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ASBrS aktualisiert Leitfaden: Kryoablation als Option bei niedrig-risikoreichem Brustkrebs empfohlen

Die American Society of Breast Surgeons (ASBrS) hat ihren „Resource Guide on the Use of Transcutaneous and Percutaneous Ablation for the Treatment of Benign and Malignant Tumors of the Breast“ für 2026 aktualisiert und empfiehlt Kryoablation nun als Behandlungsoption für ausgewählte Patientinnen mit biologisch niedrig-risikoreichem, frühem Brustkrebs. Die Leitlinienänderung beruht maßgeblich auf den Daten der ICE3-Studie von IceCure Medical sowie der positiven Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils des ProSense®-Kryoablationssystems durch ein FDA-Advisory-Panel. ProSense® von IceCure Medical erhielt im Oktober 2025 als erstes und einziges Medizinprodukt die FDA-Marktzulassung für die lokale Behandlung von niedrig-risikoreichem Brustkrebs bei Patientinnen ab 70 Jahren mit Tumoren ? 1,5 cm unter adjuvanter endokriner Therapie. Das minimal-invasive Verfahren zerstört Tumore durch Einfrieren und stellt eine Alternative zur chirurgischen Entfernung dar. Die aktualisierte ASBrS-Empfehlung erkennt Kryoablation weiterhin als validierte, kosmetisch vorteilhafte Therapie für benigne Fibroadenome an und stuft sie nun… 

MolYsis-Technologie von Molzym: Selektive Anreicherung mikrobieller DNA aus Direktmaterial

Molzym GmbH & Co. KG präsentiert mit der MolYsis-Produktfamilie eine etablierte Lösung zur selektiven Entfernung humaner (bzw. tierischer) DNA und gezielten Anreicherung mikrobieller DNA aus klinischen Direktproben. Die Technologie ermöglicht eine signifikante Steigerung der Sensitivität und Spezifität molekularer Nachweisverfahren, insbesondere in der Infektionsdiagnostik mittels PCR. In Proben wie Blut, Synovialflüssigkeit, Liquor (CSF), Aszites, BAL, Pleuraflüssigkeit, Blutkulturen oder Gewebe stört häufig ein hoher Anteil humaner DNA die Detektion pathogener Mikroorganismen. MolYsis löst dies durch einen mehrstufigen Prozess: Alle Reagenzien, Säulen und Verbrauchsmaterialien sind garantiert DNA-frei. Gleichzeitig werden PCR-Inhibitoren entfernt, was die Assay-Performance weiter verbessert. Das Portfolio umfasst verschiedene Varianten: Für vollautomatisierte Anwendungen steht der MolYsis-SelectNA plus zur Verfügung. Die Technologie findet breite Anwendung in der molekularen Infektionsdiagnostik, wo hohe Sensitivität bei geringer Keimlast entscheidend ist. Ergänzt wird das Angebot durch DNA-freie Taq-Polymerasen und Mastermixe von Molzym für den hochsensitiven Nachweis von… 

mio42-Update: Fortschritte bei Laborbefunden, Patientenkurzakte und europäischer Harmonisierung

Die mio42 GmbH hat in einem aktuellen Newsletter ein Update zu laufenden Projekten im Bereich medizinischer Interoperabilität gegeben. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung des MIO Laborbefund, die Überarbeitung der Patientenkurzakte (PKA) sowie die Ausrichtung auf europäische Standards im Kontext des European Health Data Space (EHDS). Beim MIO Laborbefund wird der Übergang von dokumentenbasierten zu servicebasierten Strukturen in der elektronischen Patientenakte (ePA) vorbereitet. Gemeinsam mit gematik und Partnern aus der Interoperabilitäts-Community entsteht ein Ansatz, der strukturierte Labordaten ermöglicht – inklusive systemübergreifender Verläufe, Kumulativansichten und gezielter Wertnutzung. Kern ist die einheitliche Codierung mit LOINC im Einklang mit EHDS-Vorgaben. Zur Unterstützung der Labore entwickelt mio42 eine praxisnahe LOINC-Mapping-Starthilfe mit etwa 2.000 Alltagsuntersuchungen sowie eine fokussierte Kernliste mit rund 100 relevanten Parametern (u. a. kleines Blutbild, Basisdiagnostik). Parallel engagiert sich das Unternehmen in europäischen HL7-Working Groups und bei MyHealth@EU, um Doppelarbeit zu vermeiden und… 

