Ein umfassendes Gesetzespaket zur Kennzeichnung und Werbebeschränkung ungesunder Lebensmittel hat in Chile messbar zu einer Reduktion von Übergewicht und Adipositas bei Vorschulkindern geführt. Das zeigt eine Studie, die im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde.
Das 2016 eingeführte „Food Labelling and Advertising Law“ (FLAL) verpflichtet Hersteller zu Warnhinweisen auf Produkten mit hohem Zucker-, Fett-, Salz- oder Kaloriengehalt. Zusätzlich wurden Werbung für solche Produkte an Kinder eingeschränkt und der Verkauf in Schulen verboten.
Die Studie verglich Daten von über 300.000 Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren vor und nach Einführung des Gesetzes. Kinder, die sechs bis 18 Monate nach Inkrafttreten der ersten Phase in der Schule waren, hatten eine etwa zwei Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht oder Adipositas als Kinder gleichen Alters vor der Gesetzesänderung. Bei Mädchen lag die Risikoreduktion bei 2,9 Prozent, bei Jungen bei 2,4 Prozent.
„Dies ist der erste plausible Nachweis auf nationaler Ebene, dass ein Paket aufeinander abgestimmter Maßnahmen das Risiko für Übergewicht im Kindesalter senken kann“, erklärte Prof. Guillermo Paraje, einer der Studienautoren. Die Effekte waren bereits nach wenigen Monaten messbar und dürften durch die Verschärfung des Gesetzes in späteren Phasen noch zugenommen haben.
Die Ergebnisse liefern wichtige evidenzbasierte Argumente für andere Länder, die ähnliche Maßnahmen erwägen. Experten betonen, dass selbst kleine Reduktionen des Körpergewichts bei Kindern mit Übergewicht langfristig das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken können.
