ME/CFS-Fälle in England viel höher als zunächst prognostiziert
Einer Studie zufolge leben in England fast zwei Drittel mehr Menschen mit ME/CFS als bisher angenommen. Die neue Schätzung geht davon aus, dass etwa 404.000 Menschen von ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom) betroffen sind. Das ist ein Anstieg um 62 Prozent gegenüber der bislang angenommenen Zahl von 250.000. Die Forscher stellten außerdem fest, dass bei Menschen chinesischer, asiatischer/asiatisch-britischer und schwarzer/schwarzbritischer Abstammung die Wahrscheinlichkeit einer ME/CFS-Diagnose wesentlich geringer ist als bei weißen Briten. Experten zufolge unterstreichen die Ergebnisse, dass die Diagnose ME/CFS je nach ethnischer Zugehörigkeit und Wohnort einem „Lotterieglück“ gleicht. Daher müsse einer verbesserten Ausbildung des medizinischen Fachpersonals und der Forschung zur Entwicklung präziser Diagnosetests für diese langwierige, schwächende Krankheit Priorität eingeräumt werden, fügen sie hinzu. Das Hauptmerkmal von ME/CFS, die sogenannte post-exertionale Malaise, ist eine verzögerte, dramatische Verschlechterung der Symptome nach geringer körperlicher Anstrengung. Weitere Symptome sind Schmerzen, geistige Verwirrung…
