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GKV-Arzneimittelkosten: Anstieg um 74 Prozent

Die Nettoausgaben für Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung sind im Jahr 2023 auf einen neuen Höchststand von 54,0 Milliarden Euro gestiegen. Damit liegen die Arzneimittelkosten um 74,0 Prozent höher als vor zehn Jahren. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands hat im selben Zeitraum lediglich um 40,2 Prozent zugenommen. Die deutlichen Ausgabensteigerungen bei Arzneimitteln liegen laut der aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vor allem in der Preisentwicklung patentgeschützter Arzneimittel begründet. Auf diese entfallen demnach mehr als die Hälfte der Ausgaben, gleichzeitig decken sie aber einen immer geringeren Versorgungsanteil ab: Nach verordneten Tagesdosen lag dieser im Jahr 2023 bei 6,7 Prozent. Im Jahr 2014 waren es noch 11,4 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von über 40 Prozent in den letzten zehn Jahren. Während die Nettokosten der Arzneimittel im Gesamtmarkt in den letzten zehn Jahren um 74,0 Prozent von 31,0 auf… 

Nervenzellen blinder Mäuse bleiben sehtauglich

Mit Mikroelektroden wurden an der TU Wien Nervenzellen der Netzhaut untersucht. Sie zeigen ein erstaunlich stabiles Verhalten – eine gute Nachricht für Retina-Implantate. Als „Außenstation des Gehirns“ wird die Retina oft bezeichnet – schließlich finden wichtige Schritte der visuellen Signalverarbeitung nicht erst im Großhirn, sondern schon in den Nervenzellen im Auge statt. Wenn Licht auf die Netzhaut fällt, werden Sensor-Zellen aktiv und schicken elektrische Signale an Schichten von Nervenzellen, die sich direkt dahinter befinden. Von dort schließlich werden Signale ans Gehirn weitergeleitet. Unklar war bisher aber, wie die Signale der Netzhaut von den nachgeschalteten Nervenzellen genau verarbeitet werden. Experimente an der TU Wien zeigen nun: Die Nervenzellen der Netzhaut (die sogenannten retinalen Ganglienzellen) können unterschiedliche Rollen einnehmen und übernehmen damit wichtige und individuell unterschiedliche Aufgaben für das Sehen. Diese Fähigkeit behalten sie sogar dann, wenn Teile der Netzhaut degenerieren –… 

Tirzepatid zeigt in dreijähriger Studie starke Wirkung zur Diabetesprävention

Tirzepatid, ein neues injizierbares Medikament zur Gewichtsabnahme mit dem Handelsnamen Zepbound, reduzierte das Diabetesrisiko bei Patienten mit Fettleibigkeit und Prädiabetes über einen Zeitraum von drei Jahren im Vergleich zu Placebo um mehr als 90 %. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die von Forschern von Weill Cornell Medicine, NewYork-Presbyterian, Yale School of Medicine und anderen Einrichtungen geleitet wurde. Die  am 13. November im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie war die Fortsetzung einer der ersten von Eli Lilly gesponserten Studien zu Tirzepatid, der 72-wöchigen  SURMOUNT-1-Studie , die die FDA-Zulassung des injizierbaren Medikaments zur Behandlung von Diabetes und später auch Fettleibigkeit unterstützte. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass nach 176 Behandlungswochen nur 1,3 % der Patienten, die sowohl fettleibig als auch prädiabetisch waren und das Medikament in einer von drei Dosierungen einnahmen, an Typ-2-Diabetes erkrankten, verglichen mit 13,3 % der… 

Long ring fingers can point to a love of alcohol

The length of your fingers may hold a vital clue to your drinking habits, according to a new study. There is evidence that alcohol consumption is influenced by prenatal sex steroids so experts from Swansea University and colleagues from the Medical University of Lodz decided to use a sample of students for their research into the subject. Their findings have just been published by prestigious online journal American Journal of Human Biology. They found relationships between high alcohol consumption and long 4th digits relative to 2nd digits. This showed that high prenatal testosterone relative to oestrogen is linked to high student alcohol consumption. Professor John Manning, of Swansea’s Applied Sports, Technology, Exercise and Medicine (A-STEM) research team, said: “Alcohol consumption is a major social and economic problem. Therefore, it is important to understand why alcohol use shows considerable differences across… 

Entzündliche Darmerkrankungen können 16 Jahre vor Ausbruch erkannt werden

Wissenschaftler der Universität Örebro haben bestimmte Proteinmuster im Blut identifiziert, die entzündliche Darmerkrankungen (IBD) bis zu 16 Jahre vor der Diagnose vorhersagen können. Insbesondere Morbus Crohn kann mit sehr hoher Genauigkeit erkannt werden.„Wir haben einen wichtigen Schritt getan, um diese Krankheiten in Zukunft in einem sehr frühen Stadium vorhersagen und verhindern zu können“, sagt Jonas Halfvarson, Professor für Gastroenterologie an der Universität Örebro in Schweden und leitender Forscher der Studie. Durch die Analyse von fast 800 Blutproben haben Forscher Proteinmuster identifiziert, die gesunde Personen von Personen unterscheiden, die später an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkranken. Die Ergebnisse zeigen, dass eine bestimmte Kombination aus 29 Proteinen Morbus Crohn mit hoher Genauigkeit vorhersagen kann. Colitis ulcerosa erwies sich jedoch als etwas schwieriger vorherzusagen. „Auch bei Colitis ulcerosa gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Veränderungen der Proteinmuster und dem späteren Krankheitsausbruch, aber… 

