Nahrungsunsicherheit hinterlässt offenbar eine messbare biologische Spur im Darmmikrobiom von Kindern. Das zeigt eine Studie an äthiopischen Schülern, die auf dem ASM Microbe 2026 Kongress vorgestellt wurde.
Kinder aus Haushalten mit Nahrungsunsicherheit wiesen demnach veränderte Darmbakterienprofile auf, darunter erhöhte Werte des Bakteriums Sutterella, das bereits mit schlechter Ernährungsqualität und Darmentzündungen in Verbindung gebracht wird. Die Studie wurde von Forschern um Bineyam Taye von der Colgate University durchgeführt.
Die Wissenschaftler hatten Stuhlproben von Kindern aus nahrungssicheren und nahrungsunsicheren Haushalten mittels DNA-Sequenzierung und statistischen Analysen verglichen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nahrungsunsicherheit die Kindergesundheit nicht nur über mangelnde Nährstoffzufuhr, sondern auch über Veränderungen im Mikrobiom beeinflussen könnte, das eine wichtige Rolle bei Verdauung, Stoffwechsel und Immunfunktion spielt.
Taye betonte, die Studie trage dazu bei, die Forschungslücke zum Darmmikrobiom in einkommensschwachen und nicht-westlichen Bevölkerungsgruppen zu schließen. Künftige Untersuchungen sollen klären, ob diese Veränderungen langfristig mit Wachstum, Immunfunktion und Gesundheitsoutcomes zusammenhängen.
