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KI-Modell nutzt mehrere 3-D-Mammografien zur Fünf-Jahres-Risikoabschätzung

New York – Ein Deep-Learning-Modell, das mehrere aufeinanderfolgende 3-D-Mammografien einer Frau auswertet, hat in einer Studie das Fünf-Jahres-Brustkrebsrisiko etwas genauer eingestuft als Modelle mit nur einer aktuellen 3-D-Aufnahme oder mit 2-D-Mammografie. Die Arbeit von NYU Langone Health und Perlmutter Cancer Center erschien online am 12. August im „American Journal of Roentgenology“ (DOI: 10.2214/AJR.26.34951). Das Werkzeug heißt NYU-DRP und basiert auf longitudinaler digitaler Brusttomosynthese (DBT). NYU-DRP ordnete Frauen mit höherem Risiko in 72 Prozent der Fälle korrekt ein. Ein Modell mit nur einer DBT-Aufnahme kam auf 70 Prozent, ein KI-gestütztes 2-D-Modell auf 68 Prozent. Trainiert wurde das System an 313.531 jährlichen 3-D-Aufnahmen von 161.165 Frauen ohne Brustkrebs, untersucht 2016 bis 2020 an NYU-Langone-Häusern. Weniger als drei Prozent der im bis 2025 nachbeobachteten Kollektiv erkrankten. Gegenüber dem etablierten Tyrer-Cuzick-Score, der ohne KI und ohne Bild auf Alter, Familie, Genetik, Dichte und Biopsien… 

Infografik: Hörverlust erhöht Demenzrisiko; links ein älterer Mann hört zu, rechts ein gepuzzletes Gehirn, Pfeil dazwischen.| Essential message: Hörverlust ist Risikofaktor für Demenz und Gegenmaßnahmen werden gezeigt, visuelle Gegenüberstellung von Hören und Gehirn.

AFI: Unbehandelter Hör- und Sehverlust als Demenzrisiko

Düsseldorf – Unbehandelte Hör- und Sehprobleme können nach Darstellung der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) soziale Teilhabe und geistige Aktivität mindern und so die Gehirngesundheit belasten. Zum Welt-Alzheimertag am 21. September veröffentlichte die gemeinnützige Organisation den zweiten Teil einer dreiteiligen Serie zur Demenzprävention. Wissenschaftliche Leiterin ist Anne Pfitzer-Bilsing. Unbehandelte Schwerhörigkeit gilt seit längerem als beeinflussbarer Risikofaktor für Demenzen wie Alzheimer. Der Bericht der Lancet Commission von 2024 rückte zusätzlich unbehandelten Sehverlust in den Blick. Die Kommission listet 14 veränderbare Faktoren. Würden diese weltweit gezielt angegangen, ließen sich dem Bericht zufolge theoretisch rund 45 Prozent der Demenzfälle verzögern oder verhindern. Das ist eine bevölkerungsbezogene Schätzung, kein individueller Schutzversprechen. Quelle: Livingston et al., The Lancet 2024; 404(10452):572–628. Pfitzer-Bilsing erläuterte, weniger Reize und Rückzug aus Gesprächen oder Aktivitäten reduzierten die Beanspruchung des Gehirns. Bei Schwerhörigkeit fehlten zudem Umgebungsgeräusche, die geistig aktiv halten. Altersbedingter Hörverlust… 

FDA und Australien geben grünes Licht für Phase-1-Studie mit Actinium-Radiokonjugat

London – Full-Life Technologies darf den experimentellen Wirkstoff [225Ac]Ac-FL-261 in den USA und Australien erstmals am Menschen prüfen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen IND-Antrag (Investigational New Drug) freigegeben. In Australien liegen die Zustimmung der Human Research Ethics Committee (HREC) und die Clinical-Trial-Notification bei der Therapeutic Goods Administration (TGA) vor. Das teilte das private Radiopharmaunternehmen am 10. September 2026 mit. Geplant ist eine Phase-1-Erststudie an Patientinnen und Patienten mit nicht-plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (nsNSCLC), deren Tumoren c-MET exprimieren. Primär sollen Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik erfasst werden, dazu vorläufige antitumorale Aktivität. Weitere Studienregionen seien vorgesehen. FL-261 ist nach Unternehmensangaben ein Alpha-Radiokonjugat, das c-MET auf Tumorzellen binden und Actinium-225-Strahlung lokal abgeben soll. Full-Life bezeichnet den Kandidaten als ersten Alpha-Radiokonjugat seiner Klasse gegen c-MET und zielt mittelfristig auf mehrere solide Tumoren. Medizinische Leiterin Debora Barton wertete die Zulassungen als Schritt, gezielte Alphatherapie über Prostatakrebs hinaus… 

