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Merz – der Zerstörer

In der langen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat der Sozialstaat immer wieder Bewährungsproben bestanden. Er war kein Luxus, kein Anhängsel einer prosperierenden Marktwirtschaft, sondern deren tragende Säule. Von der Gründung der Republik 1949 bis in die jüngste Vergangenheit verkörperte er das Versprechen, dass wirtschaftliche Freiheit und soziale Sicherheit keine Gegensätze sind, sondern einander bedingen. Das Grundgesetz verankerte das Sozialstaatsprinzip in Artikel 20 und 28 als unveränderbare Staatszielbestimmung. Die Soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards wurde zum Markenzeichen einer Gesellschaft, die Armut nicht als Schicksal, sondern als zu bekämpfendes Übel betrachtete. Nun, im Jahr 2026, steht dieses Erbe unter frontalem Beschuss. Bundeskanzler Friedrich Merz und seine schwarz-rote Koalition haben mit der angekündigten Rentenreform und der bereits im April vom Kabinett beschlossenen Gesundheitsreform einen Paradigmenwechsel eingeleitet, der die Grundfesten des deutschen Sozialmodells erschüttert. Was als „notwendige Modernisierung“ verkauft wird, erweist sich bei genauer Betrachtung… 

Die Bedeutung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in China: Ein evidenzbasierter Überblick

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist seit Jahrtausenden fester Bestandteil der chinesischen Kultur und Gesundheitsversorgung. In der Volksrepublik China wird sie staatlich gefördert und als gleichberechtigter Bestandteil des Gesundheitssystems neben der konventionellen Medizin positioniert. Die Regierung integriert TCM in nationale Strategien wie den „Healthy China 2030“-Plan. Politischer Rahmen und Integration Der „Healthy China 2030“-Plan und damit verbundene Dokumente betonen die Förderung und Modernisierung der TCM. Die Regierung fördert die Integration von TCM in Prävention, Grundversorgung und Behandlung chronischer Erkrankungen. TCM wird in Allgemeinkrankenhäusern, Gemeindeeinrichtungen und spezialisierten TCM-Einrichtungen angeboten. Infrastruktur und Nutzung China verfügt über ein umfangreiches Netz an TCM-Einrichtungen. Im Jahr 2023 gab es 5.053 TCM-Krankenhäuser. Die Zahl der TCM-Hospitäler, Betten und Fachkräfte ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, ihr Anteil am Gesamtsystem liegt jedoch bei etwa 15–17 %. Eine Meta-Analyse von 33 Studien mit über 41.000 Teilnehmern (Stand… 

Wal Timmy ist tot – eine faktenbasierte Analyse der Verantwortlichkeiten, der Strafanzeigen gegen Umweltminister Till Backhaus und evidenzbasierter Standards für künftige Fälle

Der vor der dänischen Insel Anholt aufgefundene tote Buckelwal ist mit zweifelsfreier Sicherheit das Individuum, das in Deutschland als „Timmy“ (auch „Hope“ oder „Buckli“) bekannt wurde. Dänische Behörden (Miljøstyrelsen) haben dies bestätigt. Entscheidend war der Fund des angebrachten Trackers am Kadaver, der sich nun im Besitz der dänischen Regierung befindet. Weitere Merkmale (Größe ca. 10–15 m, Pigmentierungen) stimmten überein. Gewebeproben und weitere Untersuchungen (u. a. Schwanzflossen-Muster) dienten der endgültigen Absicherung. Das Tier war bereits seit mehreren Tagen tot, als es rund 75 Meter vor der Küste Anholts im Kattegat entdeckt wurde. Timmy hatte sich seit Anfang März 2026 in der Ostsee aufgehalten, war mehrfach gestrandet und lag wochenlang in flachem Brackwasser vor der Insel Poel. Nach einem Gutachten vom 7. April 2026 folgte zunächst behördliche Zurückhaltung. Unter öffentlichem Druck genehmigte das Land Mecklenburg-Vorpommern eine private Rettungsaktion. Am 2. Mai 2026… 

