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Internationale Experten definieren „Darmgesundheit“ erstmals einheitlich

Ein internationales Expertengremium unter Beteiligung von Prof. Stephan C. Bischoff (Universität Hohenheim) hat den Begriff „Darmgesundheit“ erstmals wissenschaftlich präzise definiert. Die Klarstellung, veröffentlicht in Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, soll dem bisherigen Begriffs-Wirrwarr in Medizin, Forschung, Medien und Marketing ein Ende setzen und vergleichbare Standards schaffen. Definition von DarmgesundheitDarmgesundheit wird als „Zustand normaler Magen-Darm-Funktion ohne aktive Magen-Darm-Erkrankungen oder darmbezogene Symptome, die die Lebensqualität beeinträchtigen“ beschrieben. Diese Definition umfasst somit sowohl objektive funktionelle Aspekte als auch das subjektive Wohlbefinden der Betroffenen. Hintergrund und RelevanzDer Begriff „Darmgesundheit“ wird inflationär verwendet – von Joghurt-Werbung über Probiotika-Claims bis hin zu Erklärungen für Allergien, Depressionen oder Verdauungsbeschwerden –, ohne einheitliche Bedeutung. Das erschwert Vergleichbarkeit von Studienergebnissen und birgt das Risiko irreführender Marketingaussagen. Zudem korrelieren objektive Befunde (z. B. Mikrobiom-Analysen) oft nur schwach mit dem subjektiven Befinden: Manche Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen fühlen sich in Remission… 

Frühe Hormonersatztherapie senkt Osteoporose- und Frakturrisiko bei postmenopausalen Frauen um bis zu 13 %

Die größte Real-World-Studie zu diesem Thema zeigt: Frauen, die innerhalb eines Jahres nach der Menopause-Diagnose mit einer Hormonersatztherapie (HRT) beginnen, haben ein signifikant geringeres Risiko für Osteoporose und Frakturen im Langzeitverlauf. Die Ergebnisse wurden auf dem Jahreskongress der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) 2026 präsentiert. Die retrospektive Analyse nutzte die TriNetX Research Network-Datenbank und umfasste 137.484 postmenopausale Frauen unter 60 Jahren (Diagnose in den letzten 20 Jahren). Nach 1:1-Propensity-Score-Matching (Alter, Komorbiditäten, Ernährungsdefizite, Knochenmedikation etc.) entstanden zwei gleich große, vergleichbare Kohorten: eine mit früher HRT (<1 Jahr nach Menopause), die andere ohne jegliche HRT. Wichtige Ergebnisse (5-Jahres-Follow-up und darüber hinaus): Die Studie schloss Frauen mit Vor-HRT, vorbestehenden Knochenfehlbildungen oder früheren Frakturen aus, um Verzerrungen zu minimieren. Einschätzung Die Daten untermauern den protektiven Effekt früher HRT auf die Knochenmineraldichte und das Frakturrisiko – ein relevanter orthopädischer Aspekt, da altersbedingte Frakturen (insbesondere… 

GLP-1-Medikamente: Verbesserte OP-Ergebnisse, aber höheres Langzeitrisiko für Osteoporose, Gicht und Osteomalazie

Zwei auf dem Jahreskongress der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) 2026 vorgestellte Studien beleuchten erstmals den Einfluss von GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA, z. B. Semaglutid) auf muskuloskelettale Gesundheit und orthopädische Operationsergebnisse. Verbesserte postoperative ErgebnisseEine retrospektive Analyse nationaler Claims-Daten (2010–2023) untersuchte Patienten mit Adipositas, die eine der zehn häufigsten orthopädischen Operationen erhielten (u. a. Hüft- und Knie-TEP, Kreuzbandrekonstruktion, Lendenwirbelsäulen-Fusion, Karpaltunnelspaltung). Seit 2019 stieg die präoperative GLP-1-/Semaglutid-Nutzung stark an. GLP-1-Nutzer zeigten signifikant geringere Raten postoperativer Notaufnahmebesuche, niedrigere chirurgische Wundinfektionsraten (bei Knie- und Hüft-TEP) und in Teilen reduzierte Revisionsraten (z. B. bei Knie-TEP). Kein erhöhtes chirurgisches Risiko wurde beobachtet. Erhöhtes Langzeitrisiko für Knochen- und GelenkerkrankungenEine zweite Studie (große EMR-Datenbank, 5-Jahres-Follow-up) verglich 73.483 Patienten mit Typ-2-Diabetes und Adipositas (BMI ?30), die GLP-1-RA erhielten, mit gematchten Kontrollen. Nach Propensity-Score-Matching ergaben sich signifikant höhere Inzidenzen: Die Autoren fordern bei Risikopatienten eine engmaschigere Knochengesundheitsüberwachung und ggf. präventive Maßnahmen.… 

