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Synthetisches Oxytocin verhindert angstbezogenes Verhalten durch sozialen Stress

Forschende der Universidade Estadual Paulista (UNESP) in Brasilien haben in einem Rattenmodell gezeigt, dass Carbetocin – ein synthetisches Analogon des Hormons Oxytocin – prophylaktisch gegen angstbezogenes Verhalten wirkt, das durch chronischen sozialen Stress ausgelöst wird. Die Ergebnisse erschienen am 12. November 2025 in der Fachzeitschrift Progress in Neurobiology (DOI: 10.1016/j.pneurobio.2025.102853). Oxytocin, oft als „Bindungshormon“ oder „Hormon des Wohlbefindens“ bezeichnet, steht in einem Gegensatz zum Stresshormon Cortisol: Während Cortisol den Körper auf Kampf-oder-Flucht-Reaktionen vorbereitet, fördert Oxytocin Ruhe, soziale Bindung und emotionale Regulation. Die Studie unterstreicht, dass das oxytocinerge System eine zentrale Rolle bei der Modulation von Angst spielt, die durch anhaltenden sozialen Stress entsteht – ein Effekt, der bei Ratten bisher wenig untersucht war. Die Forscher um Prof. Carlos Crestani (Faculty of Pharmaceutical Sciences, Araraquara) und Dr. Lucas Canto de Souza (ehemals UNESP, jetzt University of Texas at Dallas) nutzten das… 

Hochgradige Gliome: Hypermutation führt zu besserem Ansprechen auf Immuntherapie

Hochgradige Gliome gehören zu den aggressivsten Hirntumoren und zählen bei Kindern und jungen Erwachsenen zu den tödlichsten Krebsarten. Eine Untergruppe dieser Tumoren wird durch eine Mismatch-Repair-Defizienz (MMRD) angetrieben – eine Störung des DNA-Reparaturmechanismus, die zu einer extrem hohen Mutationslast (Hypermutation) führt. Diese hypermutierten Tumoren zeigen ein deutlich besseres Ansprechen auf Immuncheckpoint-Inhibitoren (z. B. PD-1-/PD-L1-Blocker) als MMR-proficiente Gliome. Die hohe Anzahl an Neoantigenen, die durch die Hypermutation entstehen, macht die Tumoren für das Immunsystem sichtbarer und erleichtert eine effektive T-Zell-Antwort nach Immuntherapie. Klinische Beobachtungen und Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass MMRD-assoziierte hochgradige Gliome bei Kindern und Jugendlichen teilweise langfristige Remissionen oder stabile Erkrankungen unter PD-1-Blockade erreichen – ein Ergebnis, das bei konventionellen Gliomen extrem selten ist. Die Hypermutation dient daher bereits heute als wichtiger prädiktiver Biomarker: Tumoren mit nachgewiesener MMRD oder hoher Tumormutationslast (TMB) werden in vielen Zentren bevorzugt… 

Nahrungsmangel schaltet Immunsystem in Energiesparmodus

Bei akutem Nahrungsmangel reprogrammiert der Körper das Immunsystem, um Infektionen effizient zu bekämpfen, ohne die letzten Energiereserven zu verbrauchen. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden der Weill Cornell Medicine, die am 10. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Immunity erschien. Nahrungsknappheit und Infektionskrankheiten traten in der Menschheitsgeschichte häufig gemeinsam auf. Dennoch ist wenig darüber bekannt, wie Mangelernährung die Immunantwort beeinflusst. Die Ergebnisse sind besonders relevant für die etwa 47 Millionen Menschen in den USA, die täglich unter Lebensmittelunsicherheit leiden und dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen. Das Immunsystem benötigt bei einer Infektion bis zu 30 Prozent der gesamten Körperenergie. Die Forscher um Dr. Nicholas Collins (Assistant Professor für Immunologie am Jill Roberts Institute und Friedman Center for Nutrition) untersuchten Mäuse, die drei Wochen lang nur 50 Prozent der normalen Kalorienmenge erhielten und anschließend mit darmpathogenen Bakterien infiziert wurden. Während normal ernährte… 

