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Verhalten von Golden Retrievern und Menschen wird von denselben Genen gesteuert

Verhalten von Golden Retrievern und Menschen wird von denselben Genen gesteuert

Eine Studie unter der Leitung von Forschern der Universität Cambridge bietet Einblicke in die Emotionen von Hunden und zeigt, warum manche Golden Retriever ängstlicher, energiegeladener oder aggressiver sind als andere. Die heute in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie zeigt erstmals, dass bestimmte Gene, die mit dem Verhalten von Hunden in Verbindung stehen, auch mit Eigenschaften wie Angstzuständen, Depressionen und Intelligenz beim Menschen assoziiert sind. Das Team analysierte den genetischen Code von 1.300 Golden Retrievern und verglich ihn mit den Verhaltensmerkmalen jedes Hundes, die anhand eines detaillierten Fragebogens für die Besitzer erfasst wurden. Dabei wurden Gene identifiziert, die Merkmale wie Trainierbarkeit, Energielevel, Fremdenangst und Aggressivität gegenüber anderen Hunden beeinflussen. Durch den Vergleich ihrer Ergebnisse mit einer ähnlichen Analyse beim Menschen entdeckte das Team, dass zwölf der von ihnen identifizierten Golden-Retriever-Gene auch menschlichen Verhaltensmerkmalen und Emotionen zugrunde liegen. „Die… 

Kalziumsensitiver Schalter steigert die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten

Kalziumsensitiver Schalter steigert die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten

Antikörpermedikamente zur Krebsbekämpfung sind so konzipiert, dass sie in Tumorzellen eindringen und dort eine tödliche Substanz freisetzen. Doch allzu oft erreichen sie dieses Ziel nicht. Eine neue Studie zeigt, wie diese Strategie – ähnlich einem Trojanischen Pferd – durch die Ausnutzung von Kalziumunterschieden innerhalb und außerhalb der Zellen effektiver funktioniert.  Ein Forschungsteam unter der Leitung von Sophia Hober, Professorin am KTH Royal Institute of Technology, hat die Entwicklung eines Kalzium-aktivierten Wirkstoffabgabesystems vorgestellt. Dieses System soll eine präzisere Behandlung mit niedrigeren Dosen und weniger Schäden an gesundem Gewebe ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der Stanford University und der Universität Umeå veröffentlichten die Forscher ihre Ergebnisse in PNAS , der Fachzeitschrift der National Academy of Sciences. Das Konzept zielt auf eine häufige Herausforderung bei zielgerichteten Medikamenten ab, die dazu neigen, sich zu stark an Rezeptoren von Tumoren anzulagern. Positiv ist, dass diese starke Bindung die… 

FDA warnt vor gefährlichem Montagefehler bei Infusionssets von Fresenius Kabi

FDA warnt vor gefährlichem Montagefehler bei Infusionssets von Fresenius Kabi

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine „Early Alert“ für ein bestimmtes Los des Ivenix Large Volume Pump (LVP) Primary Administration Sets des Herstellers Fresenius Kabi herausgegeben. Bei dem betroffenen Produkt (Los FA25B03126, Produktcode SET-0032-01/SET-0032-25) sind Tropfkammer und Luer-Lock-Anschluss vertauscht montiert. Dadurch kann es bei der Verwendung mit der Ivenix-Infusionspumpe zu einem Rückfluss (Reverse Flow) kommen: Flüssigkeit wird unter Unterdruck aus dem Patientenanschluss gesaugt und unter Überdruck zurück in den Behälter gedrückt. Dies birgt erhebliche Risiken: Der Fehler tritt nur bei pumpengesteuerter Infusion auf, nicht bei reiner Schwerkraftinfusion. Die nachgeschaltete Schlauchlänge ist zudem stark verkürzt (ca. 60 statt 183 cm), was den Anschluss an den Patienten erschweren oder unmöglich machen kann. Fresenius Kabi hat betroffene Kunden am 30. Oktober 2025 angeschrieben und fordert die sofortige Stilllegung, Quarantäne und Rückgabe oder Vernichtung des Loses. Bislang sind keine schweren Verletzungen oder Todesfälle bekannt geworden.… 

Unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Parkinson-Risiko

Unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Parkinson-Risiko

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen mit unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe ein erhöhtes Risiko haben, an Parkinson zu erkranken. Sie können dieses Risiko jedoch deutlich senken, indem sie ihre Schlafqualität durch die Anwendung von CPAP (kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck) verbessern. Die heute in der Fachzeitschrift JAMA Neurology veröffentlichte Studie untersuchte elektronische Gesundheitsakten von mehr als 11 Millionen US-Militärveteranen, die zwischen 1999 und 2022 Leistungen des US-Veteranenministeriums in Anspruch genommen hatten. Die Forschungsarbeiten wurden von der Oregon Health & Science University und dem Portland VA Health Care System geleitet. Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, von der schätzungsweise eine Million Menschen landesweit betroffen sind, wobei das Risiko für Menschen über 60 Jahre von Jahr zu Jahr stetig zunimmt. Die neue Studie deutet auf ein erhöhtes Risiko bei Menschen mit unbehandelter Schlafapnoe hin, langfristig an Parkinson zu erkranken. Selbst nach Berücksichtigung von Störfaktoren wie Übergewicht, Alter und Bluthochdruck… 

