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Public Health Index: Deutschland verspielt Präventionspotenzial

Berlin, 5. Dezember 2025 – Der neue Public Health Index (PHI) des AOK-Bundesverbands und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt: Deutschland belegt Rang 17 von 18 Ländern in Nord- und Zentraleuropa bei der Umsetzung wissenschaftlich empfohlener Präventionsmaßnahmen. Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), kritisiert die Ergebnisse scharf. Die Studie bewertet die Handlungsfelder Tabak, Alkohol, Ernährung und Bewegung. Deutschland schneidet bei Tabak, Alkohol und Ernährung schlecht ab, bei Bewegung im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter wie Großbritannien, Finnland und Irland setzen Maßnahmen wie Werbebeschränkungen, höhere Steuern und Schulessensstandards konsequent um. Bitzer bemängelt, dass Deutschland auf freiwillige Industrie-Maßnahmen und Eigenverantwortung setzt, was nichtübertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert. Dies koste Lebensjahre und belaste das Gesundheitssystem erheblich. Die DANK fordert umfassende Werbeverbote, standardisierte Tabakverpackungen und gesundheitsorientierte Besteuerung, wie sie in anderen Ländern wirken. Der PHI, der alle zwei Jahre aktualisiert wird,… 

Hypertonie-Leitlinien: Zu komplex für die Praxis

Nationale und internationale Hypertonie-Leitlinien sind laut einer Umfrage unter 437 Ärzten zu umfangreich und praxisfern. Die auf dem Deutschen Hypertonie Kongress 2025 vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass Zeitmangel, fehlende Ressourcen und unklare Handlungsanweisungen die Umsetzung behindern. Zudem wird die Patientenperspektive oft vernachlässigt. Die S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie, akzeptiert als Standard in der Hausarztpraxis, umfasst 45 bis 119 Seiten und wird von zwei europäischen und einer amerikanischen Leitlinie ergänzt. 67 % der befragten Ärzte halten die Vorgaben für zu umfassend, 52 % für zu praxisfern. Insbesondere fehlen konkrete Anleitungen zu Diagnostik, medikamentöser Therapie und Patientenkontrolle. Lebensstil-Empfehlungen wie salzarme Ernährung oder Bewegung mangelt es an praktischer Unterstützung für Patienten. Die Deutsche Hochdruckliga bietet Lösungen wie einen Leitfaden, Fortbildungen, Informationsmaterial und digitale Tools wie den Blutdruckmanager, um Ärzte und Patienten zu unterstützen und eine evidenzbasierte Versorgung zu fördern.

CRAFT-G kann psychische Gesundheit nach Krebserkrankung wiederherstellen

Eine neue Studie untersuchte CRAFT-G, eine Online-Gruppenintervention, die kognitives Training, Psychoedukation und ergotherapeutische Strategien für Erwachsene mit krebsbedingten kognitiven Beeinträchtigungen kombiniert. Die kleine Pilotstudie zeigte eine hohe Zufriedenheit, eine starke Bindung an die Therapie und klinisch bedeutsame Verbesserungen der Alltagsfunktionen und der subjektiv wahrgenommenen kognitiven Fähigkeiten bei Krebsüberlebenden. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Online-Gruppenintervention zur kognitiven Rehabilitation einen zugänglichen und effektiven Weg bieten kann, um Betroffenen zu helfen, mit den Folgen der Chemotherapie („Chemo-Brain“) umzugehen und ihren Alltag zurückzugewinnen. Für viele Erwachsene, die sich von einer Krebserkrankung erholen, bedeutet der Abschluss der Behandlung nicht das Ende der Herausforderungen. Bis zu 80 % der Betroffenen kämpfen weiterhin mit den Folgen der Chemotherapie („Chemo-Brain“) – subtilen, aber belastenden Veränderungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der mentalen Verarbeitung, die Arbeit, Beziehungen und den Alltag unerwartet erschweren können. Eine neue Studie der Hebräischen… 

Urintest könnte die Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs revolutionieren

Bahnbrechende Studie im „Journal of Molecular Diagnostics“ ebnet den Weg für nicht-invasive Screening-Verfahren, die den Patientenkomfort und die Behandlungsergebnisse verbessern. Forscher haben entdeckt, dass die Analyse spezifischer Fragmentierungsmuster zellfreier DNA (cfDNA) in einer einfachen Urinprobe Blasenkrebs effektiv diagnostizieren und stadienbestimmen kann. Dies bietet eine dringend benötigte Alternative zu invasiven Verfahren wie der Zystoskopie. Dieser neuartige Ansatz, der in einer neuen Studie im „Journal of Molecular Diagnostics“ (herausgegeben von Elsevier) detailliert beschrieben wird, könnte die Notwendigkeit häufiger Zystoskopien reduzieren, die Kosten im Gesundheitswesen senken und den Patientenkomfort sowie die Behandlungsergebnisse verbessern. Blasenkrebs stellt nach wie vor eine große klinische Herausforderung dar, da er zu den häufigsten und tödlichsten urologischen Krebserkrankungen mit einer hohen Rezidivrate zählt. Die Diagnose beruht jedoch weiterhin maßgeblich auf invasiven und kostspieligen Verfahren wie der Zystoskopie (Einführen eines dünnen, schlauchförmigen Instruments durch die Harnröhre) oder der Zytologie, einem nicht-invasiven Test, der Tumorzellen im Urin nachweisen… 

