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Blut- und Liquor-Liquid-Biopsy im Vergleich

Liquid Biopsien gewinnen in der Onkologie zunehmend an Bedeutung. Dabei stehen vor allem zwei Ansätze im Fokus: die Blut-basierte und die Liquor-basierte (CSF) Liquid Biopsy. Beide Verfahren ergänzen sich, haben aber unterschiedliche Stärken. Blut-Liquid BiopsyDie Blutprobe ist minimalinvasiv, beliebig wiederholbar und wird bereits breit eingesetzt. Sie eignet sich besonders gut für solide Tumoren außerhalb des Gehirns (z. B. Lungen-, Brust-, Darm- oder Prostatakarzinom). Moderne Tests wie Guardant360 oder FoundationOne Liquid CDx erkennen Mutationen, Fusionen, Tumor-Mutationslast und Mikrosatelliteninstabilität. Vorteile sind die einfache Handhabung und die Möglichkeit zum kontinuierlichen Therapiemonitoring. Liquor-Liquid BiopsyDie Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) über eine Lumbalpunktion liefert bei Tumoren des zentralen Nervensystems deutlich sensitivere Ergebnisse. Tests wie Summit 2.0 von Belay Diagnostics erreichen bei primären ZNS-Lymphomen oder Gliomen eine wesentlich höhere Nachweisrate als Blutproben, da Tumoren im Gehirn oft nur wenig DNA ins Blut abgeben. Die Liquor-Biopsy ist besonders… 

Belay Diagnostics: 82 % klinischer Nutzen bei ZNS-Lymphom durch Liquor-Liquid-Biopsy

Die Liquor-basierten Tests Summit und Vantage von Belay Diagnostics haben in einer retrospektiven Studie bei ZNS-Lymphom in 82 % der Fälle einen relevanten klinischen Nutzen gezeigt. Das hat eine Auswertung der ersten 50 Proben aus 48 Patienten im ersten Jahr der kommerziellen Verfügbarkeit ergeben. Die Tests halfen bei der Klärung unklarer Differenzialdiagnosen, der Bestätigung von Rezidiven oder Progression, der Krankheitsstratifizierung und der Vorbereitung von klinischen Studien – besonders in Fällen, in denen Standardverfahren wie MRT, Biopsie oder zytologische Untersuchung keine eindeutigen Ergebnisse lieferten. Summit entdeckte in 64 % der Proben klinisch relevante genetische Veränderungen (vor allem MYD88, TP53 und CD79B). Negative Ergebnisse waren ebenfalls aussagekräftig und halfen, ein ZNS-Lymphom auszuschließen oder ein Therapieansprechen zu bestätigen. In einem Fall lieferte Summit als einziges Verfahren handlungsrelevante Informationen, nachdem Bildgebung, Biopsie und Bluttests unklar geblieben waren. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Lymphatics… 

Neue App bietet Krebspatienten kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlafstörungen

Bis zu 60 Prozent der Krebsüberlebenden leiden unter Schlafstörungen. Eine neue Smartphone-App soll ihnen nun evidenzbasierte Hilfe bieten. Forscher der Memorial University in Neufundland starten eine landesweite klinische Studie zur App iCANSleep, die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (CBT-I) direkt auf das Handy bringt. Die App liefert personalisierte Therapiemodule, Schlaftagebücher und maßgeschneiderte Empfehlungen. Sie ist in Englisch und Französisch verfügbar und richtet sich an Krebsüberlebende, die unter Schlafproblemen leiden. Die Studie soll die Wirksamkeit der App bei der Verbesserung der Schlafqualität, Reduktion von Tagesmüdigkeit und Steigerung der Lebensqualität prüfen. „Insomnie ist eine der häufigsten und belastendsten Nebenwirkungen bei Krebspatienten. Mit iCANSleep bringen wir die Goldstandard-Therapie CBT-I direkt zu den Betroffenen – ohne lange Wartezeiten, unabhängig von Wohnort oder Kosten“, sagte Studienleiterin Dr. Sheila Garland, Professorin für Psychologie und Onkologie an der Memorial University und Präsidentin der Canadian Association of Psychosocial Oncology.… 