Nanopartikel ermöglichen Melanom-Entfernung mit niedrig dosiertem Laserlicht

Forschende der Oregon State University haben ein neuartiges Nanopartikel-System entwickelt und im Mausmodell getestet, das Melanom-Tumore mit einem schwachen Nahinfrarot-Laser zerstören kann. Das Verfahren vermeidet die hohen Leistungsdichten herkömmlicher photothermischer Therapien, die die Haut gefährden würden. Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Es entsteht in den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), wird meist durch UV-Strahlung ausgelöst und macht nur etwa 1 % aller Hautkrebsfälle aus, verursacht jedoch die Mehrheit der Hautkrebstodesfälle. In den USA wurden 2025 über 100.000 Neuerkrankungen und mehr als 8.000 Todesfälle registriert. Die Standardbehandlung umfasst chirurgische Entfernung mit großem Sicherheitsabstand, oft gefolgt von Immun- oder zielgerichteter Therapie. Rezidive sind häufig, und bei fortgeschrittenen Stadien sinkt die Prognose dramatisch. Die neue Plattform basiert auf Gold-Nanorods, die mit einer Eisen-Kobalt-Schale ummantelt und stark mit einem Farbstoff beladen sind. Nach systemischer Injektion reichern sich die Nanopartikel gezielt im Tumorgewebe an (passives… 

Vitamin B3 zeigt vielversprechende Wirkung bei Glioblastom

Forscher der University of Calgary haben in einer Phase-I/II-Studie untersucht, ob hochdosierte, kontrolliert freisetzende Niacin (Vitamin B3) als Zusatz zur Standardtherapie das Überleben bei neu diagnostiziertem Glioblastom verbessern kann. Die aggressive Hirntumorerkrankung hat trotz Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie eine sehr schlechte Prognose; eine signifikante Verlängerung des Überlebens ist seit 20 Jahren nicht gelungen. Die Studie, geleitet von der Onkologin Dr. Gloria Roldan Urgoiti und dem Neuroforscher Dr. Wee Yong (beide Hotchkiss Brain Institute und Arnie Charbonneau Cancer Institute), basiert auf Vorarbeiten im Mausmodell: Niacin reaktiviert unterdrückte Immunzellen im Gehirn, sodass diese Tumorzellen effektiver angreifen können. Glioblastom unterdrückt das Immunsystem stark – Niacin hilft, diesen Schutzmechanismus zu durchbrechen und die „Schlacht um das Gehirn“ zugunsten des Immunsystems zu wenden. Die klinische Studie prüfte zunächst die maximale verträgliche Dosis und dann den potenziellen Nutzen von Niacin zusätzlich zur Standardbehandlung. Als Abbruchkriterium galt… 

慢性饮酒会改变大脑的基因表达并增加复发风险

Langjähriger Alkoholkonsum führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Genexpression des Endocannabinoid-Systems in zentralen Hirnregionen, die für Belohnung, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung entscheidend sind. Dies zeigt eine Post-mortem-Studie an menschlichem Hirngewebe, die von Forschenden des Instituts für Neurowissenschaften (gemeinsame Einrichtung der Universidad Miguel Hernández de Elche und des CSIC) geleitet wurde. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Addiction. Alkoholabhängigkeit zählt weltweit zu den Hauptursachen für Krankheit und Tod, doch die Behandlungsmöglichkeiten bleiben begrenzt. „Um wirksamere Therapien zu entwickeln, müssen wir verstehen, welche Veränderungen jahrzehntelanger Alkoholkonsum im Gehirn verursacht“, erklärt Prof. Jorge Manzanares, Seniorautor der Studie. Die Forscher untersuchten Hirngewebe von Personen mit chronischer Alkoholabhängigkeit (durchschnittlich 35 Jahre Konsum) und verglichen es mit Kontrollproben. Im Fokus stand das Endocannabinoid-System, das Belohnung, Motivation, Stimmung, Gedächtnis und Stress reguliert. Es umfasst Rezeptoren (CB1, CB2), endogene Liganden und abbauende Enzyme wie FAAH und MGLL. Die Analyse… 

Beta-Arrestin 1 schützt vor Gefäßverengung

Forschende der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Bonn haben einen bisher unbekannten Mechanismus bei der Entstehung der pulmonalen Hypertonie identifiziert. Das seltene, aber hochgefährliche Krankheitsbild führt unbehandelt meist innerhalb von zwei Jahren zum Tod. Die Studie zeigt, dass das Protein Beta-Arrestin 1 eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Gefäßdurchmessers in der Lunge spielt. Die Ergebnisse erschienen am 9. Februar 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Pulmonale Hypertonie entsteht vor allem durch eine Verengung der Lungenarterien, die den Blutfluss behindert und den Druck stark ansteigen lässt. Die akute Gefäßentspannung erfolgt normalerweise so: Endothelzellen geben Stickstoffmonoxid (NO) ab, das in die umliegenden glatten Muskelzellen diffundiert und dort die lösliche Guanylatcyclase (sGC) aktiviert. Dies führt zur Bildung von cGMP, das die Muskelzellen entspannt, indem es die intrazelluläre Kalziumkonzentration senkt. „Auf den ersten Blick hat Beta-Arrestin nichts mit… 

