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Roboter lernt durch Beobachtung von Menschen

Madrid. Forscher der Universidad Carlos III de Madrid (UC3M) haben eine neue Methode entwickelt, mit der ein Roboter seine Arme koordiniert, indem er Menschen beobachtet und die Bewegungen seiner beiden Arme miteinander abstimmt. Der Ansatz wurde auf der weltweit wichtigsten Robotik-Konferenz IROS 2025 in China vorgestellt und soll Serviceroboter natürlicher und leichter lehrbar machen. Der Roboter ADAM (Autonomous Domestic Ambidextrous Manipulator) ist für assistierende Aufgaben im Haushalt konzipiert – etwa Tisch decken und abräumen, Wäsche bügeln, Küchenordnung schaffen oder Getränke und Medikamente reichen. Er soll vor allem älteren Menschen oder Personen mit Einschränkungen helfen. Die Neuheit liegt in der Koordination der beiden Arme: Jeder Arm lernt zunächst unabhängig durch Imitationslernen (Beobachtung menschlicher Bewegungen). Anschließend kommunizieren die Arme über ein mathematisches Verfahren (Gaussian Belief Propagation), das wie ein ständiger, unsichtbarer Dialog funktioniert. So vermeiden sie Kollisionen untereinander oder mit Hindernissen –… 

Neuer Faktor bei pulmonaler Hypertonie entdeckt

Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Bonn haben einen bislang unbekannten Mechanismus bei der Entstehung der pulmonalen Hypertonie identifiziert: das Protein Beta-Arrestin 1. Es spielt eine entscheidende Rolle beim Transport von Signalmolekülen, die den Durchmesser der Lungengefäße regulieren. Die Entdeckung wurde am 9. Februar 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Pulmonale Hypertonie führt zu einer Verengung der Lungengefäße, was den Druck stark erhöht und unbehandelt meist innerhalb von zwei Jahren tödlich endet. Bisherige Therapien können den Verlauf nur verlangsamen. Die Gefäßverengung entsteht durch eine gestörte Entspannung der glatten Muskelzellen. Stickstoffmonoxid (NO) aus den Endothelzellen aktiviert normalerweise die lösliche Guanylatcyclase (sGC), die cGMP bildet und so den Kalziumspiegel senkt – die Muskelzellen entspannen sich. Beta-Arrestin 1 bindet direkt an sGC und transportiert ein Enzym, das das zentrale Häm-Eisen der Guanylatcyclase in den zweiwertigen Zustand… 

Saudi-Arabien kündigt Human Capability Initiative Conference 2026 an

Riad. Saudi-Arabien veranstaltet vom 3. bis 4. Mai 2026 in Riad die dritte Human Capability Initiative (HCI) Conference unter dem Motto „The Human Code“. Das gab das Human Capability Development Program (HCDP) bekannt. Erwartet werden über 15.000 Teilnehmer sowie mehr als 250 Sprecher aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Großbritannien wird als Ehrengastland auftreten. Die Auszeichnung unterstreicht die strategische Partnerschaft beider Länder in Bildung, Fachkräfteentwicklung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Unter der Schirmherrschaft von Kronprinz Mohammed bin Salman soll die Konferenz globale Lösungen für die Entwicklung menschlicher Potenziale im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz diskutieren. Bildungsminister Youssef bin Abdullah Al-Bunyan betonte, der Mensch bleibe der entscheidende Faktor für Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit. Die HCI Conference unterstütze die Ziele von Saudi Vision 2030, indem sie den Dialog über Investitionen in Bildung und Kompetenzen fördere. Handelsminister Majid bin Abdullah Al-Kassabi würdigte die Rolle Großbritanniens als Ehrengast… 

