Fukushima: Kontaminiertes behandeltes Wasser im Pazifik – aktuelle Lage und Risikobewertung
Fünfzehn Jahre nach der Kernschmelze in Fukushima Daiichi und fast drei Jahre nach Beginn der kontrollierten Freisetzung von ALPS-behandeltem Wasser (Advanced Liquid Processing System) in den Pazifik am 24. August 2023 bleibt die Debatte um die sogenannte „kontaminierte Abwässer“ hoch emotional. Der Begriff „kontaminiertes Deuterium-Wasser“ ist medienwirksam, aber technisch ungenau: Es handelt sich um tritiumhaltiges Wasser (³H, radioaktives Wasserstoff-Isotop), das durch ALPS von fast allen anderen Radionukliden gereinigt wurde. Tritium bleibt als einziges relevanter Restbestandteil, da es chemisch identisch mit normalem Wasserstoff ist und nicht technisch abtrennbar. Bis März 2026 wurden bereits über 18 Chargen freigesetzt, die jüngste (18. Charge) am 6. März 2026 mit Tritium-Konzentrationen weit unter dem japanischen Betriebslimit von 1.500 Bq/L – typischerweise 200–300 Bq/L nach Verdünnung. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) überwacht den Prozess kontinuierlich seit 2023. In ihren periodischen Berichten (zuletzt September 2025 und laufend 2026)…
