Perth – Achtsamkeit (Mindfulness) ist ein entscheidender Faktor, um generative Künstliche Intelligenz (GenAI) erfolgreich in das Projektmanagement zu integrieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie der Edith Cowan University (ECU) in Zusammenarbeit mit der Curtin University, die mehr als 440 Projektmanager weltweit befragte.
Die Untersuchung, veröffentlicht im International Journal of Project Management, zeigt: Projektmanager mit höherer Achtsamkeit sind offener, aufmerksamer und kreativer bei der Gestaltung ihrer Arbeitsumgebung. Dadurch nutzen sie GenAI häufiger und effektiver, um Workflows zu optimieren und innovative Praktiken zu entwickeln.
„GenAI wird das Projektmanagement grundlegend verändern – mit enormen Chancen, aber auch erheblichen Umwälzungen“, erklärt Erstautor Dr. Eden Li von der ECU School of Business and Law. „Technische Kompetenzen allein reichen nicht. Achtsamkeit hilft, die Komplexität und Herausforderungen der Technologie zu meistern und sie gezielt einzusetzen.“
Die Forscher nutzten ein zweistufiges, zeitlich versetztes Survey-Design, um den Zusammenhang zwischen Achtsamkeit, Job-Crafting (proaktive Umgestaltung der eigenen Arbeit) und GenAI-Nutzung zu analysieren. Ergebnis: Achtsamkeit fördert Job-Crafting – also das bewusste Anpassen von Aufgaben und Prozessen –, was wiederum die Häufigkeit und Qualität der GenAI-Anwendung steigert. Besonders in komplexen Projekten erweist sich eine neugierige, achtsame Haltung als Vorteil, da sie Experimentierfreude und Integration neuer Tools begünstigt.
Die Autoren leiten vier zentrale Erkenntnisse für Führungskräfte und Projektprofis ab:
- GenAI transformiert Projekte nicht allein – Menschen tun es. Die Denk- und Anpassungsfähigkeit der Projektmanager ist entscheidender als die Technologie selbst.
- Achtsamkeit als versteckter Leistungsvorteil in der GenAI-Ära: Achtsamere Manager bleiben flexibel, aufmerksam und offen – und machen GenAI zu einem echten Werkzeug für die tägliche Arbeit.
- Job-Redesign statt Hype – Achtsamkeit treibt proaktives Job-Crafting an, das die Brücke zu realem Impact schlägt: mehr und bessere Nutzung von GenAI durch angepasste Workflows.
- Komplexität macht Achtsamkeit besonders wertvoll – In anspruchsvollen Projekten hilft eine neugierige Haltung, GenAI gezielt zu erkunden, zu testen und wirksam einzubinden.
Die Studie betont: Globale Investitionen in GenAI sollen bis 2027 auf 151,1 Milliarden US-Dollar steigen, während jährlich rund 48 Billionen Dollar in Projekte fließen. Bis 2030 könnten bis zu 80 Prozent der Projektmanagement-Aufgaben durch KI unterstützt oder automatisiert werden. Achtsamkeit und proaktive Arbeitsgestaltung seien entscheidend, um diese Transformation nicht nur zu überleben, sondern aktiv mitzugestalten.
Die vollständige Studie „Leveraging generative AI for project management: The role of mindfulness and job crafting“ ist online verfügbar.