Nachtlärm erhöht Cholesterin- und Lipidwerte im Blut

Langfristige Exposition gegenüber nächtlichem Verkehrslärm ist mit Veränderungen im Blutfettstoffwechsel assoziiert – insbesondere mit höheren Werten von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und anderen lipidbezogenen Metaboliten. Das zeigt eine große europäische Studie der Universität Oulu, die in Environmental Research veröffentlicht wurde. Das Forschungsteam analysierte Daten von 272.229 Erwachsenen ab 31 Jahren aus drei großen Kohorten: UK Biobank, Rotterdam Study und Northern Finland Birth Cohort 1966. Die nächtliche Lärmbelastung an den Wohnadressen wurde mithilfe nationaler Lärmkarten modelliert. Blutproben wurden mit hochauflösender NMR-Metabolomik auf 155 Biomarker untersucht. Ergebnisse: Ab einer nächtlichen Lärmbelastung von etwa 50 Dezibel zeigten sich messbare Veränderungen bei Cholesterin und Lipiden – mit steigender Lärmintensität wurden die Effekte deutlicher. Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen ab 55 Dezibel. „Die Veränderungen sind für das Individuum gering, doch bei Millionen Betroffenen könnte der Effekt auf die öffentliche Gesundheit erheblich sein“, erklärt Erstautorin Yiyan He. Seniorautor… 

Neuer Sprachbiomarker könnte klinische Studien bei Schizophrenie erheblich verbessern

Baton Rouge. Forscher haben einen vielversprechenden Sprachbiomarker identifiziert, der die Effizienz klinischer Studien bei Schizophrenie steigern könnte. Durch Messung der Sprechlatenz – der Zeit zwischen Frage und Antwort in standardisierten Interviews – lassen sich Teilnehmer mit hoher Placebo-Reaktion erkennen und ausschließen. Dadurch verbessern sich die statistischen Ergebnisse dramatisch. In einer Phase-3-Studie mit dem Antipsychotikum Brilaroxazin (RP5063) wurde die Sprechlatenz aus Screening-Interviews von 406 Patienten aus drei Ländern und acht Sprachen analysiert. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Biological Psychiatry, zeigen: Nach Ausschluss der Patienten mit kurzer Sprechlatenz (hohe Placebo-Wahrscheinlichkeit) stieg der Behandlungs-Placebo-Unterschied um das Zwei- bis Dreifache. Die Sprechlatenz ist ein objektives Maß für verbale Reaktionszeit, das kognitive, soziale und motivationale Faktoren widerspiegelt. Längere Pausen deuten auf Störungen neuronaler Schaltkreise hin, die für die Umsetzung von Gedanken in Sprache zuständig sind. Der Biomarker ist einfach aus Audioaufnahmen psychiatrischer Interviews zu extrahieren und… 

Chronischer Alkoholkonsum verändert Genexpression in zentralen Hirnregionen

Langjähriger Alkoholkonsum führt zu tiefgreifenden Veränderungen der Genexpression im mesocorticolimbischen System – jenen Hirnregionen, die für Belohnung, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung entscheidend sind. Das zeigt eine Post-mortem-Studie des Instituts für Neurowissenschaften (UMH-CSIC) in Elche, die in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht wurde. Das Team um Jorge Manzanares und María Salud García-Gutiérrez untersuchte Hirngewebe von Personen mit langjähriger Alkoholabhängigkeit (durchschnittlich 35 Jahre) und verglich es mit Kontrollproben. Im Fokus stand das Endocannabinoid-System – ein zentrales Netzwerk für Belohnung, Motivation und Suchtverhalten. Ergebnisse: Die Veränderungen betreffen Regionen, die für Rückfallrisiko und neuronale Schäden entscheidend sind. Die Abnahme von CB2 deutet auf eine geschwächte neuroprotektive und entzündungshemmende Kapazität hin. Die Studie nutzte Proben des New South Wales Tissue Resource Centre (Australien) und isolierte die Effekte von Alkohol, da keine anderen Drogenkonsumenten einbezogen wurden. Die Ergebnisse könnten gezieltere Therapien ermöglichen, die das Endocannabinoid-System modulieren – mit… 

Evogene, Systasy und LMU Klinikum München: Entwicklung neuer Therapien gegen neutrophilengetriebene Entzündungskrankheiten

