Charleston – Ein neuer Bluttest-Ansatz kann Patientinnen und Patienten mit hohem Lymphom-Risiko schneller für eine dringende Biopsie priorisieren. Die Plattform Access to Diagnosis using Liquid Biopsy (ADLiB) kombiniert genetische Hinweise aus einer Blutprobe mit maschinellem Lernen. In einer Studie mit 124 Erwachsenen in Kapstadt identifizierte sie Lymphome in 95 Prozent der Fälle korrekt und unterschied sie mit 92 Prozent Genauigkeit von nicht-krebsartigen Ursachen. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift HemaSphere (DOI: 10.1002/hem3.70394).
Die Diagnose von Lymphomen verzögert sich häufig, weil Symptome mit Infektionen wie Tuberkulose überlappen und eine chirurgische Biopsie sowie spezialisierte Pathologie Wochen oder Monate dauern können. ADLiB analysiert zellfreie DNA auf Tumor-DNA-Spiegel, lymphomassoziierte Mutationen, Chromosomenveränderungen, Immunzell-Rezeptormuster und infektiöse Erreger. Ein Algorithmus schätzt die Lymphom-Wahrscheinlichkeit.
In der Beobachtungsstudie hatten etwa drei Viertel der Teilnehmenden mit vergrößerten Lymphknoten ein Lymphom; die übrigen litten an Tuberkulose, gutartigen Erkrankungen oder metastasierten soliden Tumoren. Rund ein Drittel lebte mit HIV. Patientinnen und Patienten mit Lymphom wiesen höhere Spiegel zirkulierender Tumor-DNA und mehr krebsassoziierte Mutationen auf.
Der Test ersetzt die Gewebebiopsie nicht, sondern dient als Triage-Instrument. Er könnte besonders in ressourcenarmen Regionen oder bei schwer zugänglichen Lymphknoten helfen, Verzögerungen zu verringern. Weitere Studien sollen den Algorithmus verfeinern, Subtypen unterscheiden und die Leistungsfähigkeit in größeren Populationen prüfen. Die Arbeit entstand unter Leitung von Katherine Antel vom MUSC Hollings Cancer Center.