Hilgenstock: Zwölf Annahmen verzögern Deutschlands Umgang mit KI

Hamburg – Unternehmen, Politik und Gesellschaft bereiten sich nach Einschätzung des Interim-Managers Eckhart Hilgenstock zu langsam auf künstliche Intelligenz vor, weil sie von falschen Prämissen ausgehen. In einer Mitteilung vom 10. September 2026 listete der Berater zwölf Denkfehler. KI sei keine bloße IT-Technik, sondern der Beginn eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs, dessen Tempo unterschätzt werde. Viele Entscheider rechneten mit Verzögerung, weil frühere Technikprognosen oft überzogen gewesen seien. Diese Erfahrung stamme aus eher linearen Phasen. Digitaler Fortschritt folge exponentiellen Kurven. Hilgenstock verwies auf Moores Gesetz zur Verdopplung der Transistorzahl; zehn Verdopplungen ergäben mehr als den tausendfachen Wert. Von großen Sprachmodellen zu Agenten, Robotik und Videogenerierung seien in wenigen Jahren Schritte erfolgt, die früher Jahrzehnte gedauert hätten. Mehrere Faktoren verstärkten sich: leistungsfähigere Chips, größere Rechenzentren, bessere Modelle, mehr Daten, effizientere Algorithmen, sinkende Kosten. KI greife in Einkauf, Produktion, Vertrieb, Personal, Forschung, Finanzen… 

Credits: Jan Wolter/DGKL

DGKL Vorstand Wolter: PISA-Schwäche könnte Gesundheitssystem belasten

Berlin – Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL), Jan Wolter, sieht in den Ergebnissen der PISA-Studie 2025 langfristige Folgen für Labormedizin, Nachwuchs und das Gesundheitssystem. In einem Interview mit dem MedLabPortal vom 10. September 2026 forderte der Politologe tiefgreifende Bildungsreformen. Zuwanderung bleibe wegen des Geburtenrückgangs wichtig, reiche aber allein nicht aus. Nach PISA 2025 liegen 15-Jährige in Deutschland in den Naturwissenschaften bei 486 Punkten, in Mathematik bei 464 und im Lesen bei 465 Punkten – jeweils etwa auf OECD-Niveau und unter den Werten von 2022. Rund ein Drittel erreicht in Lesen und Mathematik nicht die Kompetenzstufe 2, in den Naturwissenschaften etwa ein Viertel. Der sozioökonomische Status erklärt in Deutschland 19 Prozent der Unterschiede in den naturwissenschaftlichen Kompetenzen, mehr als im OECD-Mittel. Neu erfasst wurde zudem modellbasiertes Problemlösen in digitalen Kontexten; Deutschland lag dort nach Portal-Angaben… 

Bildmerkmale der Milz mit koronarer Herzkrankheit assoziiert

Boston – Bestimmte in der Bildgebung sichtbare Merkmale der Milz hängen nach einer Studie mit koronarer Herzkrankheit (CAD) und bekannten CAD-Genorten zusammen. Forschende von Mass General Brigham nutzten künstliche Intelligenz, Bauchaufnahmen und Genomdaten von 42.059 Teilnehmenden der UK Biobank. Die Arbeit erschien in „Science Translational Medicine“ (DOI: 10.1126/scitranslmed.aeh2517). EurekAlert berichtete am 9. September 2026. Von 107 ausgewerteten Milzmerkmalen waren zehn mit CAD assoziiert. Genomweite Analysen verknüpften Gene sowohl mit Milzmerkmalen als auch mit CAD; viele lagen in regulatorischen, nicht kodierenden Abschnitten. Die beteiligten Prozesse betrafen unter anderem Entzündung, glatte Muskelzellen, Blutdruck und Fettzellbildung. Zwei Varianten am Locus 9p21 auf Chromosom 9 – einem klassischen CAD-Risikobereich – waren mit unregelmäßiger Milztextur und einem höheren CAD-Risiko verbunden, unabhängig von Blutdruck, Cholesterin und anderen üblichen Risikofaktoren. In einer zweiten Gruppe von 2745 klinisch untersuchten Patientinnen und Patienten der Mass General Brigham Biobank ließen… 

US-Studie verknüpft Anstieg der Legionärskrankheit mit Wärme, Regen und Straßenverkehr

