Organoid-Modelle am maternal-fetalen Interface: Neue Wege in der Schwangerschaftsforschung
Ein aktuelles Review fasst den Stand der Forschung zu sogenannten maternal-fetalen Interface-Organoiden zusammen. Diese dreidimensionalen Zellmodelle aus Stammzellen oder Gewebeproben sollen die komplexe Grenzfläche zwischen Mutter und Embryo besser abbilden als herkömmliche Zellkulturen oder Tiermodelle. Die Autoren sehen darin ein vielversprechendes Werkzeug für die Erforschung von Frühschwangerschaft, Implantationsstörungen und schwangerschaftsbedingten Erkrankungen wie Präeklampsie. Hintergrund Die maternal-fetale Grenzfläche ist ein hochkomplexes Mikromilieu, in dem Trophoblasten, Deziduazellen und verschiedene Immunzellen interagieren. Störungen in diesem Bereich gelten als Ursache für Infertilität, wiederholte Fehlgeburten, Präeklampsie und Wachstumsretardierung des Fetus. Klassische Modelle – zweidimensionale Zelllinien oder Tiermodelle – können die dreidimensionale Struktur, die Zellvielfalt und die dynamischen Interaktionen beim Menschen nur unzureichend nachbilden. Organoid-Modelle am maternal-fetalen Interface Organoids sind dreidimensionale, selbstorganisierende Zellstrukturen, die aus pluripotenten Stammzellen oder gewebespezifischen Vorläuferzellen gezüchtet werden. Am maternal-fetalen Interface werden vor allem zwei Typen unterschieden: Beide Modelle werden aus humanen…