Akute Höhenkrankheit im Zusammenhang mit Veränderungen des Blutflusses

Die akute Höhenkrankheit (AMS) tritt häufig in großen Höhen auf und geht oft mit Kopfschmerzen einher. Man vermutet, dass AMS durch Veränderungen der Hirndurchblutung verursacht wird, doch dieses Phänomen ist noch nicht vollständig erforscht. Obwohl bereits Studien zu AMS durchgeführt wurden, waren diese nicht lang genug und fanden nicht unter realen Bedingungen in großer Höhe statt. Um diese Forschungslücke im Bereich der Höhenkrankheit zu schließen, maß das Team von Professor Kazunobu Okazaki am Forschungszentrum für städtische Gesundheit und Sport der Osaka Metropolitan University drei Tage lang den Blutfluss und den Gefäßdurchmesser in der inneren Halsschlagader und der Vertebralarterie von acht gesunden Männern auf dem 3776 Meter hohen Gipfel des Fuji. Gleichzeitig erfasste das Team Symptome der Höhenkrankheit wie Kopfschmerzen und Müdigkeit. Die Ergebnisse zeigten, dass der Blutfluss und der Gefäßdurchmesser in der Arteria carotis interna mit der Aufenthaltsdauer zunahmen, während… 

Kanadisches KI-System erhält FDA-Zulassung für Hirnblutung-Triage

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat mit Scaida BrainCT-ICH das erste vollständig in Kanada entwickelte KI-System zur automatischen Triage von intrakraniellen Blutungen (ICH) für den US-Markt zugelassen (510(k)-Clearance K250694). Das cloudbasierte Tool von mlHealth 360 analysiert nicht-kontrastverstärkte Kopf-CTs unmittelbar nach der Aufnahme. Bei Verdacht auf eine Hirnblutung wird die Untersuchung automatisch an die Spitze der Radiologen-Arbeitsliste gesetzt und das Team alarmiert. Damit sollen lebensbedrohliche Befunde in überlasteten Notaufnahmen schneller erkannt werden. Klinische Leistungsdaten: Die Validierung erfolgte an sechs US-Kliniken mit Scannern verschiedener Hersteller (GE, Toshiba, Siemens). Das System integriert sich nahtlos in bestehende PACS- und RIS-Umgebungen und soll Radiologen entlasten, ohne zusätzliche Alert-Fatigue zu erzeugen. mlHealth 360 plant die Erweiterung auf weitere Körperregionen (Thorax, Abdomen, Ganzkörper). Scaida BrainCT-ICH dient ausschließlich der Workflow-Triage und nicht der primären Diagnose.

DIVI und 18 Fachgesellschaften fordern Nachbesserung der Notfallreform

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und 18 weitere medizinische Fachgesellschaften begrüßen den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Reform der Notfallversorgung grundsätzlich, sehen aber in fünf zentralen Punkten erheblichen Korrekturbedarf. Positiv bewertet werden die Einführung eines Gesundheitsleitsystems mit enger Kooperation von Akut- und Rettungsleitstellen, die Schaffung Integrierter Notfallzentren (INZ) sowie Kinder-INZ, die Aufnahme der medizinischen Notfallrettung als Sachleistung in das SGB V und die digitale Vernetzung der Leistungsträger. Kritisch sehen die Fachgesellschaften hingegen: Die DIVI fordert eine deutlich stärkere Einbindung notfallmedizinischer Expertise in die weitere Gesetzesarbeit sowie die Moderation durch eine übergeordnete Institution wie die AWMF. Nur so könne eine zukunftsfähige und nachhaltige Reform gelingen.