Geschlechterlücke in Europas Ernährungswissenschaft hält an – HOLiFOOD-Daten zeigen anhaltende Ungleichheit

Zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar 2026 macht das EU-finanzierte HOLiFOOD-Projekt auf anhaltende Geschlechterungleichheiten in der Ernährungssystemforschung aufmerksam. Eine geschlechtsspezifische Erhebung und Bestandsaufnahme Ende 2023 im Projektkonsortium bestätigt ein bekanntes Muster: Frauen sind in frühen Karrierestadien stark vertreten, ihre Präsenz nimmt jedoch auf höheren und entscheidenden Ebenen deutlich ab. Im HOLiFOOD-Konsortium mit 110 Mitgliedern herrscht insgesamt nahezu Geschlechterparität (47,3 % Frauen, 52,7 % Männer). Bei wissenschaftlichen Rollen zeigt sich jedoch ein klares Gefälle nach Karrierestufe: Dieses Muster entspricht der Situation in der europäischen Forschung insgesamt: Hoher Frauenanteil in frühen Phasen, gefolgt von einem starken Rückgang auf Senior- und Führungsebenen. Die HOLiFOOD-Daten liefern konkrete Evidenz aus dem Bereich der Ernährungssystemforschung und unterstützen evidenzbasierte Maßnahmen für mehr Inklusion. Das Projekt integriert die Geschlechterdimension systematisch in Governance und Forschungsaktivitäten – in Übereinstimmung mit den Anforderungen von… 

Jugendliche mit juveniler Fibromyalgie zeigen erhöhte Empfindlichkeit gegenüber nicht-schmerzhaften Reizen

Kinder und Jugendliche mit juveniler Fibromyalgie reagieren deutlich stärker auf alltägliche nicht-schmerzhafte sensorische Reize wie laute Geräusche, helles Licht oder Berührungen. Diese sensorische Hypersensitivität hängt eng mit dem Schweregrad der Erkrankung und der Hirnaktivität der Betroffenen zusammen. Das zeigt eine Studie eines Forschungsteams der Medizinischen Fakultät und des Instituts für Neurowissenschaften (UBneuro) der Universität Barcelona. Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Pain, liefern neue Einblicke in die zentralnervösen Mechanismen der juvenilen Fibromyalgie – einer chronischen Schmerzstörung, die 2 bis 6 Prozent der Kinder und Jugendlichen betrifft und vor allem Mädchen trifft. Die Symptome können bis ins Erwachsenenalter anhalten und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Forscher kombinierten detaillierte Verhaltensuntersuchungen mit funktioneller Bildgebung des Gehirns. Dabei stellten sie fest, dass Jugendliche mit juveniler Fibromyalgie eine signifikant höhere Empfindlichkeit gegenüber visuellen, auditiven und taktilen Reizen zeigen sowie stärkere Unbehagen bei multisensorischer Stimulation. Hörstörungen… 

Kontrollierter oxidativer Impuls fördert Hirnreparatur bei Fruchtfliegen

Ein gezielter, kurzer Schub oxidativen Stresses direkt nach einer Hirnverletzung kann die Regeneration unterstützen. Dies zeigt eine neue Studie der Champalimaud Foundation in Lissabon, die am 10. Februar 2026 in der Fachzeitschrift EMBO Reports veröffentlicht wurde. Oxidativer Stress gilt in der Regel als schädlich und wird mit Alterung sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht. Die Forscher um Christa Rhiner vom Labor für Stammzellen und Regeneration fanden jedoch bei adulten Fruchtfliegen (Drosophila) einen positiven Effekt: Nach einer kleinen Verletzung im Gehirn setzen Gliazellen – eine Art Stütz- und Hilfszellen – rasch einen kontrollierten Puls reaktiver Sauerstoffspezies frei, darunter Wasserstoffperoxid. Dieser „oxidative Funke“ aktiviert gleichzeitig antioxidative Schutzmechanismen in den Gliazellen und dient als Signal, das ruhende Zellen weckt. Dadurch werden sie zur Teilung angeregt und ersetzen verlorenes Gewebe. Die Quelle des Wasserstoffperoxids ist das Enzym Dual Oxidase (Duox) in den…