Bei der Implantation einer Knieprothese sollte die Kniescheibe in der Regel mit ersetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang längste randomisierte Studie in der Knieorthopädie, die über 1.700 Patientinnen und Patienten über einen Zeitraum von 20 Jahren begleitet hat.
Die sogenannte KAT-Studie der University of Oxford zeigt, dass das zusätzliche Ersetzen der Kniescheibe (Patella-Resurfacing) langfristig gute Ergebnisse liefert. Zwar waren die Unterschiede in der klinischen Funktion und bei Komplikationen insgesamt gering, doch in fast allen untersuchten Parametern zeigten sich leichte, aber konsistente Vorteile zugunsten der Resurfacing-Gruppe.
Besonders relevant für das Gesundheitssystem: Die zusätzliche Maßnahme führte zu mehr gesundheitlichem Nutzen für die Patienten, ohne Mehrkosten zu verursachen. Damit stellt sie aus Sicht der britischen Gesundheitsökonomie die kosteneffektivere Option dar.
Professor David Murray von der University of Oxford, einer der Studienleiter, betonte, dass die kleinen Unterschiede in der Summe über 20 Jahre zu einem klaren Vorteil für die Patienten führten. Auch Helen Dakin von der Oxford Population Health hob hervor, dass das Ersetzen der Kniescheibe mehr gesundheitlichen Nutzen bei gleichen Kosten bringe.
Die Forschenden empfehlen daher, das Patella-Resurfacing als Standardverfahren in der Knieendoprothetik zu etablieren, um die derzeit noch bestehende Variabilität in der chirurgischen Praxis zu verringern.
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht.