Rehovot/München, 11. Februar 2026. Evogene Ltd. (Nasdaq/TASE: EVGN), Systasy Bioscience GmbH und das LMU Klinikum München (in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Kindergesundheit) haben eine internationale Zusammenarbeit vereinbart, um neuartige Therapien für hyperinflammatorische Erkrankungen zu entwickeln, die durch dysregulierte Neutrophilenaktivität verursacht werden – darunter entzündliche Darmerkrankungen (IBD). Das Projekt wird durch ein pan-europäisches EUREKA-Grant gefördert und bezieht auch das Weizmann-Institut für Wissenschaft (Rehovot) ein. Neutrophile Granulozyten spielen eine zentrale Rolle bei Entzündungsreaktionen und Gewebeschäden, werden jedoch von bestehenden Therapien nicht gezielt adressiert. Das Team um Prof. Christoph Klein (LMU Klinikum) nutzt Erkenntnisse aus einer seltenen genetischen Immundefizienz mit reduzierter Neutrophilenzahl, um neue Ansätze zu entwickeln, die übermäßige Neutrophilen-vermittelte Entzündung modulieren – ohne die mit starker Immunsuppression verbundenen Risiken. Beitrag der Partner: Die Kooperation zielt auf sichere, selektive und effektive Behandlungen ab, die einen hohen ungedeckten Bedarf adressieren.

FDA Expert Panel zu Nahrungsmittelallergien am 25. Februar 2026

Silver Spring. Die US-Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde (FDA) veranstaltet am Mittwoch, 25. Februar 2026, von 13:00 bis 15:00 Uhr (Ortszeit ET) ein Expertengremium zu Nahrungsmittelallergien. Das Treffen findet im Great Room des FDA-Hauptquartiers auf dem White Oak Campus (10903 New Hampshire Avenue, Silver Spring, Maryland) statt und wird live auf dem YouTube-Kanal der FDA übertragen. Das Expert Panel ist Teil der neuen FDA-Initiative „Expert Panels“, bei der unabhängige wissenschaftliche Experten aktuelle Erkenntnisse prüfen, potenzielle Gesundheitsrisiken bewerten, sicherere Alternativen erörtern und Empfehlungen für regulatorische Maßnahmen geben sollen. Ziel ist eine evidenzbasierte Modernisierung der Aufsicht unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Entwicklungen und Verbraucherschutz. Das Gremium wird die Ursachen und besten Behandlungsansätze von Nahrungsmittelallergien diskutieren sowie aktuelle Gesundheitsleitlinien bewerten. Die Veranstaltung ist öffentlich. Für eine Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich (Plätze begrenzt). Interessierte sollten mindestens 30 Minuten vor Beginn eintreffen. Eine Vor-Ort-Teilnahme ist… 

Friedensengel a.D. Bronze. Copyright/all rights reserved: Marita Vollborn

Marita Vollborn presents sculptures on Saatchi Art

German artist and science journalist Marita Vollborn (born 1965 in Erfurt, former East Germany) has been active on the Saatchi Art platform since 2026. Under the profile https://www.saatchiart.com/maritavollborn, she currently offers six original works – expressive, figurative sculptures made of clay, some cast in bronze. Vollborn describes herself as “a science journalist by profession and a sculptor by vocation.” Her professional background includes a degree in crop production (1989), journalism studies at the University of Music, Drama and Media in Hanover, and the founding of her own agency for science journalism. She has published several bestselling non-fiction books on biotechnology, health, consumerism, climate change, and societal issues, some of which are held in the German Bundestag Library and the US Library of Congress. Since 2010 she has devoted herself to sculpture. Her central project “Sinn und Scherben” (“Sense and Shards”)… 

