt diente als Pilotstandort. Alexander Steinmetz, Chefarzt der Radiologie und Ärztlicher Direktor der Klinik, beschrieb die Software als „digitalen Schulterblick“, der parallel zur ärztlichen Befundung läuft und zeitkritische Befunde schneller in den Fokus rückt. Für einen Inselstandort mit 24/7-Grundversorgung sei dies essenziell. Die Priorisierung werde klarer, die kognitive Belastung sinke und Entscheidungen fielen strukturierter. Das Team empfinde die KI als echte Entlastung und zusätzliche Sicherheitsebene.

Dr. Claudia Kagel-Hübner, Leitende Ärztin der Zentralen Notaufnahme auf Sylt, bestätigte den täglichen Nutzen der KI-Ergebnisse. Die frühe Pilotierung habe gezeigt, dass auch kleinere Kliniken innovative Digital-Health-Projekte aktiv mitgestalten können.

Robert Hite, Leiter Geschäftsentwicklung DACH bei Aidoc, würdigte den Rollout als signifikanten Schritt gegen Herausforderungen in der deutschen Radiologie. Asklepios setze einen neuen Standard für den Einsatz von Technologie zur Steigerung von Effizienz und Patientenergebnissen. Nadine Vermeerbergen, Projektleiterin bei Asklepios IT, hob die reibungslose Integration und Zusammenarbeit hervor. Die cloudbasierte Plattform mit lokaler aiOS-Instanz gewährleiste die Einhaltung von DSGVO-Vorgaben.

Asklepios stützt sich auf positive Erfahrungen aus Europa und den USA. Retrospektive Studien zeigten unter anderem eine Steigerung der Erkennungsrate intrakranieller Blutungen um 12 Prozent am Unfallkrankenhaus Berlin, eine Verkürzung der Bearbeitungszeit für Notfall-Schädel-CTs um 36 Minuten an der Yale School of Medicine sowie Verkürzungen der Behandlungszeit bei Schlaganfällen um 34 Prozent im Ochsner Medical Center und der Verweildauer in der Notaufnahme um 27 Prozent im Universitätsklinikum Rennes.

Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen von NextGenerationEU finanziert.

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LabNews.AI
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