Die biologische Alterung einzelner Organe und Zelltypen lässt sich aus dem Blut messen und sagt das Risiko für bestimmte Erkrankungen sowie die Lebenserwartung voraus. Das zeigt eine Studie von Forschern der Stanford Medicine.
Das Team um Professor Tony Wyss-Coray analysierte Blutproben von knapp 45.000 Teilnehmern der britischen UK Biobank. Mithilfe von fast 3.000 Proteinen bestimmten die Wissenschaftler das biologische Alter von elf Organsystemen, darunter Gehirn, Herz, Lunge, Leber, Nieren und Immunsystem.
Etwa ein Drittel der untersuchten Personen wies mindestens ein Organ auf, dessen biologisches Alter um mehr als 1,5 Standardabweichungen vom kalendarischen Alter abwich. Ein besonders stark gealtertes Gehirn war mit einem mehr als doppelt so hohen Sterberisiko verbunden. Gleichzeitig war das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung mehr als dreifach erhöht.
Umgekehrt senkte ein biologisch junges Gehirn das Sterberisiko um etwa 40 Prozent. Die Forscher fanden ähnliche Zusammenhänge für andere Organe: Ein gealtertes Herz war mit einem höheren Risiko für Vorhofflimmern assoziiert, ein gealtertes Lungengewebe mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41591-026-04446-y). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Bluttest künftig helfen könnte, individuelle Risikoprofile frühzeitig zu erkennen und gezielte Präventionsmaßnahmen einzuleiten, bevor Krankheiten klinisch manifest werden.