Florian Hahn wird neuer Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Florian Hahn (MdB), ist neuer Vorsitzender des Vorstandes der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung (DPWS). Das Kuratorium der Stiftung hat ihn am 23. März in Berlin bestellt. Hahn folgt auf Cornelia Pieper (Staatsministerin a. D.), die das Amt von 2022 bis 2025 innehatte. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Silke Launert, erklärte: „Ich bin überzeugt, dass die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung mit Florian Hahn als neuem Vorstandsvorsitzenden in den kommenden Jahren eine positive Entwicklung nehmen und einen bedeutenden Beitrag zum deutsch-polnischen Verhältnis leisten wird.“ Launert betonte, die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung sei nicht nur für die Wissenschaftspolitik zentral, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Mit Hahn als erfahrenem Außenpolitiker werde der Stabilitätsanker der deutsch-polnischen Beziehungen in der Europäischen Union im Bereich der Wissenschaft weiter gestärkt.… 

CMS startet ASPIRE-Modell für Kinder und Jugendliche mit komplexen medizinischen Bedürfnissen

Das Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) führt ein neues Modell ein, um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre mit komplexen medizinischen und verhaltensbezogenen Bedürfnissen deutlich zu verbessern. Das „Accelerating State Pediatric Innovation Readiness and Effectiveness“ (ASPIRE) Model soll eine ganzheitliche, personenzentrierte Betreuung in Medicaid und CHIP ermöglichen – einschließlich begleitender Dienste für physische und psychische Gesundheit. Ziel des Modells ist es, betroffene Kinder frühzeitig zu unterstützen, damit sie in weniger restriktiven und kostengünstigeren Settings gesünder aufwachsen können. Gleichzeitig sollen Familien durch gezielte Ressourcen und koordinierte Versorgung langfristig entlastet werden. „Die frühzeitige Identifikation und ganzheitliche Betreuung dieser Kinder verbessert nicht nur ihre Lebensqualität, sondern sorgt auch dafür, dass sie die richtige Hilfe zur richtigen Zeit erhalten“, teilte CMS mit. ASPIRE baut auf den Erfahrungen des Integrated Care for Kids (InCK) Model auf und berücksichtigt die besonderen… 

KI-Biomarker revolutionieren die Präzisionsonkologie

Von der Histologie direkt zur Therapieentscheidung Künstliche Intelligenz ermöglicht es inzwischen, aus konventionellen Gewebebildern (H&E, IHC oder multiplexe Immunfluoreszenz) hochpräzise prädiktive und prognostische Biomarker abzuleiten – ohne zusätzliche molekulare Tests. Diese sogenannten KI-Biomarker (auch computational oder digital biomarkers) haben 2026 den Sprung von der Forschung in die klinische Routine und in große globale Studien geschafft. Künstliche Intelligenz ermöglicht es inzwischen, aus konventionellen Gewebebildern (H&E, IHC oder multiplexe Immunfluoreszenz) hochpräzise prädiktive und prognostische Biomarker abzuleiten – ohne zusätzliche molekulare Tests. Diese sogenannten KI-Biomarker (auch computational oder digital biomarkers) haben 2026 den Sprung von der Forschung in die klinische Routine und in große globale Studien geschafft. Was sind KI-Biomarker? KI-Biomarker sind trainierte Deep-Learning-Modelle (meist auf Foundation-Modellen oder Graph Neural Networks basierend), die aus digitalen histologischen Bildern biologisch oder therapeutisch relevante Merkmale vorhersagen. Sie nutzen Muster, die für das menschliche Auge oft unsichtbar… 

analytica 2026: Labor der Zukunft in der Labormedizin

Die Labormedizin steht 2026 an der Schwelle zu einem grundlegenden Wandel. Das „Labor der Zukunft“ ist kein ferner Traum mehr, sondern eine reale Entwicklung, die durch Digitalisierung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit geprägt wird. Auf der analytica 2026 in München, der Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie, wird dieses Zukunftslabor greifbar: Mit Sonderschauen wie „Digital Transformation“, Live-Labs und Foren zu Lab 4.0 zeigen Aussteller und Experten, wie intelligente Systeme, Robotik und vernetzte Datenströme die Diagnostik effizienter, präziser und patientenzentrierter machen. Die treibenden Kräfte sind steigende Testvolumina, Personalmangel, regulatorische Anforderungen und der Wunsch nach personalisierter Medizin. Gleichzeitig wächst der Druck auf Nachhaltigkeit und Datensicherheit. Automatisierung und Robotik: Vom manuellen Workflow zum smarten System Die Automatisierung ist der Grundpfeiler des Labors der Zukunft. Bereits 2026 setzen klinische Labore verstärkt auf vollautomatisierte Pipelines, die Probenhandling, Analyse und Ergebnisübermittlung nahtlos verbinden. Cobots –… 

Der SPARK-Schaltkreis – der neue Schlüssel zum Verständnis der Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit galt jahrzehntelang vor allem als Erkrankung der Basalganglien und des Dopaminmangels. Seit 2026 gibt es ein deutlich erweitertes Bild: Im Mittelpunkt steht ein neu definierter Gehirn-Schaltkreis – der SPARK-Schaltkreis. Was ist der SPARK-Schaltkreis? SPARK ist die Abkürzung für SCAN-Parkinson’s circuit. Er basiert auf dem bereits früher beschriebenen SCAN-Netzwerk (Somato-Cognitive Action Network). Dieses Netzwerk verbindet im gesunden Gehirn Bewegungskontrolle (somatomotorisch) eng mit kognitiven und emotionalen Prozessen. Beim Parkinson-Patienten ist genau dieses Netzwerk pathologisch verändert: Es kommt zu einer starken Überkonnektivität (Hyperkonnektivität) zwischen dem motorischen Kortex und tiefen Hirnstrukturen wie Basalganglien, Thalamus und Substantia nigra. Diese abnorm starken Verbindungen gelten inzwischen als zentraler pathologischer Mechanismus der Erkrankung – nicht nur für die klassischen motorischen Symptome (Tremor, Rigor, Akinesie), sondern auch für viele nicht-motorische Beschwerden wie kognitive Störungen, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme und affektive Veränderungen. Warum ist der SPARK-Schaltkreis so bedeutsam? Praktische Konsequenzen… 

DBS wirkt bei Parkinson über gezielte Umgestaltung des SPARK-Schaltkreises

Tiefe Hirnstimulation (DBS) lindert Parkinson-Symptome, indem sie den sogenannten SPARK-Schaltkreis gezielt umgestaltet. Das hat ein chinesisches Forschungsteam um Prof. Hesheng Liu in Nature Neuroscience nachgewiesen. Die Studie baut auf einer im Februar 2026 in Nature veröffentlichten Arbeit auf, die den SPARK-Schaltkreis (SCAN-Parkinson’s) als zentralen cortico-subcorticalen Netzwerk bei Parkinson identifiziert hatte. Mit dem weltweit größten longitudinalen DBS-fMRT-Datensatz (über 200 Stunden Bilddaten von 14 Patienten) zeigten die Forscher, dass DBS die abnorme Konnektivität in diesem Schaltkreis langfristig normalisiert. Damit ist der SPARK-Schaltkreis nicht nur Ursprung der Erkrankung, sondern auch das entscheidende Ziel der Neuromodulation. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht-invasive Stimulationsverfahren denselben biologischen Mechanismus nutzen können wie die chirurgische DBS. Galaxy Brain Scientific hat mit seiner Personalized Brain Functional Sectors (pBFS)-Technologie bereits ein individualisiertes nicht-invasives Stimulationssystem entwickelt. Klinische Tests ergaben mehr als doppelt so gute Wirkungen wie bei herkömmlichen Zielpunkten. Das Unternehmen… 

INTERVIEW: Mikroplastik-Nachweis zwischen Anspruch und Realität

Mikroplastik findet sich mittlerweile überall, aber der Nachweis der winzigen Kunststoffteilchen ist immer noch eine Herausforderung. Auf der analytica, die vom 24. bis 27. März 2026 ihre Tore in München öffnet, suchen Wissenschaftler, Gerätehersteller und Anwender gemeinsam nach Lösungen. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Stephan Wagner, Professor für Umweltanalytik an der Hochschule Fresenius in Idstein und Leiter einer analytica conference Session zur Kunststoffanalytik. Herr Professor Wagner, wie ausgereift ist die Analytik von Mikroplastik? Mit den entsprechenden Referenzmaterialien funktioniert das in Trinkwasser ganz gut, wobei geringe Konzentrationen durchaus eine Herausforderung sind. Im Abwasser ist es schon schwieriger, weil dort alle mögliche Partikel enthalten sind, nicht nur Plastik. Für Boden- und Luftproben ist es noch komplizierter. Im Boden sind die Konzentrationen meist geringer, in der Luft wiederum sind die Partikel extrem klein. Luftmessungen sind aber wichtig, gerade wenn man an Reifenabrieb denkt.…