Krebszellen tarnen sich vor Immunsystem: MYC schaltet Alarmsignale aus
Ein internationales Forschungsteam hat einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, mit dem Krebszellen das Immunsystem täuschen. Der Onkoprotein MYC übernimmt unter Stress eine zweite Funktion: Statt Wachstumsgene zu aktivieren, bindet es an frisch gebildete RNA-Moleküle und organisiert deren Abbau. Dadurch werden Alarmsignale (RNA-DNA-Hybride) eliminiert, bevor sie das Immunsystem alarmieren können. Tumore bleiben unsichtbar. Die Studie erschien in Cell. MYC gilt als zentraler Treiber unkontrollierten Zellwachstums in vielen Tumoren. Die Forscher entdeckten, dass MYC unter chaotischen Bedingungen in schnell wachsenden Tumoren seine Rolle wechselt: Es bindet an neu entstehende RNA statt an DNA. Mehrere MYC-Proteine bilden dichte Cluster (Multimere), die wie molekulare Kondensate wirken. Diese ziehen das Exosom-Komplex an und konzentrieren es lokal. Das Exosom baut gezielt RNA-DNA-Hybride ab – fehlerhafte Produkte der Genaktivität, die normalerweise als Alarmsignal für das Immunsystem dienen. MYC unterdrückt diese Signale, bevor sie die Immunabwehr aktivieren können. Die…

