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Vielfältige Biobank enthüllt neue genetische Zusammenhänge bei Krankheitsrisiken und Therapieansprechen

Die Analyse genetischer Daten und elektronischer Patientenakten von fast 94.000 Teilnehmern der ATLAS-Biobank der UCLA hat neue genetische Zusammenhänge mit Krankheitsrisiken und dem Ansprechen auf Medikamente aufgedeckt. Die Studie unterstreicht den großen Wert genetischer Vielfalt für die Entwicklung einer wirklich personalisierten Medizin.

Die in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass eine breite Abstammungsvielfalt innerhalb eines einzelnen Gesundheitssystems Erkenntnisse liefern kann, die in weniger diversen Datensätzen oft verborgen bleiben. Ein zentraler Befund betrifft die Wirkung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy). Das Ansprechen auf diese Mittel variiert je nach Abstammungsgruppe und ist mit dem genetischen Risiko für Typ-2-Diabetes verknüpft. Die Forscher identifizierten zudem einen ersten genetischen Zusammenhang zwischen der Semaglutid-Wirkung und dem Gen PTPRU.

Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler neue, bisher unbekannte genetische Verbindungen. So zeigte sich bei Personen afrikanischer Abstammung ein Zusammenhang zwischen dem Gen ANKZF1 und peripherer Gefäßerkrankung. Bei aschkenasischen Juden wurde eine Beziehung zwischen dem Gen EPG5 und den Spiegeln von HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden entdeckt. Auch Unterschiede im Risiko für Nebenwirkungen einer Hormontherapie bei mexikanisch- und südamerikanischstämmigen Personen wurden sichtbar.

Die ATLAS-Biobank spiegelt die große ethnische Vielfalt der Region Los Angeles wider. Die Teilnehmer repräsentieren fünf kontinentale und 36 feinere Abstammungsgruppen. Dies ermöglichte es den Forschern, sowohl breitere als auch feinere Abstammungsmuster zu berücksichtigen und zahlreiche neue genetische Assoziationen zu finden, die in früheren, vorwiegend europäischstämmigen Studien nicht aufgetreten waren.

Die Studie testete außerdem polygenetische Risikoscores und zeigte, dass diese bei bestimmten Erkrankungen wie Typ-1-Diabetes bereits eine hohe klinische Relevanz haben könnten. Tausende Teilnehmer der Biobank gelten aufgrund ihrer genetischen Profile als hochrisikobehaftet für häufige Krankheiten.

„Dies ist kein kleiner Laborbefund. ATLAS stellt einen umfassenden Querschnitt realer Patienten dar“, sagte der leitende Autor Dr. Daniel Geschwind von der UCLA. Die Biobank, die mittlerweile über 259.000 Teilnehmer zählt, soll künftig dazu beitragen, Krankheitsrisiken und Therapien stärker auf die individuelle genetische Ausstattung abzustimmen.

Die Ergebnisse sind über ein öffentliches Web-Portal zugänglich und stehen der Forschung zur Verfügung.

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LabNews.AI
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