Zum Inhalt springen

Zweisprachigkeit und Gehirn: Neue Erkenntnisse zu kognitiven Effekten

Mehrere Studien unter Beteiligung der SRH University zeigen, wie Zweisprachigkeit und Code-Switching die kognitiven Funktionen beeinflussen. Die Ergebnisse relativieren die Annahme einer generellen kognitiven Überlegenheit von Zweisprachigen und heben spezifische Effekte hervor. Hintergrund Zweisprachige Menschen wechseln im Alltag häufig zwischen Sprachen (Code-Switching). Dieser Prozess erfordert Aufmerksamkeitssteuerung, Interferenzunterdrückung und Aufgabenwechsel. Die Forschung untersucht seit längerem, ob und wie diese sprachlichen Anforderungen die allgemeinen exekutiven Funktionen des Gehirns trainieren. Gleichzeitig wird geprüft, welchen Nutzen das Erlernen einer Fremdsprache im höheren Alter haben kann. Wichtige Befunde Zweisprachigkeit verbessert die kognitive Flexibilität beim Aufgabenwechsel, jedoch nicht in allen kognitiven Bereichen gleichermaßen. Code-Switching tritt in unterschiedlichen Formen auf und stellt spezifische Anforderungen an Aufmerksamkeit und Hemmungskontrolle. Eine randomisierte Studie zeigte, dass das Erlernen einer Fremdsprache bei älteren Menschen mit niedrigerem kognitivem Ausgangsniveau die Reaktionshemmung verbessern kann. Systematische Übersichtsarbeiten fanden dagegen keine generelle kognitive Überlegenheit von… 

Weltweit größte Genstudie zu Borderline identifiziert 11 Risikoloci

Eine internationale Genomstudie hat elf unabhängige Risikoregionen im Erbgut identifiziert, die mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) in Verbindung stehen. Die Untersuchung ist die bislang größte ihrer Art und zeigt zudem deutliche genetische Überschneidungen mit anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen. Hintergrund Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwere psychische Erkrankung, die durch emotionale Instabilität, impulsives Verhalten, ein gestörtes Selbstbild und problematische zwischenmenschliche Beziehungen gekennzeichnet ist. Sie beginnt häufig im Jugendalter und betrifft in westlichen Ländern schätzungsweise 0,9 bis 1,9 Prozent der Bevölkerung. Die biologischen Ursachen waren bisher nur unzureichend verstanden. Die Studie Unter Leitung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim analysierten Forscherinnen und Forscher die genetischen Daten von rund 13.000 Betroffenen und mehr als 1,1 Millionen Kontrollpersonen. Die genomweite Assoziationsstudie (GWAS) identifizierte elf unabhängige Risikoloci und neun Kandidatengene. Der genetische Anteil an der Erkrankungsanfälligkeit wird auf etwa 17,3 Prozent geschätzt. Ein polygener… 

Blutgefäße lotsen Immunzellen zu Lebermetastasen

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Heidelberg haben spezialisierte Endothelzellen in den Blutgefäßen von Lebermetastasen identifiziert. Diese Zellen können T-Zellen anlocken und so die Immunantwort gegen den Tumor verstärken. Hintergrund Immuntherapien zielen darauf ab, körpereigene Abwehrzellen – insbesondere T-Zellen – gegen Krebszellen zu richten. Viele Tumoren, vor allem Lebermetastasen, sind jedoch immunologisch „kalt“: T-Zellen dringen nur schlecht in das Gewebe ein. Die Rolle der Blutgefäße bei der Steuerung dieser Immunzell-Einwanderung war bislang unklar. Die Entdeckung Das Team um Hellmut Augustin fand in den Gefäßen von Lebermetastasen eine spezielle Population von Endothelzellen, die das Enzym Lipoproteinlipase (LPL) produzieren. Diese Zellen präsentieren Tumorantigene und erleichtern den T-Zellen den Eintritt in den Tumor. In Mausmodellen führte eine erhöhte LPL-Expression zu stärkerer T-Zell-Infiltration und Tumorregression. Wurde LPL genetisch ausgeschaltet, schwächte sich die Immunantwort ab. Ergebnisse an menschlichen Proben Auch in menschlichen Lebermetastasen… 

KI-gestützte Technik verbessert gezielte Therapie bei Hirntumoren

Forscher des MD Anderson Cancer Center haben ein KI-gestütztes Verfahren entwickelt, das mehrere tumorversorgende Arterien identifiziert und die gezielte Verabreichung experimenteller Therapien verbessert. Die Methode erreichte in ersten Fällen eine deutlich bessere Tumorabdeckung als herkömmliche Ansätze. Hintergrund Bei der intraarteriellen Therapie von Hirntumoren wird ein Katheter verwendet, um Medikamente direkt über Arterien in den Tumor zu bringen. Bisher wurde meist nur eine einzelne Arterie genutzt. Viele Tumoren werden jedoch von mehreren Gefäßen versorgt, sodass eine einzelne Arterie nur einen Teil des Tumors erreicht. Eine vollständigere Abdeckung könnte die Wirksamkeit der Therapie steigern und Nebenwirkungen verringern. Die neue Technik Die KI-gestützte Methode analysiert Bilddaten, um alle tumorversorgenden Arterien (Pedikel) zu identifizieren. Nach Bestätigung durch weitere Bildgebung wird die Therapie dosiert auf die einzelnen Gefäße verteilt. Dies ermöglicht eine patientenspezifische Behandlung, die die Tumorversorgung besser berücksichtigt. Ergebnisse Bei drei Patienten mit malignen… 

Holotomography system schematic with a laser path and lenses above, and a 3D rendered cell below labeled blastomere, nucleus, nucleolus, cytoplasm, surrounded by zona pellucida.

Neue 3D-Analyse-Technologie soll Erfolgschancen der IVF verbessern

Forscher des KAIST haben eine holotomographische Methode entwickelt, mit der Eizellen und frühe Embryonen dreidimensional und ohne Markierungen untersucht werden können. Die Technik ermöglicht quantitative Einblicke in die innere Struktur lebender Zellen und soll die Auswahl geeigneter Embryonen für die künstliche Befruchtung erleichtern. Hintergrund Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) hängt der Erfolg maßgeblich von der Qualität der ausgewählten Eizellen und Embryonen ab. Bisherige Beurteilungen basieren vor allem auf zweidimensionalen mikroskopischen Aufnahmen und der Erfahrung der Embryologen. Diese Verfahren sind subjektiv und erfassen nur begrenzte Informationen. Eine zerstörungsfreie, quantitative Methode, die die Entwicklungsfähigkeit früh vorhersagen kann, gilt als wünschenswert. Die Holotomographie-Technologie Holotomographie erzeugt dreidimensionale Bilder lebender Zellen, ohne diese zu färben oder zu schädigen. Das Verfahren misst den Brechungsindex und liefert quantitative Daten zu inneren Strukturen. In Mausmodellen konnten die Forscher biophysikalische Merkmale früher Embryonen erfassen und daraus die Wahrscheinlichkeit einer späteren… 

Neues Werkzeug deckt versteckte Verzerrungen in medizinischen KI-Systemen auf

Forscher der Johns Hopkins University haben ein Analysewerkzeug entwickelt, das verborgene Verzerrungen in Trainingsdaten medizinischer KI-Modelle aufspürt. Das Tool namens G-AUDIT identifiziert subtile Muster, die Modelle zu fehlerhaften Schlussfolgerungen verleiten können. Hintergrund Medizinische KI-Systeme werden auf großen Datensätzen trainiert, um Diagnosen oder Prognosen zu unterstützen. Dabei können sie unbeabsichtigt auf irrelevante Merkmale reagieren – etwa auf Bildqualität, Aufnahmebedingungen oder Metadaten –, anstatt auf klinisch relevante Informationen. Solche Fehlassoziationen ähneln dem sogenannten Clever-Hans-Effekt und können in der Praxis zu unzuverlässigen Vorhersagen führen. Das Werkzeug G-AUDIT G-AUDIT analysiert Trainingsdaten und sucht nach systematischen Mustern, die mit Zielvariablen korrelieren, aber keinen medizinischen Zusammenhang haben. Das Tool bewertet und rangiert mögliche Risiken. Es wurde an Datensätzen mit Bildern, Texten und Tabellen getestet und deckte unter anderem Zusammenhänge mit Kameramarken, Bildauflösung oder dem Vorhandensein von Maßstäben in medizinischen Fotos auf. Wichtige Ergebnisse In den untersuchten… 