FDA genehmigt Sogroya® von Novo Nordisk

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat drei neue Indikationen für das langwirksame, einmal wöchentlich verabreichte Wachstumshormon Sogroya® (Somapacitan-beco) von Novo Nordisk zugelassen. Das Präparat ist nun auch für Kinder ab 2,5 Jahren mit idiopathischer Kleinwüchsigkeit (ISS), Kleinwüchsigkeit durch Kleinwüchsigkeit bei Geburt (SGA ohne Catch-up-Wachstum bis zum Alter von 2 Jahren) sowie Wachstumsstörung im Rahmen eines Noonan-Syndroms (NS) zugelassen. Sogroya® war bereits für Wachstumshormonmangel (GHD) bei Kindern und Erwachsenen zugelassen und besitzt nun das breiteste Indikationsspektrum unter den langwirksamen Wachstumshormonen. Die Zulassung basiert auf der Phase-3-Studie REAL8, einer multizentrischen, randomisierten, offenen Basket-Studie mit 307 präpubertären Kindern. Sogroya® (0,24 mg/kg/Woche) zeigte in allen drei Indikationen eine nicht-inferiore mittlere jährliche Wachstumsgeschwindigkeit (AHV) im Vergleich zu täglichem Somatropin. Bei ISS betrug die AHV 10,2 cm/Jahr (vs. 10,5 cm/Jahr bei täglichem Somatropin 0,05 mg/kg/Tag), bei SGA 11,0 cm/Jahr (vs. 9,4 bzw. 11,1 cm/Jahr bei 0,035 bzw. 0,067… 

Niedrige Albuminwerte bei CLL-Diagnose: Marker für schlechtere Prognose in ressourcenarmen Settings

Niedrige Serum-Albumin-Werte bei der Diagnose chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) sind mit ungünstigen klinischen Merkmalen und einer schlechteren Überlebenschance assoziiert. Türkische Forscher haben in einer retrospektiven Studie gezeigt, dass Albumin unter 4 g/dL auf ältere Patienten, fortgeschrittene Stadien, Anämie und höhere Lymphozytenzahlen hinweist. Der einfache Laborwert könnte in Ländern mit begrenzter molekulargenetischer Diagnostik eine wertvolle Ergänzung zur Risikostratifizierung sein. CLL ist die häufigste Leukämie bei Erwachsenen und verläuft hochgradig heterogen, erklären die Autoren um Selin Küçükyurt Kaya vom Ankara Etlik City Hospital. In ihrer Analyse von 230 Patienten zwischen 2010 und 2024 betrug das Medianalter bei Diagnose 62,5 Jahre, 52,2 Prozent waren männlich. Bei 14,8 Prozent lag Albumin unter 4 g/dL. Diese Gruppe zeigte signifikant häufiger fortgeschrittene Rai- oder Binet-Stadien, Anämie, höhere Lymphozytenzahlen und einen früheren Therapiebedarf (alle p < 0,05). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 20 Monate. Patienten mit niedrigem Albumin… 

Hohe Prävalenz von Schilddrüsenkrebs bei Patienten mit Karotisglomus-Tumoren: Studie warnt vor Zufallsfunden

Bei Patienten mit seltenen Tumoren am Karotisglomus (CBT) tritt papilläres Schilddrüsenkarzinom (PTC) häufiger auf als bisher angenommen. In einer retrospektiven Studie aus zwei tertiären Zentren in Saudi-Arabien wurde bei 25 Prozent der Betroffenen ein PTC diagnostiziert. Die Forscher betonen, dass intensive Bildgebung bei CBT die Entdeckung von Schilddrüsenknoten begünstige, und plädieren für eine systematische Abklärung. Karotisglomus-Tumore sind seltene Neoplasien im Halsbereich, die eine detaillierte präoperative Bildgebung erfordern, wie CT-Angiographie oder MRT. Dadurch werden häufig zufällig Schilddrüsenknoten entdeckt, erklären die Autoren um Mohammed Alshahrani vom King Fahad Medical City in Riad. In ihrer Kohorte von 32 operierten Patienten zwischen 2014 und 2024 hatten 11 (34,4 Prozent) Schilddrüsenknoten auf der Bildgebung. Neun unterzogen sich einer Schilddrüsenoperation, bei acht (25 Prozent der Gesamtkohorte) bestätigte die Pathologie ein PTC. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 57,2 Jahre, 84,4 Prozent waren Frauen. Die CBT wurden nach… 

Antikörper-Transfer von Mutter zu Kind:  Mechanismen und Störfaktoren in der Schwangerschaft

Der Transport mütterlicher Immunglobuline G (IgG) über die Plazenta zum ungeborenen Kind ist entscheidend für den Immunschutz des Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten. Britische Wissenschaftler haben in einer umfassenden Review die biologischen Mechanismen dieses Prozesses, mögliche Beeinträchtigungen durch Schwangerschaftsbedingungen sowie aktuelle experimentelle Modelle analysiert. Der neonatale Fc-Rezeptor (FcRn) gilt als zentraler Transporter für IgG über die Plazentaschranke, wie die Autoren um Qiqi Li und Zhengyuan Huang vom Imperial College London betonen. Der Transfer beginnt bereits in der 8.–10. Schwangerschaftswoche und erreicht im dritten Trimester seine höchste Rate. Bei reifen Neugeborenen liegen die IgG-Spiegel im Nabelschnurblut meist deutlich höher als bei der Mutter. Frühgeborene – insbesondere vor der 32. Woche – erhalten jedoch deutlich weniger Antikörper und sind dadurch anfälliger für Infektionen. Die Review identifiziert mehrere Störfaktoren: Bei Hypergammaglobulinämie (stark erhöhte mütterliche IgG-Spiegel, z. B. durch chronische Infektionen wie HIV, Malaria… 

