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Krebszellen tarnen sich vor Immunsystem: MYC schaltet Alarmsignale aus

Ein internationales Forschungsteam hat einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, mit dem Krebszellen das Immunsystem täuschen. Der Onkoprotein MYC übernimmt unter Stress eine zweite Funktion: Statt Wachstumsgene zu aktivieren, bindet es an frisch gebildete RNA-Moleküle und organisiert deren Abbau. Dadurch werden Alarmsignale (RNA-DNA-Hybride) eliminiert, bevor sie das Immunsystem alarmieren können. Tumore bleiben unsichtbar. Die Studie erschien in Cell. MYC gilt als zentraler Treiber unkontrollierten Zellwachstums in vielen Tumoren. Die Forscher entdeckten, dass MYC unter chaotischen Bedingungen in schnell wachsenden Tumoren seine Rolle wechselt: Es bindet an neu entstehende RNA statt an DNA. Mehrere MYC-Proteine bilden dichte Cluster (Multimere), die wie molekulare Kondensate wirken. Diese ziehen das Exosom-Komplex an und konzentrieren es lokal. Das Exosom baut gezielt RNA-DNA-Hybride ab – fehlerhafte Produkte der Genaktivität, die normalerweise als Alarmsignal für das Immunsystem dienen. MYC unterdrückt diese Signale, bevor sie die Immunabwehr aktivieren können. Die… 

Neue Bildgebungstechnik erkennt frühe Herzkrankheitszeichen durch die Haut

Forscher von Helmholtz Munich und der Technischen Universität München haben „fast-RSOM“ entwickelt, eine neue Bildgebungstechnik, die kleinste Blutgefäße direkt durch die Haut darstellt – ohne invasive Eingriffe. Das Verfahren erfasst frühe Anzeichen von Herz-Kreislauf-Risiken und könnte Ärzten helfen, früher einzugreifen, personalisierte Therapien zu steuern und die langfristige Herzgesundheit zu verbessern. Eine der frühesten Warnsignale für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Mikrovaskuläre Endothel-Dysfunktion (MiVED) in den kleinsten Blutgefäßen. Bislang fehlte eine präzise, nicht-invasive Methode, um diese Veränderungen beim Menschen zu messen. Fast-RSOM ermöglicht nun erstmals die Bewertung der Endothel-Dysfunktion auf Einzelkapillar- und Hautschicht-Ebene. Die Technik liefert hochaufgelöste, dynamische Biomarker, die subtile Beeinträchtigungen der Gefäßfunktion erfassen – oft lange vor Symptomen oder makroskopischen Krankheitszeichen. Die Veränderungen hängen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht zusammen. Im Gegensatz zu reinen Risikoberechnungen misst fast-RSOM die tatsächlichen Auswirkungen auf das Mikrovaskulärsystem. Das Verfahren könnte die Früherkennung, Prävention… 

Studie definiert die Rolle der Neutrophilen neu

Forscher der Universidad Carlos III de Madrid (UC3M), des Nationalen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (CNIC) und der Yale University (USA) haben in der Fachzeitschrift Cell einen umfassenden Übersichtsartikel veröffentlicht, der ein neues Verständnis von Neutrophilen, den häufigsten Zellen des Immunsystems, vorschlägt. Gestützt auf umfangreiche Erkenntnisse aus aktuellen Studien beschreiben die Autoren Neutrophile als dynamische und anpassungsfähige Zellgruppe, die weit über ihre traditionell zugeschriebenen Aufgaben hinaus zu funktioneller Diversifizierung und Formen des immunologischen Gedächtnisses fähig ist. Durch die Integration von Erkenntnissen aus der Krebsforschung, der Entzündungsforschung und der Systemimmunologie verändert der Review die Sichtweise auf Neutrophile im Kontext von Gesundheit und Krankheit und hebt neue konzeptionelle Wege für die Entwicklung innovativer therapeutischer Strategien zur Behandlung von Immunfunktionsstörungen hervor. „Neutrophile sind die häufigsten Zellen des Immunsystems und reagieren als erste im Körper bei Infektionen oder Verletzungen. Doch diese Zellen helfen nicht nur bei… 