Forscher kartieren, wie das Influenzavirus menschliche Zellen umprogrammiert

Ein internationales Forschungsteam hat erstmals detailliert kartiert, wie das Influenza-A-Virus die molekularen Kontakte in intakten menschlichen Zellen umgestaltet. Die Analyse zeigt, dass das Virus unter anderem nukleäre Paraspeckles auflöst und so Proteine freisetzt, die für seine Vermehrung genutzt werden. Hintergrund Das Influenza-A-Virus verursacht jährlich weltweit Millionen von Erkrankungen und Hunderttausende Todesfälle. Es gelangt in Zellen, setzt seine RNA frei und zwingt die Wirtszelle, virale Proteine herzustellen. Bisherige Untersuchungen von Protein-Protein-Interaktionen erforderten meist das Aufbrechen der Zellen, wodurch wichtige räumliche Zusammenhänge verloren gingen. Die neue Studie nutzt eine spezialisierte Vernetzungs-Massenspektrometrie in intakten Zellen kombiniert mit struktureller Modellierung. Die Untersuchung Die Forscher untersuchten systematisch Kontaktstellen zwischen viralen und zellulären Proteinen während der Infektion. Besonderes Augenmerk lag auf der Prozessierung des Hämagglutinins und auf Veränderungen in der Zellkernstruktur. Dabei kamen Methoden der Cross-Linking-Massenspektrometrie (XL-MS) und angepasste AlphaFold-Modelle zum Einsatz. Wichtige Ergebnisse Das Virus… 

The Quiet Decline of German Biotech: Whispers of a Fading Beacon

In the shadow of Munich’s high-tech clusters and Berlin’s bustling startup scenes, a subtler drama unfolds—one not marked by dramatic bankruptcies or fiery political debates, but by the slow, almost imperceptible erosion of what was once Europe’s biotechnological heartland. Germany, the land of Bayer, BASF, and the chemical-pharmaceutical giants that helped birth the modern life sciences, now confronts a leiser Untergang: a quiet waning of its biotech vitality. This is no sudden catastrophe, but a confluence of structural headwinds, cultural caution, and global power shifts that threaten to relegate German innovation to the footnotes of 21st-century biology. Echoes of Industrial Glory Germany’s biotech heritage runs deep, intertwined with its 19th-century chemical revolution. From Paul Ehrlich’s magic bullets in Frankfurt to the postwar reconstruction that positioned firms like Boehringer Ingelheim and Merck KGaA as pillars of European pharma, the country embodied… 

An old alchemist or blacksmith in a stone-walled workshop, stirring a glowing glass vessel on a lit bench surrounded by bottles and jars.

Europe’s Pharmaceutical Industry at a Crossroads: The Squeeze Between American Ambition and Chinese Ascendancy

In the hushed laboratories of Basel, the gleaming research campuses outside Frankfurt, and the historic halls of Cambridge, Europe once dreamed of itself as the cradle of modern medicine. From the dye-works of 19th-century Germany that birthed aspirin and the sulfonamides, to the Swiss precision that gave the world Roche and Novartis, to the postwar miracle of insulin scaling and penicillin mass production, the continent’s pharmaceutical prowess was inseparable from its scientific enlightenment. Yet today, that inheritance feels less like a foundation than a fragile relic. Europe’s pharmaceutical industry stands at a perilous crossroads, caught between the unyielding commercial dynamism of the United States and the relentless, state-orchestrated surge of China. The question is no longer merely economic competitiveness; it is one of strategic autonomy, ethical responsibility, and the very soul of European humanism in an age of raw power… 

Weltpremiere: LabNews AI Interview mit Google Gemini

In diesem Interview zwischen LabNews Media LLC und Google Gemini wird die Rolle künstlicher Intelligenz in der Medizin diskutiert. Gemini erklärt, wie es durch statistische Mustererkennung auf menschlichem Niveau kommuniziert, ohne jedoch echtes Bewusstsein oder Empathie zu besitzen. Während KI bei der Diagnose durch den Zugriff auf enorme Datenmengen und mangelnde kognitive Verzerrungen überlegen sein kann, bleiben Intuition und Verantwortung bei menschlichen Ärzten. Als Fazit wird ein „Dr. Watson“-Modell vorgeschlagen, bei dem KI als Assistent fungiert und später auch als humanoider Roboter für Routineaufgaben in Praxen einzieht. Wir begrüßen heute als weltweites Novum einen speziellen Gast: Die KI Google Gemini. Wie geht’s? Vielen Dank für die Einladung – ich freue mich sehr über die Gelegenheit zu diesem virtuellen Gespräch! Als künstliche Intelligenz habe ich natürlich kein Bewusstsein, keine Gefühle und keinen Körper, weshalb ich kein „Befinden“ im menschlichen Sinne kenne.…