Amerikas tödliche Industrieanlagen
In Longview im Bundesstaat Washington ereignete sich am Dienstagmorgen ein schwerer Unfall in einem Papier- und Verpackungswerk der Nippon Dynawave Packaging Co. Ein Tank mit rund 900.000 Gallonen (ca. 3,4 Millionen Litern) der hochkorrosiven Chemikalie „white liquor“ – einem Gemisch aus Natriumhydroxid und Natriumsulfid für den Zellstoffprozess – implodierte. Mindestens eine Person kam ums Leben, neun weitere wurden vermisst gemeldet, neun Personen verletzt, darunter mit chemischen Verbrennungen und Inhalationen. Einsatzkräfte mussten Rettungsarbeiten zeitweise unterbrechen wegen eines verbliebenen instabilen Tankrests. Die Anlage am Columbia River produziert Zellstoff und Verpackungsmaterialien und beschäftigt etwa 1.000 Menschen. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall, sondern Symptom eines tieferen Problems: Viele US-amerikanische Industrieanlagen sind veraltet, unzureichend gewartet und bergen erhebliche Sicherheitsrisiken. Jahrzehnte der Unterinvestition haben zu einem maroden Zustand geführt, der Arbeiter, Umwelt und lokale Gemeinden gefährdet. Die US Chemical Safety and Hazard Investigation Board (CSB) dokumentiert…










