Niedrige Albuminwerte bei CLL-Diagnose: Marker für schlechtere Prognose in ressourcenarmen Settings
Niedrige Serum-Albumin-Werte bei der Diagnose chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) sind mit ungünstigen klinischen Merkmalen und einer schlechteren Überlebenschance assoziiert. Türkische Forscher haben in einer retrospektiven Studie gezeigt, dass Albumin unter 4 g/dL auf ältere Patienten, fortgeschrittene Stadien, Anämie und höhere Lymphozytenzahlen hinweist. Der einfache Laborwert könnte in Ländern mit begrenzter molekulargenetischer Diagnostik eine wertvolle Ergänzung zur Risikostratifizierung sein. CLL ist die häufigste Leukämie bei Erwachsenen und verläuft hochgradig heterogen, erklären die Autoren um Selin Küçükyurt Kaya vom Ankara Etlik City Hospital. In ihrer Analyse von 230 Patienten zwischen 2010 und 2024 betrug das Medianalter bei Diagnose 62,5 Jahre, 52,2 Prozent waren männlich. Bei 14,8 Prozent lag Albumin unter 4 g/dL. Diese Gruppe zeigte signifikant häufiger fortgeschrittene Rai- oder Binet-Stadien, Anämie, höhere Lymphozytenzahlen und einen früheren Therapiebedarf (alle p < 0,05). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 20 Monate. Patienten mit niedrigem Albumin…

