Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist als zentrale Förderorganisation für die Grundlagenforschung rechtlich weitgehend unabhängig. Ihre Mittel stammen zu etwa zwei Dritteln vom Bund und zu einem Drittel von den Ländern. Eine direkte politische Kürzung einzelner Projekte durch eine Bundesregierung ist verfassungsrechtlich stark eingeschränkt. Dennoch sind über verschiedene Hebel indirekte und strukturelle Kürzungen oder Umschichtungen denkbar. Die folgenden Szenarien beruhen auf den programmatischen Aussagen der AfD, auf Landesinitiativen der Partei und auf Analysen von Hochschulforschern.
1. Senkung der Gesamtzuweisungen von Bund und Ländern
Eine AfD-geführte Bundesregierung könnte den Etat des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) oder die gemeinsame Finanzierung der DFG im Rahmen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) kürzen. Die AfD fordert in ihren Programmen eine höhere Grundfinanzierung der Hochschulen, um die Abhängigkeit von Drittmitteln zu verringern. Eine solche Umschichtung würde zwangsläufig zu einer Reduzierung der für die DFG verfügbaren Mittel führen, wenn der Gesamtetat für Wissenschaft nicht entsprechend steigt.
In Ländern mit AfD-Regierungsbeteiligung oder starker AfD-Präsenz (etwa Sachsen-Anhalt oder Thüringen) könnten die Landesanteile an der DFG-Finanzierung zurückgefahren werden. Da die DFG-Mittel anteilig von den Ländern getragen werden, würde eine systematische Kürzung in mehreren Ländern die Gesamtmittel spürbar verringern.
2. Umschichtung innerhalb der Förderprioritäten
Die AfD kritisiert bestimmte Forschungsfelder als „ideologisch“ (Gender Studies, postkoloniale Ansätze, Teile der Klimaforschung und Sozialwissenschaften). Eine Bundesregierung mit AfD-Beteiligung könnte über die GWK oder über die Formulierung von Förderzielen des BMFTR Druck ausüben, damit die DFG Mittel verstärkt in als „national relevant“ eingestufte Bereiche (Energie, Verteidigung, klassische Technologien) lenkt.
Konkret denkbar wäre die Reduzierung oder Streichung von Schwerpunktprogrammen und Sonderforschungsbereichen in kritisierten Disziplinen. Die DFG würde zwar formal weiterhin nach wissenschaftlichen Kriterien entscheiden, doch durch die Vorgabe politischer Rahmenbedingungen und durch die Gestaltung von Ausschreibungen könnten bestimmte Themenfelder systematisch benachteiligt werden.
3. Institutionelle Einflussnahme auf die DFG-Gremien
Die AfD hat wiederholt gefordert, die „Entpolitisierung“ der Forschungslandschaft voranzutreiben und politische Vorgaben bei der Max-Planck-Gesellschaft und Fraunhofer-Gesellschaft zu reduzieren. Gleichzeitig könnte sie versuchen, über Berufungen in die Gremien der DFG oder über die Besetzung von Gutachterpositionen Einfluss zu nehmen.
另一种可能性是,在DFG之外创建平行的资助结构,优先资助特定的研究内容。这将导致目前通过DFG流动的资金被转移到其他渠道。DFG本身将继续存在,但相对而言其重要性将下降。
4. 与高等教育资助和第三方资金依赖性的联系
在几个州级计划中,AfD计划限制学生和中层教职人员的参与度,并加强教授的作用。同时,高等教育机构的基本资金将增加。这种重组可能导致高等教育机构吸引DFG项目的动力减弱,因为资金的使用将更多地受到内部政治的控制。
此外,在AfD领导的州,可能会对DFG资金的使用施加限制(例如,对项目的内容方向或人员构成提出要求)。此类限制将降低DFG资助项目在这些地区的吸引力,并从长远来看导致研究能力的转移。
5. 对国际合作和欧盟资金的影响
AfD在其计划中拒绝或限制部分欧洲研究资助(Horizon Europe)。由于DFG与欧洲项目紧密结合,并且许多项目是共同资助的,因此对欧盟采取限制性立场可能导致德国项目可用资金的间接削减。
高度依赖国际合作的研究人员,在政治氛围恶化的情况下,可能难以成功获得DFG资助,因为国外的合作机构会回避合作。这尤其会影响人文学科、社会科学以及气候研究。
6. 长期结构性变化
专家分析(CHE, HoF)指出,系统性地对DFG的资助逻辑进行政治干预,从长远来看将导致研究范围的狭窄化。如果某些学科长期处于不利地位,这些领域的合格申请数量就会下降。届时,DFG在该领域分配的资金将正式减少——并非因为质量下降,而是因为系统被相应地引导了。
此外,由AfD领导的政策可能会试图将DFG更紧密地与政治目标挂钩,例如通过将资助与特定的社会或经济优先事项联系起来。这将改变DFG作为主要由科学驱动的组织的性质。
风险总结
DFG拥有制度性保护机制(科学自我管理、评审体系),这使得直接的政治干预变得困难。然而,通过整体资助、优先事项设定、委员会组成以及与高等教育政策的联系,可以设想多种途径,AfD领导的联邦或州政府可以通过这些途径显著影响可用资金或其分配。具体影响在很大程度上取决于具体的联盟结构和其他参与者的阻力。