Houston – Die gemeldete Häufigkeit der Legionärskrankheit in den USA ist nach einer ökologischen Analyse von 1999 bis 2021 stark gestiegen. Autor Xiang Y. Han führt das vor allem auf jahrzehntelange Erwärmung, höhere Niederschläge und Exposition gegenüber bodenbürtigen Legionellen im Straßenverkehr zurück. Die Arbeit erschien in „PLOS Global Public Health“ (DOI: 10.1371/journal.pgph.0007077). EurekAlert berichtete am 9. September 2026. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung nach Einatmen von Aerosolen mit Legionella. Die altersbereinigte Inzidenz stieg vor der Covid-19-Pandemie exponentiell um das 6,6-Fache: von 0,40 Fällen je 100.000 Einwohner 1999 auf 2,37 im Jahr 2019, mit einem Gipfel von 2,69 im Jahr 2018. 2020 sank sie auf 1,67, 2021 auf 2,21 – parallel zum Rückgang der gefahrenen Kraftfahrzeugkilometer in der Pandemie. Han nutzte öffentlich zugängliche CDC-Meldedaten, Klima- und UVB-Reihen sowie Verkehrsstatistiken. In Regressionen korrelierte die Jahresinzidenz eng mit der kumulierten Temperaturanomalie, der… 

Blutproteine outen ungeklärte Gendefekte bei seltenen Erkrankungen

London/Berlin – Die Messung von rund 1500 Blutproteinen hat in einer Studie genetische Befunde bei Menschen mit seltenen Erkrankungen erhärtet, bei denen die Genomsequenzierung allein keine Diagnose geliefert hatte. Die Arbeit von Queen Mary University of London, dem Berlin Institute of Health an der Charité, dem Max-Delbrück-Centrum und Genomics England erschien in „Science Translational Medicine“ (DOI: 10.1126/scitranslmed.aeb1331). EurekAlert berichtete am 9. September 2026. Untersucht wurden Blutproben von Teilnehmenden des britischen 100.000-Genomes-Projekts, die nach der Genomanalyse ohne gesicherte genetische Diagnose geblieben waren. Die Proteindaten halfen, unsichere Varianten einzuordnen, übersehene Veränderungen gezielter zu suchen und Kandidatengene für weitere Prüfung vorzuschlagen. Anders als manchen Zellkulturansätzen genügten Blutproben, keine Hautbiopsien. Als Beispiel nennen die Autoren das Protein TIE1, das an der Funktion von Blutgefäßen beteiligt ist. Bei einem Patienten mit ungeklärter erblicher Herzerkrankung lag TIE1 im Blut ungewöhnlich niedrig. Dieselbe seltene TIE1-Variante fand sich… 

Neues MRT-Kontrastmittel erkennt kleine Lungentumore im Tiermodell

Atlanta – Ein proteinbasierter MRT-Kontraststoff hat in präklinischen Versuchen Lungentumoren und versteckte Metastasen von etwa einem Millimeter Größe sichtbar gemacht. Die Arbeit unter Leitung von Jenny J. Yang (Georgia State University) und Wei Zhou (Winship Cancer Institute, Emory University) erschien in „Science Advances“ (DOI: 10.1126/sciadv.adz6815). EurekAlert berichtete am 9. September 2026. Der Stoff hProCA32.Collagen bindet an Kollagen Typ I, das in aggressiven Lungentumoren und Metastasen vermehrt vorkommt. Getestet wurde er in Modellen aggressiver Lungenadenokarzinome mit bestimmten Mutationen, die häufig therapieresistent sind und in mehrere Organe streuen. Nach Angaben der Autoren ließen sich kleine Herde in Lunge, Nebennieren und Nieren erkennen und quantifizieren. Zusätzlich sollen biologische Merkmale abgebildet werden, die mit Invasion und Fortschreiten zusammenhängen. Erstautoren sind Dongjun Li und Oluwabukola Bamishaye (Georgia State University). An der Kooperation beteiligt waren unter anderem Emory und die University of Alabama at Birmingham. Die… 

Gentechnisch erzeugte Antikörper schützen Mäuse vor Kobragift

Bengaluru/Lyngby – Ein Cocktail aus fünf gentechnisch hergestellten Antikörperfragmenten hat in einer Studie Mäuse vor tödlichen Neurotoxinen indischer Kobras und Königskobras geschützt. Die Arbeit von Forschenden des Indian Institute of Science (IISc) und der Technischen Universität Dänemark (DTU) erschien in „Science Translational Medicine“ (DOI: 10.1126/scitranslmed.aed4290). Eine Mitteilung veröffentlichte EurekAlert am 9. September 2026. Herkömmliche Seren stammen seit über einem Jahrhundert aus dem Blut immunisierter Tiere. Sie schwanken von Charge zu Charge, können Nebenwirkungen auslösen, decken oft nur wenige Arten ab und sind aufwendig herzustellen. Die neue Arbeit setzt auf Nanobodies – kleine Fragmente aus dem variablen Teil von Kameliden-Antikörpern. Kameliden wurden mit Giften verschiedener Kobraarten konfrontiert; daraus isolierte das Team fünf Nanobodies, die Toxine mehrerer getesteter Kobraarten binden. Im Mausversuch neutralisierte der Cocktail Giftaktivität und hinderte Toxine daran, ihren Zielrezeptor zu besetzen. Geschützt wurden Tiere gegen Gifte der Brillenschlange, der…