Ein neues optisches System soll die hochauflösende dreidimensionale Bildgebung von Geweben deutlich günstiger und zugänglicher machen. Das Verfahren namens HySIL (Hybrid Solid–Liquid Optics) kombiniert eine einfache gekrümmte Festlinse mit einer passenden Immersionsflüssigkeit zu einem durchgehenden optischen System.
Forschende der Columbia University haben die Technologie entwickelt. Sie ermöglicht es, mit vergleichsweise preiswerten Luftlinsen hochauflösende 3D-Bilder von Geweben im Zentimeterbereich zu erzeugen – ohne aufwendige Hardware-Anpassungen und unabhängig vom verwendeten Probenpräparationsverfahren.
In Demonstrationen wurde das System zur Kartierung neuronaler Schaltkreise in ganzen Mäuse-, Salamander- und Höhlenfischgehirnen sowie zur Untersuchung von Organoiden und menschlichen Krebsbiopsien eingesetzt. Es kann als modulares Zusatzgerät an bestehende Lichtblattmikroskope angeschlossen oder in kompakte Systeme integriert werden.
Die Entwickler sehen breite Anwendungsmöglichkeiten in den Neurowissenschaften, der Pathologie, der Entwicklungsbiologie und der Krebsforschung. Die Technologie soll insbesondere in Lehrlaboren, Kliniken und ressourcenarmen Einrichtungen den Zugang zu hochauflösender 3D-Bildgebung erleichtern und die Erstellung großer Bilddatensätze für KI-gestützte Analysen unterstützen.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Methods“ veröffentlicht.

