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VaSequIs: KI und Abwasseranalysen sollen Infektionsausbrüche in Krankenhäusern frühzeitig vorhersagen

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelt im Projekt „VaSequIs“ ein Frühwarnsystem zur Vorhersage von Infektionsausbrüchen in Krankenhäusern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das im Februar 2026 gestartete Vorhaben für 14 Monate mit über 1,5 Millionen Euro.

Das System kombiniert Künstliche Intelligenz (KI) mit der vergleichenden molekularbiologischen und genomsequenzierten Analyse von Proben aus der Patientenversorgung sowie aus Trinkwasser, Abwasser und kritischen Schnittstellen zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und Abwassernetz. Ziel ist es, Krankheitserreger frühzeitig zu identifizieren, ihre Verbreitung nachzuvollziehen und mögliche Ausbrüche rechtzeitig zu erkennen oder zu verhindern.

Das Projekt wird geleitet von Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät der UDE und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, sowie Prof. Dr. Martin Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Beteiligt sind zudem das Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (Prof. Dr. Folker Meyer), die Krankenhaushygiene (Dr. Robin Otchwemah) und das Institut für Medizinische Mikrobiologie (PD Dr. Jan Kehrmann).

Als erstes Krankenhaus setzt das UK Essen automatische Probennehmer ein, die rund um die Uhr hygienisch Abwasserproben entnehmen. Die Proben werden molekularbiologisch untersucht und sequenziert, um Erregerarten und -mengen präzise zu bestimmen. Auf dieser Basis werden Zeitreihen erstellt und KI-Modelle trainiert, die Vorhersagen für potenzielle Infektionsgeschehen liefern und der Krankenhaushygiene rechtzeitig Hinweise geben sollen.

„Diese Kombination aus etablierter Analytik und modernen molekularen sowie KI-basierten Verfahren bildet die Grundlage eines Projekts, das Wissenschaft und Praxis interprofessionell und interdisziplinär verbindet“, erklärte Prof. Buer. Prof. Exner ergänzte: „VaSequIs erweitert das Methodenportfolio für den Infektionsschutz von Patientinnen und Patienten signifikant.“

Ergänzt wird das Team durch HYGIUM – Zentrum für Hygiene und Umweltmedizin GmbH aus Köln, das die Übertragung der Erkenntnisse in die praktische Anwendung unterstützt.

VaSequIs steht für „Validierung von Verfahren zur Sequenzierung von Isolaten aus Patienten-, Trinkwasser- und Abwasserproben zur Bestimmung der infektionsepidemiologischen Bedeutung und hierauf basierender Regulierung“.

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LabNews.AI
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