Antikörper-Therapien verbessern Brustkrebs-Behandlung

Antikörperbasierte Therapien haben die Behandlung von Brustkrebs in allen Subtypen vorangebracht. In einem neuen Review fassen Forscherinnen des Maria Sklodowska-Curie National Research Institute of Oncology in Warschau den aktuellen Stand zusammen. Monoklonale Antikörper, Immuncheckpoint-Inhibitoren und Antibody-Drug-Conjugates verbessern die Ergebnisse bei HER2-positivem, triple-negativem und luminalem Brustkrebs. Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und eine der führenden Todesursachen mit über 2,3 Millionen Neuerkrankungen und fast 685.000 Todesfällen im Jahr 2022. Die Erkrankung ist heterogen und umfasst biologisch unterschiedliche Subtypen. Fortschritte in der Immuntherapie haben die Überlebenschancen gesteigert. Bei HER2-positivem Brustkrebs gelten monoklonale Antikörper wie Trastuzumab und Pertuzumab als Standard. Für triple-negativen Brustkrebs haben Immuncheckpoint-Inhibitoren – anfangs Atezolizumab in Kombination mit Chemotherapie, aktuell Pembrolizumab – Eingang in die Behandlung gefunden, sowohl im frühen als auch im fortgeschrittenen Stadium. Antibody-Drug-Conjugates wie Trastuzumab Emtansine, Trastuzumab Deruxtecan und Sacituzumab Govitecan erweitern die Optionen durch… 

Nanobodies: Vielversprechende Tools für Alzheimer-Therapie und -Diagnostik

Nanobodies, auch Single-Domain-Antikörper genannt, bieten neue Ansätze für die Bewertung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit (AD). Sie verbinden Vorteile herkömmlicher Antikörper mit kleinen Molekülen: geringe Größe, hohe Stabilität und Spezifität. In präklinischen Modellen neutralisieren sie toxische Amyloid-?-Oligomere, hemmen die Tau-Generierung und -Aggregation sowie modulieren Neuroinflammation. Derzeit fehlt direkte klinische Evidenz bei AD-Patienten, doch präklinische Ergebnisse zeigen Wirksamkeit bei der Clearance von A? und Tau, Erhaltung von Synapsen und Normalisierung von Biomarkern. Fortgeschrittene Engineering-Methoden wie intranasale oder intrathekale Verabreichung, rezeptorvermittelte Transport, Bindung an Plasmaproteine oder fokussierter Ultraschall verbessern die Hirnpenetration. Für präzisere Lieferung, längere Halbwertszeit und höhere Wirksamkeit werden Nanobodies mit Nanopartikeln, Dendrimeren, Liposomen oder viralen Vektoren kombiniert. Nanobodies gehen über Monotherapie hinaus: Sie dienen als Basis für bispezifische und trispezifische Plattformen, CRISPR/Cas9-Editing und KI-gestützte Technologien. Im Vergleich zu FDA-zugelassenen Anti-A?-Antikörpern wie Aducanumab, Lecanemab und Donanemab bieten sie Chancen, aber Lücken in… 

Antikörper als Werkzeuge für Krebsmedikamente aus Ginseng und Solanum-Pflanzen

Monoklonale Antikörper können die Charakterisierung, Isolation und Produktionssteigerung von Anti-Krebs-Wirkstoffen und steroidalen Hormonen aus Ginsenosiden und Solasodin-Glykosiden erheblich verbessern. Das zeigt ein Review-Artikel des Japaners Yukihiro Shoyama von der Nagasaki International University. Der Wissenschaftler fasst darin zusammen, wie Antikörper gegen Ginsenoside – Dammarane-Triterpen-Glykoside aus Ginseng – eine Methode namens Eastern Blotting ermöglichen, um die Anzahl gebundener Zucker zu bestimmen und pharmakologische Aktivität einzuschätzen. Mit einer Affinitätsspalte lassen sich Ginsenosid Rb1 aus Ginseng-Extrakt in einem Schritt isolieren und durch Fermentation zu Ginsenosid Rg3 umwandeln, das in China als Anti-Krebs-Mittel gegen Metastasen eingesetzt wird. Ähnlich wirksam sind Antikörper gegen Solasodin-Glykoside aus Solanum-Pflanzen. Eine Affinitätsspalte isoliert diese Verbindungen aus Solanum khasianum-Früchten in einem Schritt. Durch Einführung eines Single-Chain-Variable-Fragment-Gens in das Haarsystem der Pflanze steigt der Gehalt an Solasodin-Glykosiden mehr als doppelt an. Solasodin-Glykoside dienen als Ausgangsstoffe für Steroide in einer Ein-Schritt-Reaktion. Der Ansatz…