Deutschland verliert in Schlüsseltechnologien den Anschluss

Deutschland gilt traditionell als starke Forschungs- und Innovationsnation mit hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung, einer robusten Industrie und international anerkannten Institutionen wie der Max-Planck-Gesellschaft oder Fraunhofer. Dennoch zeigen aktuelle Indikatoren wie der Global Innovation Index, Patentstatistiken des Europäischen Patentamts und internationale Vergleiche bei Publikationen, dass das Land in mehreren zukunftsweisenden Feldern hinter die USA, China und andere aufstrebende Volkswirtschaften zurückfällt. Während die absoluten Forschungsaufwendungen 2023 auf rund 130 Milliarden Euro stiegen und die Quote bei 3,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts lag, wuchsen die Investitionen in anderen Ländern der EU und weltweit deutlich dynamischer. Der deutsche Anteil an globalen FuE-Ausgaben sank im Vergleich zu früheren Jahren, und der Global Innovation Index 2025 weist Deutschland nur noch auf Rang 11 aus – hinter China, das erstmals in die Top Ten vorrückte. Der Rückstand zeigt sich besonders in der Umsetzung von Spitzenforschung in… 

DFG bewilligt neuen Sonderforschungsbereich „VirusREvolution“ und verlängert „CATALIGHT“ an der Universität Jena

Jena (Labnews Media LLC) – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert einen neuen Sonderforschungsbereich an der Universität Jena und verlängert einen bestehenden Transregio. Neu bewilligt wurde der SFB „virusREvolution: Decoding tools for virus research“. Zudem geht der SFB/TRR 234 „CATALIGHT“ der Universitäten Jena und Ulm in die dritte Förderphase. Der neue SFB „VirusREvolution“ entwickelt interdisziplinäre bioinformatische, photonische und experimentelle Werkzeuge für die Virusforschung. Ziel ist es, Viren schneller zu erkennen, besser zu charakterisieren und Ausbrüche präziser zu analysieren. Sprecherin ist Prof. Dr. Manja Marz. Der Verbund verbindet Expertise aus Bioinformatik, Virologie, Mikrobiologie, Medizin, Chemie und Photonik. Als Modellsysteme dienen unter anderem SARS-CoV-2 und der Vibriophage N4. Beteiligt sind neben der Universität Jena und dem Universitätsklinikum Jena weitere Jenaer Institute sowie Partner aus Leipzig, Braunschweig, Gießen, München, Münster, Greifswald und Berlin. Der SFB/TRR 234 „CATALIGHT – Lichtgetriebene molekulare Katalysatoren in hierarchisch strukturierten… 

Neuer Sonderforschungsbereich „DYNAMO“ an der Universität Duisburg-Essen

Duisburg-Essen (Labnews Media LLC) – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des neuen Sonderforschungsbereichs 1752 „DYNAMO“ an der Universität Duisburg-Essen bewilligt. Ab dem 1. Oktober 2026 fördert die DFG den Verbund mit rund 12,9 Millionen Euro. Ziel des SFB ist es, Therapien gegen schwarzen Hautkrebs (Melanom) zu verbessern, indem die frühen Anpassungsprozesse von Tumoren besser verstanden werden. Der Sonderforschungsbereich wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen koordiniert. Partner sind das Institut für Experimentelle Onkologie der Universität Bonn und das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. in Dortmund. Der Forschungsverbund kombiniert klinische, experimentelle und technologische Ansätze, um die dynamischen Veränderungen in Melanomzellen direkt nach Therapiebeginn zu analysieren. SFB-Sprecher Prof. Dr. Alexander Roesch, Dermato-Onkologe an der Universität Duisburg-Essen, erklärte, dass viele Melanome bereits in den ersten Wochen einer Behandlung Resistenzen entwickeln. Der neue SFB soll… 