Sino Biological setzt neuen Standard: ProPure™-Proteine mit Endotoxin-Gehalt unter 0,05 EU/mg

Sino Biological, Inc. hat mit seiner ProPure™-Linie rekombinanter Proteine einen Endotoxin-Gehalt von unter 0,05 EU/mg (teilweise bis 0,01 EU/mg) erreicht – ein Wert, der deutlich unter dem branchenüblichen Grenzwert von 0,5 EU/mg (USP ) liegt und als nicht quantifizierbar (below quantification limit, BQL) gilt. Die ultra-niedrigen Endotoxin-Level sollen die Zuverlässigkeit und Sicherheit in biomedizinischer Forschung und translationalen Anwendungen erheblich verbessern. Endotoxine (Lipopolysaccharide, LPS) aus der Zellwand gramnegativer Bakterien zählen zu den gefährlichsten Kontaminanten in der Proteinproduktion. Sie lösen bei Freisetzung starke Immunreaktionen aus, darunter Fieber (Pyrogenität), Leukozyten-Adhäsion mit anschließender Leukozytose sowie disseminierte intravasale Koagulation (DIC), die bis hin zu septischem Schock führen kann. In der Forschung können bereits geringste Mengen (1–5 ng/kg) systemische und neuroinflammatorische Reaktionen in Tiermodellen auslösen, zelluläre Experimente verfälschen und die Datenqualität in Immunologie, Zell- und Gentherapie sowie Impfstoffentwicklung beeinträchtigen. Sino Biological produziert die ProPure™-Proteine in seinem… 

TMF-School 2026: Datenkompetenz für FAIRe Gesundheitsforschung vom 10. bis 12. Juni in Wittenberge

Die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF) veranstaltet vom 10. bis 12. Juni 2026 die TMF-School unter dem Titel „Von der Studienidee bis zur Publikation: Datenkompetenz für FAIRe Gesundheitsforschung“. Das praxisnahe, interdisziplinäre Programm findet im Elbe Resort Alte Ölmühle in Wittenberge statt und richtet sich an Forschende, die biomedizinische Studien – klinisch oder epidemiologisch – professionell planen und umsetzen möchten. Die Veranstaltung vermittelt einen kompakten Überblick über alle Phasen einer Studie von der Konzeption bis zur Datenauswertung und Publikation. Im Fokus stehen Methodenwissen, Datenkompetenz und konkrete Werkzeuge für den Forschungsalltag sowie Lösungsansätze für typische Herausforderungen. Ziel ist es, Methodenkompetenz zu stärken und interdisziplinäres Arbeiten zu fördern – Bereiche, die in vielen Studiengängen bislang unterrepräsentiert bleiben. Das Programm umfasst unter anderem folgende Themenblöcke und Referentinnen bzw. Referenten: Abendprogramm: Am 10. Juni findet ein Networking-Abend statt, am 11. Juni… 

BMFTR fördert Verbundprojekt „UncovRT“ zur Vorhersage und Vermeidung strahlenbedingter Hirnschäden

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs das Verbundprojekt „UncovRT“ mit über zwei Millionen Euro. Unter Leitung von Prof. Mechthild Krause, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und Professorin für Translationale Radioonkologie an der TU Dresden, untersucht ein interdisziplinäres Konsortium die molekularen Mechanismen strahlenbedingter Hirnschäden nach Therapie von Hirntumoren. Hirntumoren zählen zu den häufigsten Indikationen für eine Strahlentherapie bei Kindern und Erwachsenen. Obwohl die Behandlung oft erfolgreich ist, können gesunde Hirnregionen langfristig geschädigt werden. Bei etwa einem Fünftel der Patientinnen und Patienten zeigen sich im MRT sichtbare Veränderungen im gesunden Gewebe; in bis zu 20 Prozent der Fälle treten Symptome auf, die die Lebensqualität von Krebsüberlebenden („Cancer Survivors“) nachhaltig beeinträchtigen. Das Projekt „UncovRT“ (Uncover molecular mechanisms of side effects after cranial Radiation… 

