Blut als Ware: Wie Deutschland mit Spenden ein Millionengeschäft für Pharma und Kliniken organisiert
Blut und Plasma sind in Deutschland ein Millionengeschäft, das formal unter dem Leitbild der altruistischen Spende steht, faktisch aber von industriellen Wertschöpfungsketten, privaten Anbietern und steigenden Medikamentenumsätzen geprägt ist.[1][2] Zwischen Spendebett, pharmazeutischer Fraktionierung und Klinikabrechnung entsteht ein Markt, in dem aus freiwilligen Spenden hochpreisige Präparate werden, deren Erlöse weit über den Aufwandsentschädigungen für Spenderinnen und Spender liegen.[1][3] Rahmen: Gesetz, Gemeinwohl und Markt Das Transfusionsgesetz (TFG) schreibt seit 1998 vor, dass Blut- und Plasmaspenden grundsätzlich freiwillig und unentgeltlich erfolgen sollen, die Spende aber durch pauschale Aufwandsentschädigungen honoriert werden kann.[4][5] Ziel des Gesetzes ist der Schutz von Spendern und Empfängern und die Sicherstellung der Versorgung, nicht die Gewinnmaximierung – zugleich lässt der Gesetzesrahmen jedoch Raum für wirtschaftliche Tätigkeit von Blutspendediensten und plasmaverarbeitenden Pharmaunternehmen.[6][7] Die Aufsicht liegt beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das jährlich detaillierte Berichte zur Versorgung mit Blut und Blutprodukten vorlegt und den…