Sensation: Erstmals quantenbasierte Proteine entwickelt 

Als weltweit erste Studie hat ein Forschungsteam unter der Leitung des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der Universität Oxford gezeigt, dass es möglich ist, einen quantenmechanischen Prozess innerhalb von Proteinen zu erzeugen. Dies öffnet die Tür zu einer neuen Klasse von quantenbasierten biologischen Technologien. Die heute (21. Januar) in Nature veröffentlichte Studie beschreibt die Entwicklung einer neuen Klasse von Biomolekülen, magnetosensitiven fluoreszierenden Proteinen (MFPs), die mit Magnetfeldern und Radiowellen interagieren können. Dies wird durch quantenmechanische Wechselwirkungen innerhalb des Proteins ermöglicht und tritt auf, wenn es Licht einer geeigneten Wellenlänge ausgesetzt wird. Obwohl Quanteneffekte bereits als zentral für einige biologische Prozesse (wie die Navigation von Vögeln) nachgewiesen wurden, ist dies das erste Mal, dass sie gezielt eingesetzt wurden, um eine neue Generation praktischer Technologien zu entwickeln. Dies markiert einen Paradigmenwechsel: von der Beobachtung von Quanteneffekten in der Natur hin zu deren bewusster Gestaltung für die Anwendung in der realen Welt. Die Forscher untersuchen… 

Donald Trump: Staatsfeind Nr. 1

Editorial. Trump regiert die Vereinigten Staaten wie ein Systemgegner von Wissenschaft, Menschenrechten und internationaler Zusammenarbeit – und macht sein Land damit zum Feind seiner eigenen liberalen Ordnung. Seine Präsidentschaft steht für eine beispiellose politische Instrumentalisierung von Behörden, systematische Zensur von Forschung und einen zynischen Umgang mit Opfern sexualisierter Gewalt, sichtbar auch in seiner Haltung zur […] Donald Trump: Staatsfeind Nr. 1

Orale Bakterien können die Entstehung und Ausbreitung von Brustkrebs fördern

Forscher des  Johns Hopkins Kimmel Cancer Center  und seines  Bloomberg~Kimmel Institute for Cancer Immunotherapy  fanden heraus, dass ein orales Bakterium, das häufig mit Parodontitis in Verbindung gebracht wird, die Entstehung von Brustkrebs, das Tumorwachstum und die Ausbreitung fördern kann, indem es DNA-Schäden induziert und das Verhalten von Krebszellen verändert. Die am 15. Januar in der Fachzeitschrift „Cell Communication and Signaling“ veröffentlichte  Studie  zeigt, dass  Fusobacterium nucleatum , ein Mundbakterium, das bereits mit Darmkrebs und anderen Krebsarten in Verbindung gebracht wurde, über den Blutkreislauf in das Brustgewebe gelangen und dort Entzündungen und andere präkanzeröse Veränderungen hervorrufen kann. Die Forscher um  Dr. Dipali Sharma, Professorin für Onkologie und Mitarbeiterin des  John Fetting Fund for Breast Cancer Prevention  , stellten fest, dass das Bakterium in Tiermodellen menschlichen Brustkrebses das Tumorwachstum beschleunigte und die Ausbreitung von Krebszellen von der Brust in die Lunge verstärkte. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass dieser orale Mikroorganismus im Brustgewebe vorkommen kann und… 

Kanadische Wissenschaftler entdecken verborgene Zellen, die Hirntumore verursachen

Ein Team kanadischer Wissenschaftler hat eine neue Methode entdeckt, um das Wachstum des Glioblastoms, der aggressivsten und derzeit unheilbaren Form von Hirntumoren, zu verlangsamen – und ein bereits existierendes Medikament identifiziert, das zur Behandlung eingesetzt werden könnte. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass bestimmte Gehirnzellen – von denen man einst annahm, sie würden lediglich die gesunde Nervenfunktion unterstützen – tatsächlich das Wachstum und die Ausbreitung von Glioblastomen fördern. Die Forscher entdeckten, dass diese Zellen Signale aussenden, die den Tumor stärken. Blockierten sie diese schädliche Kommunikation jedoch in Labormodellen, verlangsamte sich das Krebswachstum deutlich. Noch vielversprechender ist, dass die Studie nahelegt, dass ein bereits existierendes HIV-Medikament umfunktioniert werden könnte, um diesen Prozess gezielt zu beeinflussen und so eine neue Behandlungsoption für Patienten zu bieten, denen es derzeit nur wenige gibt. Die Prognose für ein Glioblastom ist schlecht, die Überlebenszeit wird oft in Monaten gemessen. Die… 