FDA genehmigt erstes Generikum von Robenacoxib-Injektion für Hunde und Katzen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am 9. März 2026 Robenacoxib Injection (robenacoxib) als erstes Generikum zugelassen. Das injizierbare Präparat dient der Kontrolle postoperativer Schmerzen und Entzündungen bei Hunden und Katzen. Bei Hunden ab einem Alter von vier Monaten ist es für Schmerzen und Entzündungen nach Weichteiloperationen indiziert. Bei Katzen ab vier Monaten gilt die Zulassung für postoperative Schmerzen und Entzündungen nach orthopädischen Eingriffen, Ovariohysterektomie und Kastration. Robenacoxib Injection enthält denselben Wirkstoff wie das Referenzpräparat Onsior Injection, das 2016 für Hunde und 2015 für Katzen zugelassen wurde. Die FDA bestätigte die Bioäquivalenz zum Originalprodukt. Das nicht-steroidale Antirheumatikum (NSAID) ist ausschließlich verschreibungspflichtig durch einen approbierten Tierarzt und wird einmal täglich über maximal drei Tage appliziert. Die Zulassung des Generikums verspricht eine kostengünstigere Alternative für die tierärztliche Schmerztherapie in der perioperativen Phase. Die FDA betont, dass Robenacoxib Injection nur unter tierärztlicher Aufsicht verwendet werden… 

Glaucoma Research Foundation vergibt Rekordsumme von 3,06 Millionen US-Dollar für Glaukom-Forschung

Die Glaucoma Research Foundation (GRF) hat für 2026 eine Rekordsumme von 3,06 Millionen US-Dollar an Forschungsförderungen vergeben. Die Mittel fließen in innovative Projekte zur Heilung des Glaukoms, zur Neurodegeneration und zur Wiederherstellung des Sehvermögens. Die Förderung geht an zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an renommierten medizinischen Einrichtungen in den USA. „Dieses historische Fördervolumen spiegelt das außergewöhnliche Engagement unserer Spender wider – viele von ihnen sind selbst Betroffene oder Angehörige von Glaukom-Patienten“, erklärte GRF-Präsident und CEO Thomas Brunner. Die Mittel verteilen sich wie folgt: Die Förderung unterstreicht den wachsenden Fokus auf translationale Ansätze, die von der Grundlagenforschung bis hin zu potenziell klinisch anwendbaren Strategien reichen. Das Glaukom gilt als eine der häufigsten Ursachen für irreversible Erblindung weltweit. Die GRF betont, dass die Rekordförderung durch private Spenden ermöglicht wurde und die Suche nach ursächlichen Therapien und Sehrestauration beschleunigen soll. Weitere Informationen sind auf… 

FDA erleichtert Biosimilar-Zulassung

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am 10. März 2026 eine umfassende Überarbeitung ihrer Leitlinien zu Biosimilars veröffentlicht. Die neuen und überarbeiteten Draft Q&As zu Biosimilar-Entwicklung und dem Biologics Price Competition and Innovation Act (BPCI Act, Revision 4) übernehmen zahlreiche regulatorische Modernisierungsvorschläge des Pharmawissenschaftlers Prof. Sarfaraz K. Niazi. Dadurch könnten die Entwicklungskosten für Biosimilars um bis zu 50 Prozent – etwa 20 Millionen US-Dollar pro Programm – sinken und den Marktzugang für kleinere Biotechnologieunternehmen erheblich verbessern. Die FDA streicht in der neuen Leitlinie unter anderem die Pflicht zu vergleichenden klinischen Wirksamkeitsstudien, sofern analytische und pharmakokinetische Ähnlichkeit nachgewiesen sind. Tiertoxikologische Untersuchungen sowie gestaffelte analytische Ähnlichkeitsbewertungen entfallen als Standardanforderung. Auch vergleichende Immunogenitätsstudien werden als weitgehend überflüssig eingestuft. Zudem akzeptiert die Behörde nun unter bestimmten Voraussetzungen Daten aus Nicht-US-Vergleichsstudien und vereinfacht das IND-Verfahren sowie die CMC-Anforderungen (Chemistry, Manufacturing and Controls). Diese Änderungen gehen auf langjährige… 

