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KI und Satellitendaten enthüllen CO₂-Hotspots in Chinas Papierindustrie

Chinas Zellstoff- und Papierindustrie stößt jährlich rund 163,6 Millionen Tonnen CO₂ aus – deutlich mehr als bisher angenommen. Forscher der South China University of Technology haben erstmals eine detaillierte plant-by-plant-Bilanz für 720 Werke erstellt und dabei starke Unterschiede zwischen den einzelnen Betrieben nachgewiesen.

Mithilfe eines multimodalen KI-Modells, das hochauflösende Satellitenbilder mit Textdaten aus Industrieberichten kombiniert, konnten die Wissenschaftler Fabrikgrenzen, Funktionsbereiche und Emissionsquellen genau kartieren. Mehr als 60 Prozent der Emissionen konzentrieren sich auf Küstenprovinzen. Besonders auffällig: Nur fünf Prozent der emissionsstärksten Werke verursachen 43 Prozent der gesamten Treibhausgasbelastung. Als durchgängig starker Emittent erwies sich die Abwasserbehandlung – ein Bereich, den herkömmliche Energiebilanzen oft unterschätzen.

Die Studie zeigt zudem, dass der Ausbau von Dach-Photovoltaik-Anlagen die Emissionen um bis zu 16,9 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr (10,3 Prozent) senken könnte. Die Forscher plädieren dafür, künftige Klimaschutzmaßnahmen gezielt auf die wenigen besonders belasteten Werke zu richten statt auf Branchendurchschnitte.

Die Untersuchung wurde am 19. März 2026 in der Fachzeitschrift Environmental Science and Ecotechnology veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.ese.2026.100682).

Die Informationen stammen aus einer Mitteilung der Chinese Society for Environmental Sciences.