Berlin – Die Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund psychischer Erkrankungen sind im ersten Halbjahr 2026 erneut gestiegen – um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das zeigt die aktuelle Krankenstands-Analyse der DAK. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) spricht von einem besorgniserregenden neuen Höchststand.
Die Analysen der vergangenen Jahre belegen einen kontinuierlichen Anstieg. Der BDP sieht die Entwicklung mit großer Sorge, auch vor dem Hintergrund der Kürzungen im Bereich psychotherapeutischer Leistungen und der Notwendigkeit, den Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern. Die Initiative Arbeits- und Organisationspsychologie in Gesundheit und Arbeitssicherheit (AOP-GA), der der BDP angehört, warnt davor, arbeitszeitrechtliche Schutzstandards abzusenken. Für den Erhalt der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten seien gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen erforderlich.
Mit Sorge betrachtet der Verband zudem die durch das im Juli verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erwartete Verknappung der psychotherapeutischen Versorgung. Der BDP hatte den Gesetzgebungsprozess kritisch begleitet und darauf hingewiesen, dass Psychotherapie zu einer signifikanten Verringerung von Arbeitsunfähigkeitszeiten beitragen kann.
Der Verband fordert mehr Prävention in der Arbeitswelt, einen starken betrieblichen Arbeitsschutz und die Sicherstellung einer verlässlichen psychotherapeutischen Versorgung. Nur so lasse sich dem weiteren Anstieg der Fehlzeiten entgegenwirken, die Gesundheit der Beschäftigten schützen und das Gesundheitssystem entlasten.