Internationaler Expertenkonsens definiert Oligometastasierung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine internationale Expert:innengruppe unter Federführung der Medizinischen Universität Wien hat erstmals einheitliche Kriterien zur Definition der Oligometastasierung beim metastasierten Pankreaskarzinom erarbeitet. Die im Fachjournal The Lancet Oncology veröffentlichte Konsensus-Erklärung des Projekts „OligoPanc“ schafft die Grundlage für gezieltere Therapiestrategien bei Patient:innen mit begrenzter Metastasierung. Bisher galt metastasierter Bauchspeicheldrüsenkrebs als systemische Erkrankung, bei der lokale Therapien wie Operationen in der Regel nicht mehr infrage kommen. Neuere Daten deuten jedoch darauf hin, dass eine kleine Untergruppe mit oligometastatischer Ausbreitung – also wenigen Metastasen – von einer Kombination aus systemischer und lokaler Behandlung profitieren kann. Bislang fehlte eine standardisierte Definition. An dem mehrstufigen Delphi-Konsensprozess nahmen 55 Expert:innen aus 20 Ländern und fünf Fachdisziplinen teil. Koordiniert wurde das Projekt von Carl-Stephan Leonhardt und Oliver Strobel (Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie) sowie Gerald W. Prager (Universitätsklinik für Innere Medizin I) der MedUni Wien. Konsens wurde über folgende Kriterien… 

Forscher machen probiotischen Hefepilz für immungeschwächte Patienten sicherer

Ein internationales Forschungsteam hat den probiotischen Hefepilz Saccharomyces boulardii gentechnisch so verändert, dass er für immungeschwächte Personen, ältere Menschen und Säuglinge deutlich weniger infektiös ist. Tierversuche zeigten, dass die modifizierte Variante im Vergleich zu unveränderten Stämmen keine systemischen Infektionen auslöst. Die Studie erschien am 6. März 2026 in Communications Biology. Saccharomyces boulardii wird als Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung der Darmgesundheit vermarktet. In seltenen Fällen kam es jedoch bei immungeschwächten Patienten, Frühgeborenen und älteren Menschen zu schweren, teils tödlichen Blutstrominfektionen durch den Hefepilz. Das Team um Erstautorin Alexandra Imre (North Carolina State University und University of Debrecen) wollte die Ursachen klären und prüfen, ob eine genetische Modifikation die Virulenz reduzieren kann, ohne die probiotische Wirkung zu beeinträchtigen. Die Forschenden untersuchten Hefestämme aus kommerziellen Präparaten sowie klinische Isolate, darunter zwei von Patienten mit S.-boulardii-Blutstrominfektionen. In immungeschwächten Mäusen testeten sie die Virulenz und isolierten… 

Astrozyten entscheidend für späte Reifung der motorischen Koordination

Astrozyten, die sternförmigen Stützzellen des Gehirns, spielen eine bislang unterschätzte Rolle bei der Entwicklung flexibler und präziser motorischer Koordination in der späten Adoleszenz. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Direktor C. Justin Lee und Senior Research Fellow Hong Sungho vom Center for Memory and Glioscience des Institute for Basic Science (IBS) in Südkorea sowie Professor Erik De Schutter vom Okinawa Institute of Science and Technology (OIST) hat diesen Mechanismus im Kleinhirn entschlüsselt. Die Studie erschien am 18. Februar 2026 in Experimental & Molecular Medicine. Motorische Koordination ermöglicht es Tieren und Menschen, Bewegungen verschiedener Körperteile flexibel zu kombinieren – insbesondere in komplexen oder veränderlichen Umgebungen. Obwohl die strukturelle Reifung der beteiligten neuronalen Schaltkreise im Kleinhirn bereits früh im Leben weitgehend abgeschlossen ist, verbessert sich die Koordinationsfähigkeit bis ins Erwachsenenalter. Die Forschenden gingen der Frage nach, warum diese Diskrepanz besteht. Im Zentrum…