Chronischer Alkoholkonsum verändert Genexpression in zentralen Hirnregionen
Langjähriger Alkoholkonsum führt zu tiefgreifenden Veränderungen der Genexpression im mesocorticolimbischen System – jenen Hirnregionen, die für Belohnung, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung entscheidend sind. Das zeigt eine Post-mortem-Studie des Instituts für Neurowissenschaften (UMH-CSIC) in Elche, die in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht wurde. Das Team um Jorge Manzanares und María Salud García-Gutiérrez untersuchte Hirngewebe von Personen mit langjähriger Alkoholabhängigkeit (durchschnittlich 35 Jahre) und verglich es mit Kontrollproben. Im Fokus stand das Endocannabinoid-System – ein zentrales Netzwerk für Belohnung, Motivation und Suchtverhalten. Ergebnisse: Die Veränderungen betreffen Regionen, die für Rückfallrisiko und neuronale Schäden entscheidend sind. Die Abnahme von CB2 deutet auf eine geschwächte neuroprotektive und entzündungshemmende Kapazität hin. Die Studie nutzte Proben des New South Wales Tissue Resource Centre (Australien) und isolierte die Effekte von Alkohol, da keine anderen Drogenkonsumenten einbezogen wurden. Die Ergebnisse könnten gezieltere Therapien ermöglichen, die das Endocannabinoid-System modulieren – mit…