Blockchain in der Labormedizin: Durchbrüche und revolutionäre Anwendungen

Blockchain in der Labormedizin: Durchbrüche und revolutionäre Anwendungen

Die Labormedizin – also die medizinische Diagnostik durch Laboruntersuchungen von Blut, Gewebe, Urin usw. – erzeugt täglich gigantische Mengen hochsensibler personenbezogener Gesundheitsdaten. Gleichzeitig kämpft das Fachgebiet mit klassischen Problemen: Dateninseln zwischen Laboren, Krankenhäusern und Arztpraxen, Fälschungsrisiken bei Befunden, langsame grenzüberschreitende Datenweitergabe, mangelnde Nachverfolgbarkeit von Proben und Proben sowie Datenschutzskandale. Genau hier setzt Blockchain-Technologie an – und zwar nicht nur theoretisch. Seit ca. 2022–2025 haben sich mehrere echte, bereits produktiv eingesetzte oder kurz vor dem Rollout stehende Durchbrüche ergeben, die die Labormedizin nachhaltig verändern werden. 1. Unverfälschbare und sofort verfügbare Laborbefunde („Immutable Lab Results“) Durchbruch: Befunde werden direkt nach Validierung durch den Laborarzt als kryptographisch signierter Hash auf einer Permissioned Blockchain (meist Hyperledger Fabric oder Ethereum-basiertes Quorum/Consortium-Netzwerk) abgelegt. Der vollständige PDF- oder HL7/FHIR-konforme Datensatz bleibt im klassischen Speicher, aber der Hash plus Metadaten (Patienten-Pseudonym, Probennummer, Timestamp, ausstellendes Labor) ist für immer… 

Das „zweite Gehirn“ im Darm steuert das Immunsystem wie eine Weiche

Das „zweite Gehirn“ im Darm steuert das Immunsystem wie eine Weiche

Forschende am Champalimaud Centre for the Unknown in Lissabon haben entdeckt, wie das Nervensystem im Darm entscheidet, ob das Immunsystem angreift oder repariert. Die Studie, veröffentlicht in „Nature Immunology“, beschreibt erstmals einen direkten Dreier-Dialog zwischen Darmnerven, den deckenden Epithelzellen und dem Immunsystem – und identifiziert dabei den Neurotransmitter VIP (vasoaktives intestinales Peptid) als zentrale Schaltstelle. VIP wird von bestimmten Darmneuronen freigesetzt, wenn wir essen. Epithelzellen, die die Darmwand auskleiden, tragen den Rezeptor VIPR1 und empfangen das Signal. Je nachdem, ob VIPR1 aktiviert oder blockiert wird, produziert die Epithelzelle unterschiedliche Botenstoffe (Zytokine), die das Immunsystem in zwei gegensätzliche Programme lenken: Tierversuche zeigten dramatische Effekte: Mäuse ohne VIPR1 in den Epithelzellen waren deutlich anfälliger für bakterielle Infektionen wie Salmonella, aber besser gegen Parasiten geschützt. Das Nervensystem im Darm fungiert damit wie eine Weiche, die je nach Situation den passenden Immunweg wählt. Die… 

Alzheimer-Studien mit oralem Semaglutid enttäuschen – Alzheimer-Gesellschaft fordert breitere Forschung

Alzheimer-Studien mit oralem Semaglutid enttäuschen – Alzheimer-Gesellschaft fordert breitere Forschung

Die Alzheimer’s Association hat enttäuscht auf die Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studien evoke und evoke+ reagiert: Das orale Diabetes-Medikament Semaglutid konnte in Tablettenform den Krankheitsverlauf bei frühem symptomatischen Alzheimer weder statistisch signifikant verlangsamen noch stoppen. An den beiden großen internationalen Studien nahmen über 3.800 Patienten im Alter von 55 bis 85 Jahren mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder milder Demenz (Stadium 3 und 4) teil. Obwohl das Medikament in beiden Studien Alzheimer-relevante Biomarker verbesserte, schlug sich dies nicht in einer Verzögerung des klinischen Fortschreitens nieder. Die Alzheimer’s Association betont, dass auch negative Studienergebnisse wertvoll sind: Sie tragen zum Verständnis der Krankheit bei und helfen, zukünftige Studien besser zu gestalten. Die Organisation bleibt optimistisch. Derzeit laufen 182 aktive klinische Studien mit 138 neuen Wirkstoffen. Experten gehen davon aus, dass eine wirksame Therapie künftig aus personalisierten Kombinationen mehrerer Ansätze bestehen wird. Die Alzheimer’s Association unterstützt… 

Blutproteinprofile können die Sterblichkeit vorhersagen. Symbolbild. Credits: LabNews Media LLC.

