Chemiewerke Schkopau und Böhlen vor Schließung: Biotechbranche und Ostdeutschland unter Druck
Der US-Chemiekonzern Dow Chemical plant die Stilllegung oder Schließung seiner Produktionsanlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen), mit einer Entscheidung bis Juli 2025. Hohe Energiepreise, steigende CO2-Kosten und Überkapazitäten bedrohen etwa 500 direkte Arbeitsplätze und die regionale Wirtschaft. Die Folgen könnten die deutsche Biotechbranche schwächen und den sozialen Frieden in Ostdeutschland gefährden. Die Werke sind Kern des mitteldeutschen Chemiedreiecks, das jährlich Chemikalien im Wert von über 2 Milliarden Euro produziert. In Böhlen betreibt Dow einen Steam-Cracker, der 600.000 Tonnen Ethylen und Propylen jährlich liefert, essenziell für Kunststoffe in Verpackungen, Folien und medizinischen Produkten. Diese Stoffe werden über ein 1.300 Kilometer langes Pipelinenetz an Standorte wie Schkopau und Leuna verteilt, wo 27 Unternehmen im ValuePark tätig sind. Dow beschäftigt in Deutschland 3.600 Mitarbeiter, davon 1.200 in Mitteldeutschland. Eine Schließung des Crackers würde die Versorgung unterbrechen, was Zulieferer und abhängige Firmen mit…
