Tuberkulose-Diagnostik bei Immungeschwächten: QuantiFERON-Test mit begrenzter Aussagekraft
Eine groß angelegte Studie unter Leitung von Professorin Martina Sester von der Universität des Saarlandes und Professor Christoph Lange vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, zeigt, dass der weit verbreitete „QuantiFERON-TB-Gold-Plus“-Test (QFT+) bei immungeschwächten Personen nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Die Untersuchung, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet Regional Health – Europe, wurde in elf europäischen Ländern durchgeführt und ist die bisher größte multizentrische Studie dieser Art. Tuberkulose, einst als „Schwindsucht“ bekannt, ist in Europa selten, bleibt jedoch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem – etwa nach Organtransplantationen oder bei HIV-Infektionen – gefährlich. Weltweit tragen etwa 25 Prozent der Menschen den Erreger Mycobacterium tuberculosis in sich, der meist inaktiv bleibt. Bei Immungeschwächten kann sich der Erreger jedoch leichter vermehren, was eine zuverlässige Diagnostik essenziell macht. Der QFT+-Test, der die Immunantwort auf den Tuberkulose-Erreger misst, gilt als Standardmethode, um eine Infektion oder aktive Erkrankung nachzuweisen.…