Blutproteinprofile können die Sterblichkeit vorhersagen

Erhöhte Werte von fünf Proteinen im Blut können dabei helfen, das Sterberisiko vorherzusagen, wie eine neue Studie der University of Surrey zeigt. Wissenschaftler glauben, dass die Proteine (PLAUR, SERPINA3, CRIM1, DDR1 und LTBP2), die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krankheiten wie Krebs und Entzündungen spielen, auch zum Sterberisiko beitragen können. Die Ergebnisse könnten Ärzten dabei helfen, Personen mit dem höchsten Sterberisiko zu identifizieren und frühzeitig medizinische Maßnahmen zu ergreifen. Die Studie entdeckte außerdem 392 Proteine, die mit einem erhöhten Sterberisiko innerhalb von fünf Jahren in Verbindung stehen, sowie weitere 377 Proteine, die mit einem Sterberisiko innerhalb von zehn Jahren assoziiert sind, selbst wenn Gesundheits- und Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder bereits bestehende Krankheitsdiagnosen berücksichtigt werden. Proteine erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen im Körper und sind für das Wachstum, die Entwicklung und die Struktur jeder Zelle von entscheidender Bedeutung. Anhand… 

Ex-Sicherheitschef von Figure AI klagt: Entlassung nach Warnung vor tödlich gefährlichen Humanoid-Robotern

Ex-Sicherheitschef von Figure AI klagt: Entlassung nach Warnung vor tödlich gefährlichen Humanoid-Robotern

Der ehemalige Leiter für Produktsicherheit beim kalifornischen Robotik-Startup Figure AI, Robert Gruendel, hat am 21. November 2025 vor dem Bundesgericht im Northern District of California Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber eingereicht. Der erfahrene Robotik-Sicherheitsexperte wirft dem von Brett Adcock geführten Unternehmen vor, ihn am 2. September 2025 fristlos entlassen zu haben – nur wenige Tage nachdem er eindringlich vor lebensgefährlichen Risiken der hauseigenen Humanoid-Roboter gewarnt hatte. Gruendel, der im Oktober 2024 als „Head of Product Safety“ bei Figure AI begann, sollte eigentlich die globale Sicherheitsstrategie des Unternehmens entwickeln und durchsetzen. Stattdessen stieß er nach eigenen Angaben auf systematischen Widerstand der Führungsebene, die Sicherheitsmaßnahmen als störend für das erklärte Ziel empfand, möglichst schnell einen kommerziell nutzbaren Humanoid-Roboter auf den Markt zu bringen („Move Fast & Be Technically Fearless“). Kern der Vorwürfe: Die Klage stützt sich auf drei Ansprüche nach kalifornischem Recht:… 

Blutwerte: Der MuSK-Antikörper

Blutwerte: Der MuSK-Antikörper

MuSK steht für Muscle-specific tyrosine kinase (muskelspezifische Tyrosinkinase). Es handelt sich um ein Transmembranprotein, das sich an der postsynaptischen Membran der neuromuskulären Endplatte befindet. MuSK ist essenziell für die Bildung, Reifung und Erhaltung der neuromuskulären Junction. Zusammen mit dem Agrin-LRP4-Komplex aktiviert es das Signalprotein Rapsyn, das wiederum die Clusterbildung von Acetylcholinrezeptoren (AChR) auf der Muskelseite steuert. Was bedeutet ein positiver MuSK-Antikörper-Blutwert? Antikörper gegen MuSK (MuSK-Ak) sind pathogene Autoantikörper, die vor allem bei der Myasthenia gravis (MG) vorkommen. Sie gehören zu den wichtigsten serologischen Markern neben den Acetylcholinrezeptor-Antikörpern (AChR-Ak) und LRP4-Antikörpern. Ein positiver MuSK-Ak-Blutwert beweist in der Regel das Vorliegen einer MuSK-Myasthenia gravis (MuSK-MG), einer autoimmunen Form der Myasthenia gravis. Epidemiologie und Häufigkeit Klinisches Bild der MuSK-MG Im Gegensatz zur klassischen AChR-MG zeigt die MuSK-MG häufig ein charakteristisches Muster: Pathophysiologie MuSK-Antikörper (fast ausschließlich IgG4-Subklasse) blockieren die Agrin-induzierte MuSK-Phosphorylierung ? gestörte AChR-Clusterbildung…