Sleep problems are increasingly common in children and adolescents, affecting emotional regulation, cognitive development, and health. As families seek quick and accessible solutions, melatonin supplements have gained significant popularity due to their availability, child-friendly formulations, and perception as a safe, natural alternative to prescription medications. However, melatonin is a hormone that influences not only the sleep-wake cycle but also the immune, metabolic, and reproductive systems. Current research on melatonin use in children is inconsistent, with most studies focusing on short-term outcomes or specific clinical populations. Therefore, there is an urgent need to systematically evaluate the safety, efficacy, and appropriate use of melatonin in children.
A narrative review published (DOI: 10.1007/s12519-025-00896-5) in the World Journal of Pediatrics on April 30, 2025, by researchers at Boston Children’s Hospital examines the worldwide increase in melatonin use in children. This review summarizes clinical findings on efficacy, safety profile, and actual usage patterns in children and adolescents. It highlights the significant gaps between widespread consumption and limited long-term data, raising concerns about improper use, product variability, and the lack of adequate regulatory oversight for pediatric sleep aids.
The review indicates that melatonin use in children has increased dramatically over the past decade, particularly in countries where it is sold as an over-the-counter product. There is strong evidence for its short-term efficacy in children with neurodevelopmental disorders such as autism and attention-deficit/hyperactivity disorder, where melatonin can reduce sleep onset latency, increase total sleep time, and improve the quality of life for caregivers.
In contrast, evidence for typically developing children is sparse and heterogeneous. Most randomized trials in this population are short-term and include older children or adolescents, limiting inferences for younger children, in whom melatonin use is increasingly prevalent. Long-term safety data are particularly lacking, and questions remain regarding potential effects on puberty, immune function, metabolism, and neurodevelopment.
Die Überprüfung unterstreicht erhebliche Sicherheitsbedenken außerhalb kontrollierter klinischer Umgebungen. Analysen kommerzieller Melatoninprodukte zeigen eine große Diskrepanz zwischen dem angegebenen und dem tatsächlichen Melatoningehalt, wobei einige Produkte ein Vielfaches der angegebenen Dosis oder unbeabsichtigte Verbindungen wie Serotonin enthalten. Darüber hinaus deuten Daten der pädiatrischen Giftnotrufzentrale auf einen starken Anstieg der versehentlichen Einnahme von Melatonin hin, insbesondere bei Kleinkindern, was häufig mit Gummibonbon-Formulierungen und unsachgemäßer Lagerung zusammenhängt. Diese Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass die Risiken in der Praxis erheblich unterschätzt werden könnten.
Laut dieser Studie sollte Melatonin nicht als harmlose Abkürzung für Schlafprobleme im Kindesalter angesehen werden. Obwohl es in sorgfältig ausgewählten Fällen, insbesondere unter ärztlicher Aufsicht, eine Rolle spielt, sollte es niemals eine gründliche Schlafuntersuchung oder Verhaltensinterventionen ersetzen. Die Übersicht betont, dass Ärzte und Betreuer Melatonin als biologisch aktives Hormon und nicht als harmloses Nahrungsergänzungsmittel betrachten sollten. Ohne klarere Beweise und strengere Vorschriften kann die routinemäßige oder unbeaufsichtigte Einnahme Kinder unnötigen Risiken aussetzen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit von bewährten, nicht-pharmakologischen Ansätzen für einen gesunden Schlaf ablenken.
Diese Erkenntnisse haben wichtige Auswirkungen auf die pädiatrische Versorgung, die Gesundheitspolitik und die Aufklärung von Betreuungspersonen. Verhaltensbezogene Schlafinterventionen – wie konsistente Routinen, reduzierte Bildschirmzeit und altersgerechte Erwartungen – sollten die erste Wahl bei der Behandlung von Schlafstörungen im Kindesalter bleiben. Wenn Melatonin in Betracht gezogen wird, sollte es in der niedrigsten wirksamen Dosis, für die kürzestmögliche Dauer und nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Die Übersicht unterstreicht auch die dringende Notwendigkeit einer besseren Regulierung von Melatoninprodukten für Kinder, klarerer Kennzeichnungsstandards und langfristiger klinischer Studien. Zusammen könnten diese Maßnahmen dazu beitragen, dass Kinder eine sichere, wirksame und evidenzbasierte Unterstützung für einen gesunden Schlaf erhalten.