Neue hochgiftige Würfelqualle vor Singapur entdeckt

Sendai/Singapur (Labnews Media LLC) – Ein internationales Forschungsteam der Tohoku University und der National University of Singapore hat eine bisher unbekannte Art hochgiftiger Würfelquallen (Box Jellyfish) entdeckt. Die neue Spezies trägt den Namen Chironex blakangmati und wurde in den Küstengewässern der Insel Sentosa (früher „Pulau Blakang Mati“) gefunden. Die neue Art sieht auf den ersten Blick der bereits bekannten Chironex yamaguchii sehr ähnlich, erwies sich jedoch durch genetische Analysen als eigenständige Spezies. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal liegt in der Anatomie der sogenannten perradialen Lappen am unteren Rand der glockenförmigen Körperhülle: Während die bekannten Arten dort spitze Kanäle aufweisen, fehlen diese bei Chironex blakangmati. Zusätzlich gelang den Forschenden der Erstnachweis der thailändischen Art Chironex indrasaksajiae in den Gewässern Singapurs. Würfelquallen der Gattung Chironex gelten als besonders gefährlich. Ihre Stiche verursachen starke Schmerzen und können in schweren Fällen tödlich sein. Die Entdeckung trägt… 

Diltiazem-Engpass: Herzmedikament fehlt voraussichtlich bis Januar 2027

Für den Calciumantagonisten Diltiazem liegen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Lieferengpässe vor. Diese dauern voraussichtlich bis Mitte Januar 2027 an. Betroffen sind verschiedene Wirkstärken und Galeniken. Konkret gemeldet sind Engpässe bei Diltiazem AbZ 90 mg Retardtabletten, Diltiazem AbZ 60 mg Tabletten und Diltiazem-ratiopharm 60 mg Tabletten. Es handelt sich jeweils um Erstmeldungen. Eine Sprecherin von ratiopharm erklärte, der Lieferengpass sei auf laufende regulatorische Anpassungen beim Wirkstoff zurückzuführen. Eine Wiederverfügbarkeit werde Anfang 2027 erwartet. Bereits 2020 hatte es bei Diltiazem Probleme gegeben. Damals hatte Aliud Diltiazem-haltige Arzneimittel zurückgerufen, weil regulatorische Abweichungen bei der Herstellung der Wirkstoffchargen festgestellt worden waren. Diltiazem gehört zur Gruppe der Calciumantagonisten vom Benzothiazepin-Typ und wird unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern eingesetzt. Die Wirkstoffe blockieren den Calciumeinstrom in die Zellen und führen so zu einer Gefäßerweiterung und einer Verlangsamung der… 

Sexuelle Belästigungen beim 130. Deutschen Ärztetag in Hannover

Hannover (Labnews Media LLC) – Beim 130. Deutschen Ärztetag soll es nach Angaben mehrerer weiblicher Kongressteilnehmerinnen zu sexuellen Belästigungen gekommen sein. Die betroffenen Frauen berichten von unangemessenen Einladungen auf Hotelzimmer und von sexistischen Gesprächssituationen während der Veranstaltung. Der Deutsche Ärztetag, der vom 12. bis 15. Mai 2026 in Hannover stattfand, ist das höchste Beschlussgremium der deutschen Ärzteschaft und dient dem Austausch über berufs- und gesundheitspolitische Themen. Die Vorfälle sollen sich im Rahmen des Kongresses ereignet haben. Mehrere Teilnehmerinnen schildern Situationen, in denen sie von männlichen Kollegen oder anderen Kongressteilnehmern auf Hotelzimmer eingeladen worden seien. Zudem seien sie mit sexistischen Bemerkungen konfrontiert gewesen. Bislang hat die Bundesärztekammer als Veranstalter noch nicht öffentlich zu den Berichten Stellung genommen. Die Vorwürfe werfen ein Schlaglicht auf den Umgang mit sexueller Belästigung und Machtgefälle in beruflichen Kontexten der Medizin. Sie könnten weitere Diskussionen über Präventionsmaßnahmen… 

Deutschland in der Midtech-Falle: Traditionelle Stärken werden zum Innovationshemmnis