Bund fördert Schließung des Gender Data Gap in der klinischen Forschung

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat eine neue Förderrichtlinie zur Reduzierung des Gender Data Gap in der klinischen Forschung veröffentlicht. Ziel ist es, evidenzbasierte Erkenntnisse über geschlechtersensible Therapien zu erweitern und Lücken in der medizinischen Versorgung, die vor allem Frauen benachteiligen, gezielt zu schließen. Trotz bekannter physiologischer Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern werden in klinischen Studien weiterhin überwiegend Männer eingeschlossen oder Frauen sowie nichtbinäre Personen systematisch ausgeschlossen. Dies führt dazu, dass Diagnostik und Therapie oft nicht ausreichend an die Bedürfnisse aller Geschlechter angepasst sind. Die Fördermaßnahme umfasst vier Module: Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser sowie – bei Modul 3 – auch Patientenorganisationen und zivilgesellschaftliche Einrichtungen. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss, in der Regel bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Anträge können bis zum 10. März 2026 beim Projektträger DLR… 

U.S. Energy Supply Under Siege: The Catastrophic Consequences of Electromagnetic Pulse Weapons on the Power Grid

The vulnerability of the United States’ energy infrastructure to electromagnetic pulse (EMP) attacks represents one of the most severe threats to national security and economic stability. A high-altitude nuclear EMP detonation or targeted non-nuclear EMP devices could induce widespread, long-lasting blackouts, crippling the bulk electric system that powers homes, industries, hospitals, and critical services. Drawing… U.S.… U.S. Energy Supply Under Siege: The Catastrophic Consequences of Electromagnetic Pulse Weapons on the Power Grid

U.S. Healthcare at Risk: The Real Threat of Electromagnetic Pulse Weapons to Laboratory Medicine

As great-power competition intensifies and rogue-state missile capabilities expand, the United States faces a credible, high-impact threat that receives surprisingly little attention in healthcare planning: electromagnetic pulse (EMP) attack. A single high-altitude nuclear detonation or a series of targeted non-nuclear EMP weapons could permanently disable the electronic backbone of America’s laboratory medicine within seconds. The consequences would cascade rapidly through the entire healthcare system, turning a functioning high-tech medical infrastructure into a pre-1960s environment overnight. This report examines the technical mechanisms, documented vulnerabilities of laboratory systems, and the concrete consequences for U.S. public health and national security, based solely on declassified military tests, peer-reviewed studies, and federally funded assessments. Technical Foundation of the EMP Threat A high-altitude electromagnetic pulse (HEMP) is generated when a nuclear warhead is detonated between 30 and 500 kilometers above the Earth’s surface. The gamma rays… 

EMP Waffen bedrohen Deutschlands Labormedizin

Die Bedrohung durch elektromagnetische Impulse (EMP) als Waffe rückt in den Fokus sicherheitspolitischer Analysen. Besonders alarmierend ist die potenzielle Zerstörungskraft solcher Impulse auf die Labormedizin, den unsichtbaren Rückgrat der modernen Diagnostik und Therapieplanung. Labore in Krankenhäusern, Kliniken und Forschungseinrichtungen hängen von hochpräzisen elektronischen Systemen ab, die bei einem EMP-Angriff innerhalb von Sekunden ausfallen könnten. Dieser Bericht beleuchtet die technische Realität dieser Bedrohung, basierend auf etablierten Studien und Simulationen, und analysiert die konkreten Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Er unterstreicht, dass die Vulnerabilität nicht hypothetisch ist, sondern durch reale Tests und Modellierungen belegt wird, und fordert dringende Maßnahmen zur Resilienzsteigerung. Die Physik hinter dem EMP: Ein Burst aus Energie Ein elektromagnetischer Impuls entsteht primär durch die Detonation einer Kernwaffe in großer Höhe – typischerweise über 30 Kilometern –, die als High-Altitude Electromagnetic Pulse (HEMP) bekannt ist. Die Gammastrahlung der Explosion ionisiert Luftmoleküle… 

FDA veröffentlicht Jahresbericht 2025 zum ARC-Programm für seltene Erkrankungen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Jahresbericht 2025 ihres Accelerating Rare disease Cures (ARC)-Programms vorgelegt. Das seit 2022 laufende Programm des Center for Drug Evaluation and Research (CDER) unterstützt die Entwicklung von Therapien für seltene Erkrankungen durch wissenschaftliche und regulatorische Innovationen sowie intensive Zusammenarbeit mit Betroffenen, Forschung und Industrie. Das ARC-Programm will die Lücke zwischen den besonderen Herausforderungen der Arzneimittelentwicklung für seltene Krankheiten und dem dringenden Bedarf an Behandlungsoptionen schließen. Im Bericht wird die erfolgreiche Konsolidierung der Aktivitäten hervorgehoben und ein positiver Ausblick für 2026 gegeben, in dem Partnerschaften weiter ausgebaut und innovative Ansätze vorangetrieben werden sollen. CDER bekräftigt das Ziel, die Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen spürbar zu verbessern. Der vollständige Bericht steht unter dem Titel „Resilience in Rare Disease Drug Development through Innovation and Partnerships“ auf der FDA-Website zur Verfügung. Quellen: