Geburtswehen: PIEZO-Kanäle übersetzen Dehnung und Druck in koordinierte Uteruskontraktionen
Wissenschaftler des Scripps Research Institute haben erstmals auf molekularer Ebene geklärt, wie die Gebärmutter während der Geburt physikalische Kräfte wie Dehnung und Druck wahrnimmt und in rhythmische Kontraktionen umsetzt. Die in Science veröffentlichte Studie identifiziert die Ionenkanäle PIEZO1 und PIEZO2 als zentrale Sensoren, die eine koordinierte Wehentätigkeit ermöglichen. PIEZO1 sitzt in der glatten Uterusmuskulatur und reagiert auf den zunehmenden Druck während der Wehen. PIEZO2 befindet sich in den sensorischen Nerven von Zervix und Vagina und wird durch die Dehnung beim Tiefertreten des Kindes aktiviert. Beide Kanäle erzeugen elektrische und chemische Signale, die über eine neuronale Reflexbahn die Uteruskontraktionen verstärken. Sie kompensieren sich teilweise gegenseitig, sodass die Geburt auch bei Ausfall eines Pfades fortgesetzt werden kann. In Mausmodellen wurde PIEZO1 oder PIEZO2 selektiv in Uterus oder umliegenden Nerven deaktiviert. Tiere ohne beide Proteine zeigten deutlich reduzierte Kontraktionskraft und verzögerte Geburten. Die…