Antibiotika bei unkomplizierter Appendizitis: 10-Jahres-Follow-up bestätigt Wirksamkeit

Eine 10-Jahres-Nachbeobachtung der APPAC-Studie zeigt, dass Antibiotika bei unkomplizierter akuter Appendizitis bei Erwachsenen eine sichere Alternative zur Operation darstellen. Die kumulative Appendektomierate lag bei 44,3 Prozent, die echte Rezidivrate (histologisch gesicherte Appendizitis) bei 37,8 Prozent. Die Ergebnisse erschienen in JAMA. In der multizentrischen randomisierten APPAC-Studie wurden 530 Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren mit computertomografisch gesicherter unkomplizierter akuter Appendizitis entweder operiert (n=273) oder mit Antibiotika behandelt (n=257). Die Antibiotikagruppe erhielt zunächst intravenös Ertapenem (1 g/Tag) für drei Tage, gefolgt von sieben Tagen oral Levofloxacin (500 mg 1× täglich) und Metronidazol (500 mg 3× täglich). Bei der 10-Jahres-Nachbeobachtung (letzter Follow-up: 29. April 2024) standen Daten von 253 Patienten (98,4 Prozent) der Antibiotikagruppe zur Verfügung. Die kumulative Appendektomierate betrug 44,3 Prozent (95%-KI 38,2–50,4; 112/253). Davon erfolgten 15 Eingriffe während der primären Hospitalisierung, 70 im ersten Jahr, 30 zwischen Jahr 1… 

Neue Nanomembranen „POMbranes“ filtern präzise: Lösung für Textil- und Pharmaindustrie

Wissenschaftler haben eine neue Klasse hochselektiver kristalliner Membranen entwickelt, die Moleküle mit einer Genauigkeit von einem Nanometer trennen. Die sogenannten „POMbranes“ nutzen Poren genau dieser Größe, um größere Moleküle zurückzuhalten und kleinere durchzulassen. Das Verfahren könnte den Energieverbrauch in der Industrie senken und die Wiederverwendung von Abwasser sowie die Reinheit von Arzneimitteln verbessern. Die Studie erschien im Journal of the American Chemical Society. Industrielle Trennprozesse wie die Reinigung von Medikamenten, die Entfernung von Textilfarbstoffen oder die Lebensmittelverarbeitung verbrauchen weltweit 40 bis 50 Prozent der industriellen Energie. Herkömmliche Methoden wie Destillation und Verdampfung sind teuer und emissionsintensiv. Polymer-Membranen gelten als umweltfreundlicher, leiden jedoch unter unregelmäßigen Porengrößen und schneller Alterung. Die neuen POMbranes basieren auf Polyoxometalat-Clustern (POM), die natürliche, unveränderliche Löcher von exakt einem Nanometer Durchmesser besitzen. Diese kronenförmigen Metallcluster wurden mit flexiblen chemischen Ketten versehen. Auf Wasser ausgebreitet richten sie sich… 

Versteckte Mpox-Infektionen in Nigeria: Studie zeigt stille Übertragung bei Gesunden

Das Mpox-Virus zirkuliert in Teilen Nigerias offenbar weitgehend unbemerkt und ohne typische Symptome. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung der University of Cambridge in Zusammenarbeit mit nigerianischen Partnern. Die Ergebnisse deuten auf eine untererkannte Übertragung hin und haben Auswirkungen auf die Kontrolle der Krankheit. In der im Fachjournal Nature Communications veröffentlichten Untersuchung analysierten die Forscher archivierte Blutproben von 176 gesunden nigerianischen Erwachsenen, die zuvor an SARS-CoV-2-Impfstudien teilgenommen hatten. Darunter waren Gesundheitsarbeiter aus dem Jahr 2021 und Freiwillige aus der Bevölkerung aus 2023. Keiner der Teilnehmer hatte je eine Mpox- oder Pockenimpfung im Erwachsenenalter erhalten und es gab keine bekannten Expositionen gegenüber Mpox. Mit einem hochauflösenden Multiplex-Antikörpertest maßen die Wissenschaftler Reaktionen auf sechs verschiedene Mpox-Antigene. Bei 24 Personen (14 Prozent) zeigten sich Antikörperprofile, die auf Restimmunität durch frühere Pockenimpfungen hinwiesen. Diese Reaktionen waren stärker und breiter bei Personen, die vor…