Synthetisches Oxytocin verhindert angstbezogenes Verhalten durch sozialen Stress
Forschende der Universidade Estadual Paulista (UNESP) in Brasilien haben in einem Rattenmodell gezeigt, dass Carbetocin – ein synthetisches Analogon des Hormons Oxytocin – prophylaktisch gegen angstbezogenes Verhalten wirkt, das durch chronischen sozialen Stress ausgelöst wird. Die Ergebnisse erschienen am 12. November 2025 in der Fachzeitschrift Progress in Neurobiology (DOI: 10.1016/j.pneurobio.2025.102853). Oxytocin, oft als „Bindungshormon“ oder „Hormon des Wohlbefindens“ bezeichnet, steht in einem Gegensatz zum Stresshormon Cortisol: Während Cortisol den Körper auf Kampf-oder-Flucht-Reaktionen vorbereitet, fördert Oxytocin Ruhe, soziale Bindung und emotionale Regulation. Die Studie unterstreicht, dass das oxytocinerge System eine zentrale Rolle bei der Modulation von Angst spielt, die durch anhaltenden sozialen Stress entsteht – ein Effekt, der bei Ratten bisher wenig untersucht war. Die Forscher um Prof. Carlos Crestani (Faculty of Pharmaceutical Sciences, Araraquara) und Dr. Lucas Canto de Souza (ehemals UNESP, jetzt University of Texas at Dallas) nutzten das…