FDA startet umfassende Neubewertung des Lebensmittelzusatzstoffs BHA

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat am 10. Februar 2026 eine umfassende Neubewertung von Butylated Hydroxyanisole (BHA) eingeleitet – einem seit Jahrzehnten weit verbreiteten synthetischen Antioxidans und Konservierungsmittel in Lebensmitteln. Ziel ist es, auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu prüfen, ob BHA unter den derzeitigen Verwendungsbedingungen in Lebensmitteln und als Lebensmittelkontaktmaterial sicher ist. BHA wird seit 1958 als GRAS (Generally Recognized as Safe) eingestuft und seit 1961 als Zusatzstoff zugelassen. Es dient der Verhinderung von Fett- und Öloxidation und kommt in zahlreichen Produkten vor, darunter Tiefkühlgerichte, Frühstückscerealien, Kekse, Süßigkeiten, Speiseeis und Fleischwaren. Obwohl der Einsatz in verpackten Lebensmitteln in den letzten Jahren rückläufig ist, bleibt BHA in vielen Produkten – auch solchen für Kinder – präsent. Die Neubewertung ist Teil eines erweiterten FDA-Programms zur systematischen Überprüfung chemischer Zusatzstoffe in der Lebensmittelversorgung, das im Mai 2025 gestartet wurde. BHA… 

Neue Ansätze bei pankreatischem duktalem Adenokarzinom (PDAC)

Das pankreatische duktale Adenokarzinom (PDAC) gehört weltweit zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen und hat eine der schlechtesten Prognosen aller malignen Tumoren. Die Fünfjahresüberlebensrate liegt bei unter 10 Prozent. Die Behandlung ist extrem schwierig: PDAC zeigt eine hohe Resistenz gegenüber konventioneller Chemotherapie (z. B. Gemcitabin, FOLFIRINOX), eine dichte stromale Barriere (desmoplastische Reaktion), die den Wirkstofftransport behindert, und eine sehr frühe und aggressive Metastasierung – oft bereits bei Diagnosestellung. In einer neuen Studie (vermutlich aus dem Jahr 2026, basierend auf dem Kontext) untersuchten Forscher molekulare und zelluläre Mechanismen, die zur Therapieresistenz und Metastasierung von PDAC beitragen. Der Fokus lag auf Veränderungen im Tumor-Mikromilieu, Signalwegen (z. B. KRAS-Mutationen, die in >90 % der Fälle vorliegen), Immunsuppression und der Interaktion zwischen Tumorzellen und Stromazellen (Cancer-associated fibroblasts, CAF). Wichtige Erkenntnisse der Arbeit umfassen: Die Studie unterstreicht, dass ein reines „one-size-fits-all“-Vorgehen bei PDAC kaum erfolgversprechend ist.… 

Synthetisches Oxytocin verhindert angstbezogenes Verhalten durch sozialen Stress

Forschende der Universidade Estadual Paulista (UNESP) in Brasilien haben in einem Rattenmodell gezeigt, dass Carbetocin – ein synthetisches Analogon des Hormons Oxytocin – prophylaktisch gegen angstbezogenes Verhalten wirkt, das durch chronischen sozialen Stress ausgelöst wird. Die Ergebnisse erschienen am 12. November 2025 in der Fachzeitschrift Progress in Neurobiology (DOI: 10.1016/j.pneurobio.2025.102853). Oxytocin, oft als „Bindungshormon“ oder „Hormon des Wohlbefindens“ bezeichnet, steht in einem Gegensatz zum Stresshormon Cortisol: Während Cortisol den Körper auf Kampf-oder-Flucht-Reaktionen vorbereitet, fördert Oxytocin Ruhe, soziale Bindung und emotionale Regulation. Die Studie unterstreicht, dass das oxytocinerge System eine zentrale Rolle bei der Modulation von Angst spielt, die durch anhaltenden sozialen Stress entsteht – ein Effekt, der bei Ratten bisher wenig untersucht war. Die Forscher um Prof. Carlos Crestani (Faculty of Pharmaceutical Sciences, Araraquara) und Dr. Lucas Canto de Souza (ehemals UNESP, jetzt University of Texas at Dallas) nutzten das…