Drogensucht unter Ärzten gefährdet Patienten
Die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen unter Medizinern stellt ein wachsendes Problem dar, das nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Qualität der Patientenversorgung massiv gefährdet. Internationale Studien schätzen, dass zwischen 10 und 15 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte im Laufe ihrer Karriere eine Substanzkonsumstörung entwickeln – eine Rate, die der in der Allgemeinbevölkerung entspricht oder sie leicht übertrifft. In Deutschland gehen Schätzungen der Bundesärztekammer und spezialisierter Kliniken von bis zu 25.000 betroffenen Medizinern aus, wobei Alkohol und verschreibungspflichtige Medikamente die häufigsten Substanzen sind. Experten warnen: Ohne frühe Intervention drohen Fehldiagnosen, Behandlungsfehler und eine erhöhte Mortalität bei Patienten. Der Berufsalltag von Ärzten ist geprägt von enormem Druck. Lange Arbeitszeiten, hohe Verantwortung und ständige Erreichbarkeit fördern den Griff zu Substanzen, die kurzfristig Entspannung oder Leistungsfähigkeit versprechen. Eine Umfrage unter 400 Klinikärzten ergab, dass elf Prozent regelmäßig Alkohol oder Medikamente einnehmen, um…