Kryoablation bei Patienten mit Vorhofflimmern

Neue Forschungsergebnisse belegen, dass die Kryoablation eine sichere und effektive Methode ist, um ein angeborenes offenes Foramen ovale (PFO, ein kleines Loch im Herzen) bei Patienten mit Vorhofflimmern (AF), die sich einer Pulmonalvenenisolation (PVI) unterziehen, in einem einzigen Eingriff zu schließen. Eine neue Studie in Heart Rhythm , dem offiziellen Journal der Heart Rhythm Society, der Cardiac Electrophysiology Society und der Pediatric & Congenital Electrophysiology Society, die von Elsevier veröffentlicht wurde, beschreibt diese alternative Methode zur konventionellen Behandlung mit dem Einsetzen eines perkutanen Metallgeräts zum Verschluss des PFO, die mit unerwünschten Ereignissen wie Infektionen und Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht wird. https://www.heartrhythmjournal.com/article/S1547-5271(24)02682-1/fulltext

Karlsruhe schränkt Krankenhausvorbehalt bei Zwangsmaßnahmen ein

Die ausnahmslose Vorgabe, dass ärztliche Zwangsmaßnahmen im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einem Krankenhaus durchgeführt werden müssen, ist verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am Dienstag mit fünf zu drei Stimmen. Das Gericht verpflichtete den Gesetzgeber, bis zum Ablauf des Jahres 2026 eine Neuregelung zu verabschieden. Bis dahin gilt das bisherige Recht fort. Widerspricht […] Karlsruhe schränkt Krankenhausvorbehalt bei Zwangsmaßnahmen ein

Professur für Neuromorphic Computing an der TU Braunschweig

Die Technischen Universität in Braunschweig hat Dr. habil. Thomas Kämpfe zum Professor an der Fakultät Elektrotechnik, Informationstechnik und Physik ernannt. In dieser Funktion wird Dr. Kämpfe die Professur für Neuromorphic Computing übernehmen. Am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS leitet er das Geschäftsfeld für »IoT/HPC-Komponenten und -Systeme« im Center Nanoelectronic Technologies. Mit seiner Expertise bringt der studierte Physiker und Elektrotechniker insbesondere wertvolle Kenntnisse in den Forschungsbereichen der Mikroelektronik und des In-Memory-Computings ein.

MHH: Innovative Therapie stoppt tödliche Hirnentzündung PML

Ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) setzt erfolgreich fremde Immunzellen gegen das humane JC-Virus ein und heilt Schwersterkrankte. Die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine seltene, aber schwerwiegende Gehirninfektion. Sie zerstört das Hirngewebe allmählich und führt häufig innerhalb von wenigen Wochen zum Tod. Ausgelöst wird sie vom humanen Polyomavirus 2 – auch bezeichnet als John-Cunningham-(JC-)Virus. 2021 hat ein interdisziplinäres Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Professor Dr. Thomas Skripuletz, Oberarzt an der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie, einen bahnbrechenden Weg gefunden, die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Seitdem bietet die Klinik eine Behandlung mit neuen Abwehrzellen an, die das Virus im Körper der Betroffenen zurückdrängen können. Diese direkt isolierte allogenen virusspezifischen DIAVIS-T-Zellen stammen aus dem Blut gesunder Menschen, die mit dem Virus infiziert waren. Sie verfügen über passgenaue Abwehrzellen aus der Gruppe der weißen Blutkörperchen. Die T-Lymphozyten erkennen… 

Kathrin Brockmann: Präsidentin der DPG sieht große Chancen für die Parkinson-Forschung

Die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG) hat eine neue Präsidentin: Prof. Dr. Kathrin Brockmann. Die Neurowissenschaftlerin und Genetik-Expertin aus Tübingen tritt die Nachfolge von Prof. Joseph Claßen (Leipzig) an, der den zweiten Vorsitz übernimmt. Als dritte Vorsitzende wurde Prof. Brit Mollenhauer (Kassel) neu in den Vorstand gewählt. Prof. Carsten Eggers (Bottrop) und Prof. Lars Tönges (Bochum) behalten ihre Ämter als Schriftführer und Schatzmeister. Die neue DPG-Präsidentin setzt auf Synergien durch verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Highlight-Veranstaltungen, wie der Workshop „Genetics in Parkinson´s disease“ am 10./11. April 2025 in Tübingen und der Deutsche Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen im Frühjahr 2026 in Leipzig, sind zentrale Plattformen für den fachlichen Austausch. Große Projekte der Forschungsförderung, wie der „Leuchtturm-Projektverbund Parkinson“ der von der DPG gegründeten Parkinson Stiftung, geben der Parkinson-Forschung weitere Impulse. Prof. Brockmann betont zudem…