Davis – Menschen, die subjektiv eine Verschlechterung ihrer geistigen Leistungsfähigkeit bemerken, ohne dass objektive Tests bereits Auffälligkeiten zeigen, könnten ein erhöhtes Risiko für spätere kognitive Beeinträchtigungen haben. Ein neues Forschungsprojekt der University of California Davis Health untersucht diesen Zusammenhang systematisch.
Das mit 3,3 Millionen Dollar über fünf Jahre vom National Institutes of Health geförderte Vorhaben wird von der Neurologin Sarah Tomaszewski Farias geleitet. Etwa 4000 Teilnehmende ab 55 Jahren aus mehreren Kohorten werden langfristig beobachtet. Erfasst werden subjektive Beschwerden mit der Everyday-Cognition-Skala (ECog), objektive kognitive Tests, Hirnscans sowie Blutbiomarker für Alzheimer und zerebrovaskuläre Erkrankungen.
Die Forschenden unterscheiden verschiedene Formen subjektiver Beeinträchtigungen – etwa Gedächtnisprobleme, Sprachschwierigkeiten, räumliche Orientierungsstörungen oder Einschränkungen der exekutiven Funktionen. Ziel ist es herauszufinden, ob bestimmte Beschwerdearten mit späteren Erkrankungen wie Alzheimer oder Gefäßerkrankungen des Gehirns zusammenhängen. Menschen könnten Veränderungen bereits fünf bis zehn Jahre vor einer klinischen Diagnose bemerken.
Bisherige Studien litten unter mangelnder Diversität und fehlenden Längsschnittdaten. Das neue Projekt soll klären, wie kulturelle Unterschiede die Wahrnehmung und den Ausdruck solcher Veränderungen beeinflussen und welche subjektiven Hinweise tatsächlich auf ein erhöhtes Demenzrisiko hindeuten.