Deutschland hat sich über Jahrzehnte als führende Industrienation etabliert, mit herausragenden Leistungen in Bereichen wie Automobilbau, Maschinenbau und Chemie. Diese Branchen prägen bis heute die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Wirtschaft und sorgen für stabile Wertschöpfung und Exportstärke. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein strukturelles Muster, das Ökonomen als Midtech-Falle bezeichnen: Eine starke Konzentration auf inkrementelle Verbesserungen etablierter Technologien in mittleren Technologiebereichen, während disruptive Innovationen in Hochtechnologiefeldern wie Software, Biotechnologie oder digitalen Plattformen unterrepräsentiert bleiben. Dieses Phänomen betrifft nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Europäische Union, doch gerade hierzulande ist es besonders ausgeprägt. Die Folgen reichen von einer wachsenden Produktivitätslücke gegenüber den USA und China über stagnierendes Wirtschaftswachstum bis hin zu strategischen Abhängigkeiten in kritischen Zukunftstechnologien. Die Analyse beleuchtet Ursachen, Datenlage und Konsequenzen dieser Entwicklung auf Grundlage internationaler Vergleichsstudien zu FuE-Ausgaben, Patenten und Produktivitätsindikatoren. Die Midtech-Falle beschreibt eine langfristige Spezialisierung der Industrie… 

Neue Plattform ASHOP ermöglicht integrative Analyse genomischer und klinischer Daten bei Blutkrebs

Die American Society of Hematology (ASH) hat eine neue open-access Plattform namens ASH HematOmics Program (ASHOP) gestartet, die genomische, transkriptomische und klinische Daten von fast 6.000 Patienten mit hämatologischen Erkrankungen zentral zugänglich macht und interaktiv analysierbar. Die Plattform enthält Daten zu somatischen Mutationen, Genfusionen, Genexpressionsprofilen und klinischen Verläufen von Patienten mit B-Zell-Vorläufer- und T-Zell-akuter lymphatischer Leukämie (ALL), akuter myeloischer Leukämie (AML), myelodysplastischen Syndromen (MDS) und chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). ASHOP ermöglicht Nutzern, Landschaften genomischer Veränderungen und Co-Mutationsmuster über Lollipop- und Matrix-Plots zu visualisieren, signifikant veränderte Gene in selbstdefinierten Subkohorten zu analysieren sowie Transkriptom-Daten mit interaktiven UMAPs, Clustering, differentieller Expression und Pathway-Enrichment zu erkunden. Genomische und transkriptomische Merkmale lassen sich frei mit klinischen Outcomes korrelieren. In vier Anwendungsbeispielen demonstrieren die Autoren den Nutzen der Plattform: Die Plattform (ashop.hematology.org) soll Forschern helfen, die komplexen molekularen Treiber hämatologischer Erkrankungen besser zu verstehen und… 

Mitral-Edge-to-Edge-Repair behebt hämolytische Anämie nach operativer Mitralklappenrekonstruktion

Eine transkatheterale Mitralklappen-Edge-to-Edge-Repair (M-TEER) kann eine schwere hämolytische Anämie bei Patienten mit rezidivierender Mitralklappeninsuffizienz nach vorangegangener chirurgischer Rekonstruktion erfolgreich behandeln. Das zeigt ein Fallbericht aus Deutschland, der in JACC: Case Reports veröffentlicht wurde. Eine 78-jährige Patientin stellte sich mit zunehmender Atemnot und schwerer hämolytischer Anämie vor. Sie hatte zuvor eine operative Mitralklappenrekonstruktion mit Anuloplastie erhalten. Die Echokardiografie ergab eine schwere exzentrische valvuläre Mitralklappeninsuffizienz (MR) durch Prolaps des anterioren Segels. Der hochgeschwindige Regurgitationsjet traf direkt auf den Anuloplastie-Ring und verursachte durch Scherkräfte die mechanische Hämolyse. Aufgrund des hohen operativen Risikos entschieden sich die Ärzte für eine kathetergestützte Edge-to-Edge-Repair (MitraClip-Verfahren). Nach dem Eingriff reduzierte sich die Mitralklappeninsuffizienz auf ein mildes Ausmaß. Die hämolytische Anämie bildete sich vollständig zurück. Hämolytische Anämien nach chirurgischer Mitralklappenrekonstruktion sind selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Sie werden meist mit paravalvulären Lecks in Verbindung gebracht. Der vorliegende Fall zeigt jedoch,…